Ausgiebig und temperamentvoll. So gestaltete sich die erste Sitzung des Gemeinderates im neuen Jahres. Gleich zu Beginn wurde der Antrag gestellt, die Sanierung der Sporthalle der Einhard-Schule aus der nichtöffentlichen in den öffentlichen Teil der Sitzung zu legen. Dazu gab es zunächst unterschiedliche Meinungen. Am Ende votierten die Räte aber doch einstimmig dafür, das Thema öffentlich zu behandeln. Allerdings sollten keine Kosten genannt werden.

Bürgermeister Peter Bergel (Bürgerblock) plant, die Verwaltungsgemeinschaft (VG) in die Sanierung der Turnhalle einzubeziehen. Er will einen Antrag an die Gemeinderäte aus Ramsthal, Sulzthal und Aura stellen, verbunden mit einem Kostenvoranschlag. Im Detail geht es um die Befestigung und Errichtung einer unteren Notzufahrt zur Schulturnhalle sowie um zusätzliche Parkplätze. Des Weiteren sollen die multimediale Ausstattung modernisiert sowie die Sanitäranlagen erneuert werden. Der Einbau von Lichttraversen sowie eines Stuhl- und Teppichlagers ist ebenfalls beabsichtigt.

Sporthalle als Veranstaltungsort

Die Sporthalle könnte so auch im außerschulischen Bereich genutzt werden, was für Euerdorf vorteilhaft wäre. Selbstredend können die VG-Partner dieses Recht auch für ihre Gemeinden einfordern, so sie sich an der Finanzierung beteiligen. In einem Vorgespräch mit den VG- Bürgermeistern sei Bergel jedoch auf wenig Gegenliebe gestoßen, denn die Partnergemeinden sind alle im Besitz von Veranstaltungsräumlichkeiten. "Wenn Euerdorf die Halle nutzen will, dann zu eigenen Kosten", habe es unisono geheißen. Den Antrag an die VG will der Marktgemeinderat dennoch stellen, wie das Gremium einmütig beschloss.

Ärger mit Radweg nach Wirmsthal

Eine Sanierung des Radwegs nach Wirmsthal ist nach relativ kurzer Zeit wegen Risse im Belag fällig. Der Weg ist Teil des Radwegenetzes des Landkreises und wurde von diesem auch geplant und gemeinsam mit dem Markt gebaut. Euerdorf will jetzt den Planer zu einer Stellungnahme auffordern und eventuell selbst ein Boden-Gutachten erstellen lassen. Zum Vorschlag, die Risse mit Flüssigmaterial auszugießen, befürchtete Christian Baumann (CSU/FWG) hohe Kosten für den Markt. Die Schuldfrage, ob bauliche Fehler, Frost oder Befahrung mit schweren Fahrzeugen, werde auf jeden Fall geklärt.

Diskussionen um Baugebiet

Zum geplanten Neubaugebiet "Neuländer weg" überraschte der Bürgermeister mit einer zweiten Konzeptvariante. So sollen drei Bauplätze im oberen Teil des Geländes wegen des Holzbearbeitungs-Platzes wegfallen. Mit der von Matthias Kirchner vor einem Jahr erstellten Planung - die der alte Gemeinderat mehrheitlich befürwortet hat - verschwinde ein Stück Grünland und Biotopfläche. Bergel schlug deshalb vor, nur 29 statt der geplanten 42 Bauplätze auszuweisen. "Sollten weitere Baugrundstücke benötigt werden ist immer noch eine Wohnbebauung möglich", sagte der Ratsobere.

"Wir haben die Flächen für einen stolzen Preis gekauft, die jetzt nichts einbringen", kritisierte Christian Erhard (CSU). Elmar Hofmann (Bürgerblock) wies darauf hin, dass die bisherige Planung nur einen Arbeitsentwurf darstellte, der noch nicht endgültig beschlossen ist. Stellvertretender Bürgermeister Michael Fell (CSU) riet, die Bauplätze am Holzplatz zu einem Minderpreis abzugeben. Heike Vogt (Bürgerblock) empfahl, die Planung noch einmal zurück an Kirchner zu leiten. Die Abstimmung fiel - gegen die Stimmen von Vogt und Edgar Röder (FWW) - für die bisherige Planung.

Kurz notiert

Zwei Bauanfragen, die Einrichtung einer Unterstellhalle und der Bau einer Lagerhalle im Wirmsthaler "Borngraben" erhielten die Befreiung von den Festsetzungen sowie von der Bauverpflichtung. Über den Rückbau der dortigen Straßenlaterne will die Gemeinde die technische Bauabteilung zu Rate ziehen. Dem Bau zweier überdachter Stellplätze am "Fasanenweg", Hausnummer 5 und 7, gab das Gremium grünes Licht. Für den Bau eines Einfamilienhaus mit Doppelgarage am Heiligenberg braucht der Werber ein statisches Gutachten für seine Stützmauer.

Zum Bebauungs- und Grünordnungsplan für das Kurparkresort "Hotel und Wohnen", Am Kurpark in Bad Kissingen, gab der Rat ein positives Votum ab. Im Rathausneubau in Euerdorf müssen die Rettungs- und Fluchtwege zum Preis von 2094 Euro ausgeschildert werden. Die Montage nimmt der Bauhof vor. Der Amtssitz erhält die Hausnummer 14.

Unter Beifall bestätigte das Gremium Laura Ferdin nach erfolgreicher Prüfung als offizielle, stellvertretende Feuerwehrkommandantin der heimischen Wehr. Das Nachrichtenblatt des Marktes erscheint wegen der Pandemie und der daraus datierenden, mageren Informationslage derzeit nicht.