Seit vielen Jahren versucht Norbert Schmäling in seinem Garten in Oberthulba, sich möglichst nachhaltig das ganze Jahr über selbst zu versorgen. Letztes Jahr gab er bei zwei Führungen in Oberthulba Tipps zur naturnahen Selbstversorgung mit dem Schwerpunkt der Bohnen. Dies fand im Rahmen des vom bayerischen Umweltministeriums geförderten Umweltbildungsprojekt des Bund Naturschutz "Das interessiert mich echt die Bohne" statt. Dieses Mal stand das Muldenbeet im Mittelpunkt, bei dem es um wassersparendes Gärtner geht - was im Zeichen der Klimaerwärmung zunehmend wichtiger wird.

Tendenz: trockener und heißer

2021 gab es im Mai, Juni und Juli enorme Niederschläge für den Garten. Aber in den vergangenen und sicher auch in den kommenden Jahren sind für den Gärtner eher Trockenheit und Hitze Faktoren, mit denen es umzugehen gilt. "Die Wachstumsperiode wird länger, die Winter frostfreier, das Frühjahr kälter," fasst Schmäling seine Beobachtungen zusammen, "Außerdem wechseln sich häufiger längere Trockenperioden mit Starkniederschlägen ab."

Lösung: Muldenbeet

Den Trockenperioden begegnet der Selbstversorger mit einem Muldenbeet, das weniger Verdunstungsfläche bietet als das Hügelbeet. Dazu wird im Winter ein ca. 40 mal 40 cm großer Graben im Beet ausgehoben. Dieser wird mit unterschiedlichster Biomasse voll geschichtet. Der Aufbau an der Oberfläche ähnelt einem flachen Hügelbeet mit Reisig, Kompost und darüber dann dem vorher beiseitegelegten Mutterboden. Zu Beginn der Wachstumsperiode wird gut gewässert. Bei dem Lehmboden in Oberthulba müssen dann der Blumenkohl und die Tomaten in der gesamten Wachstumsperiode gar nicht mehr bewässert werden.

Norbert Schmäling kommt mit optimaler und an die Natur angepasster Nutzung in seinem Garten auf einen maximal hohen Selbstversorgergrad an pflanzlichen Lebensmittel über das gesamte Jahr hindurch. Dazu gehören neben Kartoffeln, Spätkraut, Rote Beete, Karotten und Spargel auch allerlei Hülsenfrüchte. Diese verwendet der leidenschaftliche Gärtner im Sommer gerne als milchreife Weichkerne. Die ausgereiften Bohnen dienen als Saatgut und werden als Trockenbohnen m Winter in leckeren Gerichten verkocht.

Viele Komposthaufen

Der Garten ist umrahmt von Komposthaufen. Nachbarn liefern zusätzlichen Rasenschnitt für die Abdeckung der Hügelbeete als Mulchschicht. Schmäling erzeugt auch selber Pflanzenkohle, durch die der Boden aktiviert, die Gesundheit und Wuchsfreudigkeit von Pflanzen gefördert und das Wasserspeichervermögen verbessert wird. Es bildet sich allmählich schwarzer, fruchtbarer Dauerhumus; eben Terra Preta. Das hilft dem Gemüsegarten im Klimastress.

Mit den Prinzipien der Permakultur sieht er eine Chance, den immer extremeren Bedingungen zu trotzen. Er versucht trotz zunehmender Trockenheit, den Wassereinsatz minimal zu halten und Niederschlagswasser zurückzuhalten. Das Geheimnis für höhere Fruchtbarkeit im Garten ist konsequentes Mulchen, der Aufbau von Kompost und von Hügel- und Muldenbeeten, Mischkultur und der Anbau von resistenten und an die Erderhitzung angepasste Sorten.

Gärtnern minimiert den CO2-Fußabdruck

"Sich möglichst viel über seinen eigenen Garten zu versorgen, reduziert auch den eigenen CO2 Verbrauch und verbessert damit deutlich den eignen CO2 Fußabdruck; angefangen vom industriellen Anbau, der energetischen Konservierung und dem Transport bis hin zur Verpackung und der technischen Lagerung der Lebensmittel, die ich sonst einkaufen müsste," hält Schmäling das nachhaltige Gärtner für einen persönlichen wichtigen Beitrag die Erderwärmung im Rahmen seiner Möglichkeiten einzudämmen und weitere verheerende Unwetter statistisch seltener werden zu lassen.