Laut der Homepage der Einrichtung ermöglichten freiwillige Gaben die Entstehung. Weil Hammelburg damals zum Hochstift Fulda gehörte, dürfte die Gründung auf den damaligen Fürstabt Heinrich VI. von Hohenberg zurück gehen, der Grundbesitz überließ.

Im Jahr 1404 erhielt das Spital eine eigene Kirche in einem gesonderten Anbau. Sie war dem heiligen Nikolaus geweiht. Die heutige Bürgerspitalkirche geht in ihrem Grundriss und Mauerwerk zurück auf die Zeit der Entstehung zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Der alte Spitalbau war ein stattliches Haus mit treppenartigen Giebeln ähnlich dem Hammelburger Rathaus, das die Häuser seiner Umgebung beträchtlich überragte. Der Spitalbau bildete mit seinen Wirtschaftsgebäuden eine geschlossene Hofanlage. Von 1668 bis 1817 dienten einige Spitalzimmer als Lehrsäle für das städtische Gymnasium.

Ordensschwestern bis 1991

Ein großer Einschnitt war der Hammelburger Stadtbrand am 25. April 1854: Das komplette Areal brannte ab und wurde nicht wieder in der ursprünglichen Größe aufgebaut. Stattdessen wurde eine zusätzliche Straße, die heutige Josef-Schultheis-Straße, mitten durch das Gelände gelegt und damit das eigentliche Heim vom Wirtschaftshof getrennt. Fraglich ist, wie sich das Haus ohne diese Aufteilung wirtschaftlich hätte weiterentwickeln können. Die Fassade wurde nach dem Brand im neugotischen Stil angebaut.

Im Jahr 1862 schloss der Magistrat der Stadt Hammelburg einen Vertrag mit den Franziskanerinnen des Klosters Maria Stern in Augsburg. Die Sternschwestern übernahmen Pflege und Hauswirtschaft. Als Entschädigung gab es freie Kost und Logis. Die letzte Ordensfrau verließ das Bürgerspital 1991, danach ging die Trägerschaft zurück an die Stadt Hammelburg.

Während des Ersten Weltkrieges diente das Spital als Lazarett. Am 22. August 1932 setzte ein Blitz ein gegenüberliegendes Wirtschaftsgebäude in Brand. Die Gebäude des Spitals brannten aus, wirtschaftliche Vorräte und Maschinen wurden vernichtet. Im April 1945 war der Bürgerspitalkeller während eines Luftangriffes Zufluchtsort für die Bevölkerung. In unmittelbarer Nähe schlug eine Bombe ein und zerstörte die Fenster des Spitals und der Kirche.

Die Einrichtung wurde in den Jahren 1996/97 und 2003/04 generalsaniert. Laut Bürgermeister Armin Warmuth gab es 2004 einen Beschluss des Stadtrates, den Betrieb des Altenheimes abzugeben. Nach drei Jahren erfolgloser Verhandlungen legte der Stadtrat 2007 fest, dass Trägerschaft und Betriebsführung bei der Stadt bleiben.