Doppelten Grund zum Feiern hat heute die Mittelschule Oerlenbach: Vor 50 Jahren wurde das Schulhaus Oerlenbach eingeweiht und in den vergangenen Monaten der Pausenhof völlig neu gestaltet. Deshalb haben die Verantwortlichen ein Schulfest organisiert, das heute stattfindet.

Schon vor 1963 gab es in Oerlenbach eine Schule. In seiner Ortschronik erwähnt Andreas Werner ein erstes Schulhaus aus dem Jahr 1693, "klein und unansehnlich mit zwei Fenstern, eines für den
Unterrichtsraum und eines für die Lehrerwohnung". 1720 folgte ein Erweiterungsbau, da die Kinderzahl angestiegen war. Die damals kleine Gemeinde Oerlenbach konnte das Haus nur schwer unterhalten, wie Werner belegt. Nur Notrenovierungen konnten realisiert werden. Erst 1833 sei die Gemeinde einen Schritt weiter gekommen: "Das Haus mit den Nebengebäuden Holzhalle, Vieh- und Schweinestall, Keller und Heuboden ist fast unbrauchbar und unbewohnbar, weshalb die Einleitung zu einem neuen Schulbau getroffen ist." Während des Baus fand der Unterricht im Rathaus statt.

Arbeiten begannen 1962

Heute gibt es noch Gebäude, die einst Schule waren: an der Hauptstraße und an der Heglerstraße, wo in den Nachkriegsjahren das ehemalige Sanitätsgebäude des Lufttanklagers als Schule genutzt wurde. Doch die Räume reichten wegen gestiegener Schülerzahlen bald nicht mehr aus. 1961 beschloss der Gemeinderat einen Neubau, den das Architekturbüro Wiesner vom Torhausatelier Bad Neustadt für das neue Dorfzentrum plante, zu dem bald Rathaus, Kirche, Kindergarten und Feuerwehrhaus kamen. 1962 begannen die Arbeiten, ehe am 25. August 1963 die Einweihung folgte. Im zweigeschossigen Längsbau waren im Erdgeschoss Küche, Werkraum, Heizung und Toiletten sowie im Obergeschoss vier Klassenzimmer untergebracht. Im Quertrakt waren Lehrer- und Schulleiterzimmer sowie Garderobe, während im Anschluss ein eingeschossiger Längsbau nochmals zwei Klassenzimmer beherbergte. Dazu kam ein Pausenhof mit Grünzonen. Der Bau kostete damals umgerechnet 750 000 Euro, eine Riesensumme, die damals dem Gesamtjahresetat entsprach.

Mit Gemeindeverwaltung

Der Unterricht konnte erst am 3. November 1963 aufgenommen werden, da sich der Straßenbau verzögerte. Die Schule war damals dreizügig. 1965/66 kam bereits eine vierte, 1967/68 eine fünfte Klasse hinzu. Ein Raum diente bis 1967 der Gemeindeverwaltung, ehe diese in das neue Rathaus übersiedelte. Außerdem wurde ein Raum für Gymnastik genutzt, da eine Sporthalle fehlte.

Mit der Bildung einer Verbandsschule Ebenhausen/ Eltingshausen/ Oerlenbach einschließlich der Einführung der 9. Klasse 1969 war das Schulhaus "ausgebucht". Die damals 536 Schüler in 14 Klassen waren auf die drei Schulhäuser verteilt, sechs davon in Oerlenbach. Im Schnitt gehörten über 38 Kinder einer Klasse an. Die erste 9. Klasse zählte 42 Jugendliche.

Trakt wurde aufgestockt

Als 1974/75 die Haupt- und zwei Jahre später die Grundschüler aus Rottershausen dazu kamen, stieg die Zahl auf 552 beziehungsweise 583 Kinder in 19 Klassen an. Neue Räume waren nötig. 1977/ 78 wurde der eine Trakt in Oerlenbach aufgestockt, um zwei weitere Klassenzimmer zu schaffen. Schließlich folgte 1980 die Erweiterung der Oerlenbacher Schule für Klassen-, Fach- und Verwaltungsräume. Parallel wurde das Schulhaus in Eltingshausen nicht mehr genutzt.

Umgestaltet wurde im vergangenen Jahr der Pausenhof zu einer Erlebnislandschaft mit Klettergerüst, Bodentrampolin, Sitzbereichen, Ruhezonen, Wellenrutsche, Spieltribüne und Erlebnispfad sowie Grünflächen mit Blumen, Sträuchern und Bäumen. In die Ausführung unter der Leitung von Landschaftsarchitektin Miriam Glanz waren Gemeinde, Schulleitung, Lehrer, Eltern und Schüler einbezogen.


Jubiläum und Einweihung in einem Fest


Termin Das Schulfest findet von 13 bis 17 Uhr statt. Dazu kommt das "MainSpielMobil" mit einer Unmenge von Spielen. Der Elternbeirat sorgt für Deftiges sowie Kuchen und Torten.

Stargast Um 14 Uhr wird Sa brina Buchholz, Mitglied der deutschen Weltmeister-Biathlon-Mixed-Staffel 2008, ein T-Shirt mit den Originalunterschriften der erfolgreichen deutschen Biathleten versteigern. Sabrina Buchholz ist seit dem vergangenen Jahr nach Ende ihrer erfolgreichen Sportkarriere als Lehrkraft am Aus- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei Oerlenbach tätig. khw