Es war das "Rundum-Sorglos-Weihnachtspaket": Einen Weihnachtsbaum bei der Freiwilligen Feuerwehr kaufen und sich davor oder danach noch eine Corona-Schutzimpfung abholen. Die Aktion der Wehr und der BRK Helfer vor Ort-Gruppe war ein durchschlagender Erfolg für die Kooperationspartner und die Bürger, die diese Chance wahrnahmen.

Sowohl die Corona-Impfmöglichkeit, wie auch der Kauf eines Christbaums lockten die Menschen. Nicht nur Euerdorfer sondern Bürger aus der gesamten Verwaltungsgemeinschaft und des näheren Umlands fanden sich am Vorplatz des Feuerwehrhauses und im Rathaus ein, denn: Jeder konnte die medizinische Offerte unbürokratisch in Anspruch nehmen. Es gab genügend vom Moderna-Impfstoff. Laut dem Euerdorfer Hausarzt Dr. Markus Holleber standen 1400 Dosen bereit. Die Floriansjünger wiederum hatten 340 Nordmanntannen aus dem Spessart im Angebot.

"Die hohe Impfbereitschaft hat uns überrascht", erklärt Holleber unisono mit Dirk Zirwick von den Helfern vor Ort. Vielleicht lag es ja an dem neckischen Motto "Hier sticht der Arzt, nicht der Baum", mit dem die Organisatoren besonders junge Menschen ansprechen konnten.

"Schon eineinhalb Stunden vor Öffnung standen die ersten Impfwilligen vor der Türe, womöglich in der Sorge, dass der Impfstoff nicht ausreiche", vermutete der Arzt. Doch die Mediziner und ihre Helfer vom Roten Kreuz hatten die Lage jederzeit im Griff. Wo es nötig war führten Holleber, Bürgermeister und Hausarzt Peter Bergel, Dr. Jürgen Sobtzick, Dr. Anne Bohl und Dr. Katrin Lauer auch einmal ein Beratungsgespräch, wenn ein Impfling unsicher war. Der Rest der 1400 Dosen, die ohnehin zu viel zum Verimpfen gewesen waren, wird an die Hausärzte verteilt.

Der Stellvertretende Vorsitzende der Euerdorfer Wehr, Peter Betz, berichtete zur Mittagszeit von rund 300 verkauften Christbäumen. Von Wehrmännern am Stamm zugespitzt und eingenetzt fuhren die Helfer den Baum auf Wunsch auch nach Hause. Auch hier kamen Menschen aus der ganzen Umgebung vorbei, um sich einen frisch geschlagenen Tannenbaum zu sichern. Für jeden verkauften Baum erhält die Feuerwehr einen Pauschalbetrag, den sie für einen sozialen Zweck zur Verfügung stellt.

Die Feuerwehrleute bekamen nach der Aktion ebenfalls die Gelegenheit, sich impfen zu lassen. Unter dem Strich erhielten 120 Personen eine Impfung, wobei sowohl Erst-, Zweit- und auch Boosterimpfungen verabreicht wurden. Bei der Feuerwehr waren am Ende nur noch einige wenige Tannenbäume übrig.