Es ist davon auszugehen, dass die Bienen "durch den Kontakt mit dem Insektizid Fipronil geschädigt wurden", heißt es in einem Gutachten des Julius Kühn-Instituts in Braunschweig. Das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen ist die zentrale Untersuchungsstelle für Bienenvergiftungen.

Im Gutachten wird Fipronil als "stark bienentoxisch" bezeichnet. Das Mittel dient vor allem zur Ameisenbekämpfung in Haus- und Kleingärten. Die Bienen könnten sich also an einem Ameisenköder vergiftet haben. "Köderpräparate auf Zuckerbasis können Bienen bei unsachgemäßer Anwendung im Freien anlocken", schreibt das Institut.

Anfang Mai hatte Huppmann an seinen Kästen zahlreiche tote und sterbende Bienen entdeckt. Er schloss sofort auf eine Vergiftung mit einem Spritzmittel. Sein Verdacht fiel auf ein Rapsfeld in der näheren Umgebung. Allerdings fand die Untersuchung in dem von ihm gesammelten Pflanzenmaterial keine Spuren des Insektizids. Ein Zusammenhang mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf dem Rapsfeld ist laut Institut nicht nachweisbar.

In der eingeschickten Bienen- und Rapsprobe ließ sich allerdings auch noch der Wirkstoff Thiacloprid nachweisen. Thiaclopridhaltige Mittel sind als nicht bienengefährlich eingestuft. Das Datenblatt eines Produkts empfiehlt dennoch die Anwendung erst in den Abendstunden nach Bienenflug.

Huppmann weist außerdem auf Untersuchungen hin, die belegen, dass sich Rückstände des Wirkstoffs im Honig ablagern. Dass diese Problematik keine Berücksichtigung findet, kann er nicht verstehen. Er lässt noch eine zweite Pflanzenprobe von einem anderen Feld analysieren, um der Quelle der Vergiftung weiter nachzuspüren.
Huppmann appelliert in diesem Zusammenhang erneut an Landwirte und Gartenbesitzer, Rücksicht auf die Bienen und die Imkerzunft zu nehmen. "Ein Imker ist ein Lebensmittelunternehmer, wenn man so will. Er steht mit seinem Namen hinter seinen Produkten."

Landwirte und Imker profitierten eigentlich voneinander. "Die Bienen tragen mit ihrer Bestäubungsleistung ganz maßgeblich zum Ertrag bei", erklärt Huppmann.