Das "Haus für Kinder" durfte jüngst die Auszeichnung als "ÖkoKids" durch den Landesbund für Vogelschutz (LBV) und dem Bayerischen Staatsministerium für Umweltschutz entgegen nehmen. Die Auszeichnung gab es für engagierte Kindertageseinrichtungen in Bayern, die ein Bildungsprojekt zum Thema Umwelt und Nachhaltigkeit durchführten.

Ziel der Träger war es, die bayerischen Kindertageseinrichtungen sichtbar machen, "die sich mit dem Thema Umwelt und Nachhaltigkeit auseinandersetzen und somit dazu beitragen, Schlüsselkompetenzen und Werte im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung bei den Kindern zu fördern, sowie Nachhaltigkeit in der Einrichtung zu verankern" - so der LBV. Die Aktion wurde gerne angenommen - insgesamt 285 Einrichtungen wurden ausgezeichnet - darunter das "Haus für Kinder" in Euerdorf.

"Die Kinder waren gerne dabei", erklärt Leiterin Renate Kröckel, die bereits zahlreiche ähnliche Projekte mit den Kindern durchführte. Gemeinsam wurde das Thema beschlossen: "Meine Bohne - pflanzen, pflegen und versorgen." "Die Idee dazu hatten die Kinder aus den Waldtagen, die wir regelmäßig abhalten. Die Vorstellung, dass aus Eicheln oder Bucheckern Bäume wachsen, war für sie faszinierend. Deswegen sollte bei diesem Projekt auch etwas Großes wachsen." Jeder, der wollte, durfte sich am Projekt beteiligen. 16 Kinder entschlossen sich dazu.

Kinder beobachten genau

Zunächst wurden Ackerbohnen bei einem Biohof gekauft, diese einen Tag in Wasser und anschließend auf eine befeuchtete Watte gelegt, damit die Kinder die Veränderungen genau beobachten konnten. Hatten sich Wurzeln gebildet, wurden die Bohnen in ein Tontöpfchen gepflanzt. Jeden Tag wurde genau geschaut, wie sich die Bohne verändert und dies dokumentiert. "Voraussetzung für die Teilnahme am Projekt war auch eine entsprechende nachvollziehbare Dokumentation. Das ging natürlich nicht schriftlich. Jeder hat die Veränderungen an seiner Bohne gemalt", bemerkt Renate Kröckel, "Dabei haben die Kinder auch gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Jeder war für seine Pflanze allein verantwortlich." Schnell wurde die Pflanze so groß, dass sie im hauseigenen Hochbeet oder zuhause untergebracht wurden.

Das Durchhaltevermögen der Kinder hat sich ausgezahlt - das "Haus für Kinder" erhielt seine Auszeichnung. "Die Kinder freuen sich sehr darüber. Wir haben auch eine Plakette bekommen, die wir am Haus anbringen können." Auch zukünftig arbeitet das "Haus für Kinder" gerne an solchen Projekten. Vielleicht dann nicht unbedingt an Bohnen. Warum? Parallel zum Projekt wurde zur Mittagsverpflegung ein Bohnengericht angeboten. Das war nicht unbedingt der Renner.