Im Dezember und über den Jahreswechsel herrschte Stillstand, jetzt geht es weiter auf der aktuell größten Baustelle der Stadt Hammelburg: Für 7,2 Millionen Euro entsteht direkt neben dem Rathaus das künftige Bürgerhaus. Der Rohbau ist abgenommen, der Zeitplan sah eigentlich vor, dass das Gebäude zum Jahresende 2021 dicht sein sollte. Vor allem Schäden an der Bausubstanz des ehemaligen Kaufhauses und Ärger mit den Schutzgerüsten kosteten jedoch sechs bis acht Wochen Zeit. In der zweiten Januar-Woche lieferte die Zimmererfirma nun die ersten Bauteile für den Dachstuhl, in dieser Woche soll es weiter gehen, berichtet Stadtbaumeister Detlef Mohr.

"Die Hauptkonstruktion besteht aus satteldachförmigen Traggestellen aus Stahl", beschreibt Mohr den Dachstuhl: Zehn Ständer im Abstand von jeweils vier Metern würden verbaut. "Dazwischen wird die Quer-Sparren-Konstruktion gespannt, die aus Holz gefertigt ist." Das bilde die innere Ebene des Daches, auf der dann hölzerne Längssparren wie bei herkömmlichen Dachstühlen aufliegen. "Am Anfang war zunächst eine reine Holz-Konstruktion vorgesehen", erinnert sich der Stadtbaumeister, und: "Das hätten wir so nur mit Stützen hinbekommen." Deshalb hätten Planer und Statiker die Kombination aus Stahl und Holz vorgeschlagen. "Durch die nicht ganz übliche Konstruktion ist auch unter statischen Aspekten eine relativ filigrane Dachkonstruktion möglich."

Im Dachgeschoss ist deshalb lediglich der Giebel zum Marktplatz hin sowie - aus Brandschutzgründen - der Bereich rund um Treppenhaus und Aufzug und der unterste Teil der Dachschrägen zum Schillingsgässchen hin betoniert. Alles andere bauen die Zimmerer in den kommenden Wochen auf. "Diese Konstruktion wird gedämmt und mit Traglatten für die Eindeckung versehen", kündigt Mohr den weiteren Ablauf an. Für das Dach sei eine "altstadtverträglicher Biberschwanzdeckung in roter Färbung" vorgesehen.

Verzögert haben sich auch die Arbeiten am unterirdischen Durchgang zwischen Rat- und Bürgerhaus. "Der Beton musste noch richtig austrocknen", berichtet Stadtbaumeister Mohr. Deshalb sei entschieden worden, dass die Dachdecker den Durchgang und die frei liegende Ecke des Kellergeschosses abdichten und die Gasse zwischen Rat- und Bürgerhaus erst danach aufgefüllt wird. Sehr zufrieden ist Mohr mit den Rohbauarbeiten. Es seien kleinere Nacharbeiten notwendig gewesen, aber der Rohbau sei insgesamt "ziemlich mängelfrei" gewesen. Der Baucontainer am Marktplatz werde deshalb vermutlich bald abgebaut, allerdings werde trotzdem ein Baufeld auf dem Marktplatz benötigt, die Absperrung müsse also noch das ganze Jahr über stehen bleiben. Parallel zu den Arbeiten im Dachstuhl soll die Betonsanierung im Keller beginnen: Weil Decken und Wände verkleidet waren, seien die Schäden dort erst beim Abriss zum Vorschein gekommen. Weil das Dach noch nicht drauf sei, werde der Baukörper entgegen der ursprünglichen Planung auch nicht beheizt. Stattdessen wurden Elektroarbeiten und der Innenausbau auf März verschoben. Der Trockenbau werde in einer der nächsten Stadtratssitzungen ausgeschrieben.