Private Bauanträge und die Schaffung von neuem Bauland nahmen auch in der jüngsten Stadtratssitzung einen großen Teil ein: In Obereschenbach will ein privater Investor sechs neue Bauplätze schaffen, die Pläne dazu liegen demnächst aus. In Pfaffenhausen sollen immerhin drei Bauplätze dazu kommen. Zudem genehmigte das Gremium mehrere Bauvorhaben. Die Entscheidungen fielen zwar alle einstimmig, beim Bau eines Mehrfamilienhauses mit sechs Wohnungen im Gebiet "Am Rod" gab es allerdings eine längere Diskussion.

Es handle sich zwar um eine "sehr dichte Bebauung", trotzdem befürwortete Stadtbaumeister Detlef Mohr das Projekt Am Rod. Die bisherige Baulücke sei kaum einsehbar. Das Grundstück ist zum Baugebiet hin nur rund 19 Meter breit, die Seite zur Berliner Straße hin ist dagegen 50 Meter lang. Mohr berichtete, dass alle Nachbarn oberhalb bereits unterschrieben haben, lediglich eine Stellungnahme stehe noch aus. Der Architekt habe das Grundstück gut ausgenutzt, es entstünden sechs Wohneinheiten auf zwei Ebenen, trotzdem würden alle Abstandsflächen eingehalten.

Es gebe auch nur eine Abweichung vom Bebauungsplan: Der Architekt sieht ein Flachdach vor, das als Grasdach begrünt werden soll. Der Baukörper falle dadurch niedriger aus als viele Einfamilienhäuser. Sogar die geforderten neun Stellplätze für Pkw habe der Architekt auf dem Grundstück untergebracht. 3. Bürgermeister Christian Fenn (Junge Liste) erinnerte daran, dass am Rod ein Bebauungsplan mit strengen Regeln umgesetzt wurde, zum Beispiel seien nur Kniestöcke mit 25 Zentimetern Höhe erlaubt gewesen. Fenn befürchtete Widerstände von Anliegern und schlug vor, dass der Bauherr aufgefordert wird, das Gebäude mindestens 70 Zentimeter tiefer im Gelände zu realisieren. Laut Stadtbaumeister habe es bereits Gespräche gegeben, die Stadt könne dazu allerdings keine Auflagen machen.

CSU-Stadtrat Patrick Bindrum verwies darauf, dass es in unmittelbarer Nähe bereits ein Gebäude mit noch mehr Wohnungen gibt. Verdichtete Bebauung sei also nicht neu dort. Auch seine Fraktionskollegin Gudrun Schubert verwies auf größere Projekte, die in anderen Teilen der Stadt genehmigt wurden. Das Gremium stimmte zu, Stadtbaumeister Mohr kündigte trotzdem ein Gespräch mit dem Bauherrn an. Zudem soll bei bereits realisierten Projekten geprüft werden, ob die geforderten Stellplätze auch wirklich gebaut wurden.

Zu Beginn der Sitzung gab Bürgermeister Armin Warmuth bekannt, dass der Bebauungsplan "Burkersrasen" in Obereschenbach fertig ist. Die Pläne werden von 21. Juni bis 21. Juli öffentlich ausgelegt und online gestellt. Das Gebiet wird von einem privaten Investor erschlossen, Details regelt ein städtebaulicher Vertrag mit der Stadt. Auf rund 5900 Quadratmetern sollen sechs Bauplätze und die Zufahrten entstehen. Ausgleichsflächen seien in der Gemarkung Obereschenbach geplant. Die Aufstellung hatte der Stadtrat bereits im September 2020 beschlossen.

Neues Bauland soll zudem auf dem Gelände der ehemaligen Wasserversorgung der Bundeswehr in Pfaffenhausen entstehen. Der Eigentümer plant die Schaffung von Baurecht im Rahmen einer Einbeziehungssatzung. "Das ist die einfachere Form eines Bebauungsplanes", erklärte Mohr. Weil lediglich drei Bauplätze entstehen sollen und der Bereich ringsum bebaut sei, habe das Landratsamt dem Vorgehen zugestimmt. Auflagen seien, dass die gewachsene Siedlungsstruktur und bestehende Bäume erhalten werden. Die Bauplätze werden an die Pfaffenhausener Straße angebunden, der Eigentümer will zwei der drei Flächen verkaufen.

Eine besondere Herausforderung sei der ehemalige Wasserstollen auf dem Gelände. Er soll lediglich mit einem Weg, aber nicht mit Gebäuden überbaut werden. Auch für dieses Projekt gibt es einen städtebaulichen Vertrag mit der Stadt. Wie auch in Obereschenbach und bei anderen ähnlichen Vorhaben, muss der Eigentümer sämtliche Planungs- und Erschließungskosten übernehmen. Insgesamt ist das Gelände rund 5950 Quadratmeter groß, allerdings wird weniger als die Hälfte davon zu Bauland umgewidmet, der größere Teil bleibt Außenbereich. Der Stadtrat stimmte dem Vorhaben einstimmig zu.

Diebach Geändert hat ein Bauherr seine Pläne für ein Einfamilienhaus mitten in Diebach. Stadtbaumeister Detlef Mohr berichtete, dass die Einliegerwohnung entfalle und die Garage an die St.-Georg-Straße versetzt werde. Der Stadtrat stimmte der neuen Planung zu. Im Gremium beraten wurde auch der Anbau eines Wintergartens auf einem Grundstück am Galgenberg, weil das Vorhaben im Außenbereich liegt. Es gab keine Einwände. Längere Diskussionen mit Nachbarn gibt es wohl über eine geplante Lagerhalle in der Häfnerstraße. Nachbarn verweigerten die Unterschriften. Die rund 20,5 auf 13 Meter große Halle liege im Mischgebiet, das Vorhaben sei städtebaulich vertretbar, sagte Mohr. Auf Nachfrage teilte der Bauherr mit, dass in der Halle landwirtschaftliche Geräte, Wohnwagen und historische Gegenstände gelagert werden sollen. In Absprache mit dem Landratsamt empfahl der Stadtbaumeister eine Genehmigung. Falls zum Beispiel zu viel Holz auf dem Grundstück gelagert werde, müsse die Kommune einschreiten.

Untererthal Keine Einwände gab es gegen den Teilumbau einer Scheune in der Johann-Nepomuk-Straße: Rund ein Drittel der Scheune bleibt erhalten, der Rest wird zum Wohnhaus, daneben entsteht eine Garage. Das Gebäude erhält eine Durchfahrt in den Hof, die notwendigen Stellplätze werden geschaffen. Zustimmung gab es auch für den Bau eines Carports mit Abstellraum im Schlehenweg sowie eine Hallenerweiterung auf dem Gelände des Sägewerks.

Obererthal Auf einem Aussiedlerhof bei Obererthal wollen die Hofnachfolger an der Stelle einer früheren Halle ein Wohnhaus mit Einliegerwohnung errichten. Das Bestandsgebäude soll laut Mohr als Altersruhesitz genutzt werden. Der Stadtbaumeister sieht das geplante Gebäude durch die Angliederung an den vorhandenen Hof als landschaftlich verträglich an, schlägt aber Holz-Verkleidungen und Eingrünung vor.

Westheim Keine Einwände gab es gegen den Abbruch eines Wohnhauses in der Paulstraße. Das Gebäude im Altort und in Sichtweite zur Kirche stehe seit Langem leer. Was an der Stelle in Zukunft geplant ist, sei nicht bekannt. Lediglich eine Voranfrage gab es zum Abriss einer Scheune am Ende der Westheimer Straße. Aus Sicht des Stadtrates steht nach dem Abriss einem Ersatz durch ein Wohnhaus nichts entgegen, allerdings müsse der Bauherr andere Behörden einbeziehen, unter anderem das Wasserwirtschaftsamt.rr