An vielen Ecken im Altort von Fuchsstadt wird in diesen Tagen gemalt, geputzt oder geschmückt. Dass der Ort besonders schön ist, wurde der Gemeinde bereits im Frühjahr bescheinigt: Fuchsstadt ist einer von zwei Siegern des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" auf Bezirksebene. Deshalb kommt am Freitag die Jury für den Landesentscheid. Und da wollen alle mithelfen, dass sich der Ort perfekt präsentiert.

Dazu gehören auch die Frauen des "Brieder-Trupps", also der Bretter-Truppe. Zum Heimatfest 2017 stellten Mitglieder des Fuchsstädter Chors Holzbretter mit besinnlichen oder launigen Sprüchen im Altort auf. "Das kam damals so gut an, dass wir weitergemacht haben", erzählt Marion Wahler. Am Brunnen etwa steht: "Der Mensch braucht ein Plätzchen, und wär's noch so klein; Von dem er kann sagen: Sieh, dies ist mein! Hier leb ich, hier lieb ich, hier ruh' ich mich aus; hier ist meine Heimat, hier ist mein Zuhaus!" Die ersten Bretter habe die Gemeinde aus einem Abbruchhaus zur Verfügung gestellt, mittlerweile hätten Helfer weitere beigesteuert. "Wir spannen auch unsere Männer ein", sagen die Frauen lachend.

Mittlerweile 17 Bretter

Aktuell zieht Glyvia Pfister die Schrift des Bretts vor dem Backhaus nach. "Heimatliche Idylle: hilfreich, schützend, beengend, stützend" steht darauf. "Das fasst das Leben im Dorf doch gut zusammen", sagt Glyvia Pfister. 17 "Brieder" stehen mittlerweile im Altort. Die Pfosten dafür habe die Gemeinde aufgestellt, berichtet der Fuchsstädter Bürgermeister René Gerner, der natürlich dankbar und stolz für jede Verschönerung seiner Gemeinde ist. Damit die Bretter noch besser gesehen werden, plane die Gemeinde sogar eine Broschüre mit Informationen und einem Rundweg entlang der einzelnen Stationen.

Viele in Fuchsstadt fiebern gleich in mehreren Funktionen auf den Freitag hin: Marion Wahler vom Brieder-Trupp organisiert zum Beispiel auch noch ein Plootzbacken für den Besuch der Jury. Bereits am Morgen um 7 Uhr werde der alte Dorfbackofen angeschürt, bei ihr daheim werden die Bleche vorbereitet. Wann genau die Jury dann den Plootz kosten kann, ist aber noch nicht ganz sicher: "Wir haben nur zwei Stunden Zeit, um uns zu präsentieren, aber wir sind sehr gut vorbereitet", fasst Gerner den aktuellen Stand zusammen. Der Zeitplan sei eng getaktet, Gerner und sein Vorbereitungsteam sind den Weg durch den Ort bereits mehrfach abgegangen, um auch wirklich an alles zu denken. Dazu gehörte auch die Müllabfuhr: Ausgerechnet am Freitag wäre ein großer Abfuhrtag für gelbe Säcke, Papiertonne und Restmüll gewesen. "Das konnten wir zum Glück auf Donnerstag vorverlegen, da bin ich dem Kommunalunternehmen sehr dankbar", betont Gerner. Nichts soll den Eindruck des Ortes trüben, auch keine Autos: "In einigen Straßen werden wir ein Parkverbot verhängen", kündigt der Bürgermeister an. Und ab 8.45 Uhr wird der Altort am Freitag sogar komplett für den Verkehr gesperrt. Der Bürgermeister hofft auf Verständnis von allen Anwohnern, im Gemeindeblatt und in der Dorfapp informiere er über alle Vorbereitungen für den Besuch der Jury.

15 Dörfer sind im Rennen

Im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" gehe es aber nicht nur um schöne Ansichten, sondern auch um die Entwicklung der Gemeinde. Deshalb will Gerner auch auf die vielen Initiativen und Projekte zum Thema Nachhaltigkeit eingehen. Zwei Juroren schauen sich parallel zur Dorfführung in der Gemarkung um und bewerten die Lage des Dorfes in der Landschaft. Mitlaufen werden unter anderem Vertreter des Landratsamtes, Landrat Thomas Bold und der Hammelburger Bürgermeister Armin Warmuth als Vorsitzender des Zweckverbandes Frankens Saalestück und der kommunalen Allianz. Los geht es gegen 9 Uhr, bereits gegen 11 Uhr trifft sich die Jury im "Eulentreff" zu einer ersten Rückmeldung. Das Ergebnis des Landeswettbewerbs gibt es erst nach der Begutachtung aller 15 Dörfer, die auf Bezirksebene mit "Gold" ausgezeichnet wurden. Im Oktober werden drei Sieger bekannt gegeben, die Bayern im kommenden Jahr beim Bundesentscheid vertreten.