Erstaunen und Unverständnis löste eine Information des Landratsamts in der Sitzung des Marktgemeinderats aus. In der Nachbar-Gemeinde Aura ist beabsichtigt, in den Sommerferien den Wildbach auf die gegenüberliegende Seite der "Schrenk" zu verlegen, eine Maßnahme des Wasserwirtschaftsamts.
Die notwendige Straßenaufgrabung unterbindet jeglichen Verkehr aus Richtung Wittershausen, auch die Busverbindungen zwischen Aura und Euerdorf. Das Landratsamt schlug deshalb vor, für die Busse während der Bauzeit über eine Umleitung zur Ruine Aura und zur "Wildfuhr" in Euerdorf zu führen. Dazu soll die Marktgemeinde bis Ende des Monats Stellung nehmen, so die Behörde.


Protest zu erwarten

Wer diese Strecke kennt, kann sich nur wundern. Die Maßnahme zieht voraussichtlich nicht nur den Protest der Anwohner der so genannten "Breet" wegen der zu erwartenden Staub- und Lärmbelastung nach sich, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Ablehnung der Landwirte und der Jagdpächter.
Bürgermeisterin Patricia Schießer lehnt diese Streckenführung ab und befürwortet stattdessen einen "Stich-Verkehr", dessen Endpunkt oberhalb der Auraer Schrenk liegt. Busse - und der vermutlich begleitende Individualverkehr, der aller Voraussicht nach ebenfalls die vorgeschlagene Führung nutzen wird - müssen über einen anderen Weg Euerdorf erreichen. Elmar Hofmann plädierte dafür, die betroffenen Anwohner zu befragen. Die Gemeinde reagiert ob des knappen Zeitraums mit einem Schreiben an das Landratsamt, mit der Bitte um Alternativ-Vorschläge.


Marktareal wird erweitert

Im Zuge der 1300-Jahr-Feier erließ der Rat eine Neufassung der Freigabe verkaufsoffener Sonntage bei Märkten. Demnach wird das Marktareal erweitert und umfasst neben dem Marktplatz und der Kissinger Straße auch die Schweinfurter- und die Hammelburger Straße. Dafür verlangt der Markt eine Standgebühr von 50 Euro an den beiden Markttagen.
Den Bericht des Rechnungsprüfungsausschusses für das Jahr 2014 legte dessen Vorsitzender, Michael Fell, auf. Demnach gab es keine größeren Beanstandungen, die Buchführung ist nach Stichproben exakt. Die Jahresrechnung wurde festgestellt, die Bürgermeisterin einstimmig entlastet.


Grünes Licht erteilt

Für die Instandsetzung der Kissinger Straße, respektive den Abtransport des nach dem Schälverfahren entstandenen Materials, gab das Rats-Gremium grünes Licht. Der Preis für die Maßnahme beträgt brutto rund 21 000 Euro. Ebenso befürworteten die Räte die Ausbesserung und Reinigung der Alten Saalebrücke, die mit gut 5000 Euro zu Buche schlägt. Eine Schenkung von Ceretiten-Platten - versteinerte Ur-Tiere - aus der Sammlung von Roman Kernwein nahm die Gemeinde an.
Keine Einwände gab es gegen den Abbruch der Hinterhof-Bebauung in der Hammelburger Straße 10 bis 14, wo das neue Rathaus entsteht. Kritische Aspekte ergaben sich beim Bauantrag eines Einfamilienhauses eines Bewerbers an der Ringstraße durch die Abstandsflächen und die zu hohe Bauweise. Dazu soll die Baubehörde des Landratsamts Stellung nehmen. Der Antrag wurde zurückgestellt.
Für die Errichtung eines Einfamilienhauses am "Heiligenberg" erhielt der Bauwerber die Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans. Eine Isolierte Befreiung soll einem Antragsteller die Überdachung seiner Terrasse in der Alten Kissinger Straße ermöglichen. Der Markt konnte mit Hilfe der Unterstützung des Bezirks zwei Wegekreuze sanieren.