Im letzten Jahr hat es gerade noch geklappt, heuer bleiben die Faschingsbühnen leer. Das vertrackte Virus mit alle seinen Konsequenzen vereitelt jegliche, närrischen Live-Aktivitäten. Keine stimmungsvollen Prunksitzungen, keine rassigen Gardetänze, kein viel umjubeltes Männerballettturnier und keine beklatschten Faschingszüge. Die Narren tragen Trauerflor.

Dennoch - eingefleischte "Fosenöchter" stecken so schnell nicht auf. "Ä bissle Fosenocht muss sei", sind sich die Faschingsvereine und -clubs im Altlandkreis einig - notfalls gepostet über soziale Medien wie Facebook, Twitter, Youtube oder Instagram.

So sieht das auch die Hammelburger Karnevalsgesellschaft (HaKaGe). Am Faschingssamstag, 13. Februar, wenn normalerweise die Faschingssitzung wäre, wollen die Verantwortlichen auf Youtube eine "Faschingssession im Schnelldurchlauf" posten. Der Film, der eigens mit der Gema abgeklärt werden musste, wird über Instagram und Facebook verlinkt. Hinter dem Filmchen "steckt viel Arbeit, aber es macht uns auch Spaß", erzählt Vorsitzende Julia Keidel. Sieben Vereinsmitglieder haben sich zusammen gesetzt - natürlich bei einem Online-Meeting - und überlegt, wie man trotz Corona die Faschingsfreunde ein wenig zum Lachen bringen könnte. "Am Anfang fragen wir uns immer 'war überhaupt was?' und am Ende müssen wir dann kürzen", sagt Keidel und lacht.

Das Ergebnis ist ein aktueller Dreh - von der Schlüsselübergabe mit Sitzungspräsident und Bürgermeister - bis hin zu Sketchauftritten mit aktuellen Hammelburger Themen, moderiert von Holger Augsburg im Dinner for one-Style, gespickt mit Bildern und Videos aus der Session 2019/2020. Tim Augsburg und Kilian Warmuth haben den technischen Part übernommen. "Und wenn die Zuschauer nur halb so viel Spaß haben, wie wir bei den Vorbereitungen und den Dreharbeiten, dann hat sich die Arbeit schon gelohnt", ist sich Julia Keidel sicher. Der Link ist ab 13.2. um 19.11 Uhr über die Homepage der HakaGe (www.hakage.de) freigeschaltet - frei nach dem Motto "A bissle was geht immer - Faschingssession im Schnelldurchlauf".

Mitmachtüten und Zugangscode

Die Untererthaler Karnevalsgesellschaft (UKG) startet bereits diesen Samstag, 6. Februar einen Online-Kappenabend für Aktive und Mitglieder, organisiert vom Vorstand und abrufbar über einen erhaltenen Zugangscode. "Für den närrischen, digitalen Samstagabend gibt es auch Mitmach-Tüten bei UKG-Vize Marc Scheller oder in der Bäckerei Schneider in Untererthal. Enthalten sind gebräuchliche Faschingsutensilien, Luftschlangen, Hütchen, Süßigkeiten, etc.

In den Abend eingebettet sind Spiele a la "Montagsmaler". Für die Jüngsten, die Kinder- und Jugendgarde, sowie den Nachwuchs von Aktiven und Mitgliedern gibt die UKG Wimpel aus, die von den Kids gestaltet, bemalt oder beklebt werden können. Sobald sie fertig stind, werden die bunten Unikate während der gesamten närrischen Zeit am "Freien Platz" im Stadtteil aufgehängt.

Karnevals-Quitz für alle

Beim "UKG-Dorfrunden-Karnevals-Quiz" können von Faschingssamstag bis zum Rosenmontag alle mitspielen. An fünf verschiedenen Stationen im Dorf sind Bilder ausgestellt. Dazu gibt es Fragen über den Fasching, für kleine und erwachsene Rätsel-Freunde. Die Buchstaben hinter der richtigen Antwort ergeben einen Lösungssatz. Wer ihn errät, kann gewinnen. Verlost werden zweimal zwei Eintrittskarten für die nächste UKG-Prunksitzung und dreimal "Fasching in der Tüte" für die Kinder, die ihre Eltern bei der rätselhaften Dorfrunde begleiten.

Komplettes Programm

Der Fuschter Faschings-Club (FFC) ist bereits "auf Sendung" mit seinem Projekt "Stay home, feiert Fasching", mit dem er aus dem reichhaltigen FFC-Fundus schöpfen kann. Von der siebenteiligen Staffel auf Youtube sind die beiden Folgen Kinder- und Jugendgarde und "Spaß in der Bütt" bereits gelaufen, können aber immer noch angesehen werden.

Am Samstag, 6. Februar, ist ab 20.21 Uhr der Programmpunkt "Standspagat und Rad - Gardetanz und Tanzmariechen" vorgesehen, für Donnerstag, 11. Februar, ein Weiberfasching "0n air". Zur genannten Zeit folgen am Samstag, 13. Februar, "Sketche am laufenden Band", am Rosenmontag, 15. Februar, "Men on Stage" und am Faschingsdienstag die "Showtanz-Night".

"Wir haben den digitalen Fasching bereits im August beschlossen als sich abzeichnete, dass Live-Auftritte nicht in Frage kommen", informierte Vize-Präsident Benny Schaupp, und fügt hinzu: "Die Serie war ein gutes Stück Arbeit über rund 200 Stunden". Das Training lief trotzdem weiter "um die Moral aufrecht zu erhalten", so Schaupp. Er befürchtet - und er kennt sogar einige Fälle - bei denen Aktive infolge der Pandemie ihre Mitwirkung in einem Verein beendet haben. "Dem wollten wir vorbeugen", betont er.