Seit mehr als sechs Jahren wird in Langendorf zwischen dem Gewerbegebiet und Autobahn A 7 ein Verkehrskreisel als Ersatz für die westliche Autobahnauffahrt geplant und beraten. Zuletzt hieß es, mit dem Bau solle im Frühsommer 2020 begonnen werden. Doch noch ausstehende Untersuchungen und Gutachten führten zu weiteren Verzögerungen, weshalb es aktuell noch keine Baugenehmigung gibt und der Baustart des Kreisels sich somit weiterhin verzögert.

Ursprünglich sollte, so der Entwurf aus dem Jahr 2015, an der Einmündung der Kreisstraße 37 in die Bundesstraße 287 der "größte Kreisverkehr des Landkreises" mit einem Durchmesser von 50 Metern und einer sieben Meter breiten Fahrbahn für etwa 750 000 Euro gebaut werden, um den Unfallschwerpunkt an der bestehenden Auffahrt zur Autobahn A 7 in Richtung Würzburg zu entschärfen. Denn dort trifft der Schwerlastverkehr zum Steinbruch auf den Lastwagenverkehr des Gewerbegebiets sowie auf den normalen Durchgangsverkehr der Bundesstraße zwischen Bad Kissingen und Hammelburg.

Zwei Jahre später wurde die Planung geändert: Nun wollte man keinen eigenständigen Kreisel für den Gewerbeverkehr nur wenige Meter neben der Autobahnauffahrt haben, sondern die Kreisstraße 37 soll, statt auf die Bundesstraße zu münden, künftig direkt mit der Autobahnauffahrt in einem gemeinsamen Kreisel verbunden werden.

Die bestehende Langendorfer Kreuzung wäre damit überflüssig und soll aufgelöst werden. Da dafür die Kreisstraße über eine längere Strecke neu verlegt werden muss, übernahm das Landratsamt im Jahr 2017 die Federführung der weiteren Bauplanung in enger Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt (Schweinfurt) und der Autobahn GmbH des Bundes, ehemals Autobahndirektion Nordbayern.

Doch der für 2019 vorgesehene Baustart verzögerte sich. Zwar schien es in der Öffentlichkeit so, als würde tatsächlich begonnen. Doch statt der neuen Zufahrt aus dem Gewerbegebiet wurden an der künftigen Trasse der Kreisstraße lediglich vorbereitende Arbeiten durchgeführt: Archäologen untersuchten den Boden, der durch Verfärbungen auf eine Siedlung im Früh- und Hochmittelalter hinwies. Tatsächlich stießen die Fachleute im Mai vergangenen Jahres bei Grabungen auf einem 220 Meter langen und zehn Meter breiten Streifen auf Überreste von vier Grubenhäusern und fanden unter anderem wellenbandverzierte Keramik (wir berichteten).

Doch die Ausgrabungen waren nicht der eigentliche Grund für die Bauverzögerung, da diese grundsätzlich eingeplant waren. Vielmehr mussten "erweiterte Lärmgutachten und Gutachten zur Behandlung des dort anfallenden Niederschlagwassers in Auftrag gegeben werden", wie das Landratsamt jetzt auf Nachfrage erläuterte. Diese Gutachten sind momentan noch in Arbeit. Erst nach Vorlage befriedigender Ergebnisse kann eine Baugenehmigung erteilt werden. Wann diese vorliegen wird, ist noch ungewiss, weshalb auch der Baubeginn des Langendorfer Kreisels noch unbestimmt ist.

Genaue Kosten noch unklar

Auch der aktuell geplante Verkehrskreisel soll wie sein Planungsvorgänger einen Durchmesser von 50 Metern haben. "Genaue Kosten können wir noch nicht nennen, da diese von den weiteren Ergebnissen der Planung abhängig sind", teilte das Landratsamt mit. Die gesamte Baumaßnahme ist vorerst mit 3,2 Millionen Euro budgetiert. Die endgültigen Kosten werden abschließend gemäß den aktuellen Verkehrszahlen zwischen dem Staatlichen Bauamt, der Autobahn GmbH und dem Landkreis Bad Kissingen aufgeteilt.