Als Werner Rauh seinen Dienst als Geschäftsleiter in Oerlenbach antrat, musste er gleich "ran". Das berichtet der frühere Bürgermeister Siegfried Erhard. Rauhs Vorgänger war zum Bürgermeister von Elfershausen gewählt worden, die Einarbeitungszeit fiel deshalb aus. Nun - rund 31 Jahre später - endet der Dienst für Werner Rauh im Oerlenbacher Rathaus. Er hatte diesmal Zeit, seinen Nachfolger Jürgen Markert einzuarbeiten, war noch bis Mitte April täglich in seinem Büro, das damals, an seinem allerersten Tag noch der Arbeitsplatz des 1. Bürgermeisters gewesen war.

Sehr guter "zweiter Mann"

Siegfried Erhard, der 24 Jahre mit ihm zusammengearbeitet hat, lobt Rauh als hervorragenden zweiten Mann im Rathaus. Bürgermeister Erhard hatte damals einige Ehrenämter übernommen, und war deshalb häufig nicht in seinem Büro. In der langen Zeit von Werner Rauh, so Siggi Erhard, hat sich vieles geändert, von der Bedeutung der EDV über die Gründung interkommunaler Allianzen bis hin zu aufwändigen Verfahren bei der Dorferneuerung oder der Städtebauförderung.

Werner Rauh erinnert sich noch gut an diesen Oktobertag anno 1990 - nur einen PC habe es im Rathaus gegeben, Karteikarten und große Ordner-Archive beherrschten die tägliche Arbeit an den Schreibtischen seiner Kollegen. Er lobt alle seine vier Bürgermeister (Gerhard Fischer hatte die Amtsgeschäfte für den erkrankten Franz Kuhn einige Zeit übernommen) und den Gemeinderat. Die meist einstimmigen Beschlüsse im Gemeindeparlament sieht Rauh als Vorteil: den Bürgermeistern und Ratsmitgliedern war es stets gelungen, alle Ortsteile zu berücksichtigen, Pläne waren - so Rauh - mit Fingerspitzengefühl und Ernsthaftigkeit vorbereitet und umgesetzt worden. Die Heglerhalle war in seiner Amtszeit das einzige große Projekt, das mit einem Kredit finanziert werden musste, berichtet er.

Viele Wahlen organisiert

Werner Rauh hat eine lange Liste von Wahlen begleitet und verantwortet: Urnengänge für das Europaparlament, für den Bundes- und Landtag, regionale Wahlentscheidungen über den Bezirks-, Kreis- und Gemeinderat waren darunter. Über 20 dieser Entscheidungen hatte der Geschäftsleiter mitorganisiert und geleitet. Dazu gesellten sich noch Volksentscheide auf den verschiedenen kommunalen Ebenen.

Nach Erhard arbeiteten rund fünf Jahre dessen Nachfolger Franz Kuhn, elf Monate Gerhard Fischer und seit Mai 2020 der neue Bürgermeister Nico Rogge mit dem leitenden Beamten zusammen. Alle lobten Rauh, der in der Gemeinderatssitzung mit der Bürgermedaille ausgezeichnet wurde, für dessen loyale Arbeit, stellten das große - insbesondere juristische - Wissen des Geschäftsleiters in den Vordergrund und wünschten dem künftigen Pensionär, dass er seinen "Unruhestand" genießen soll. Werner Rauh freut sich auf sein "Rottershausen", wo er lange Jahre in den Vereinen und in der Vereinsgemeinschaft tätig war. Natürlich fallen ihm besonders die großen gemeinsamen Feiern ein, die Heimatfeste und Schneepartys. Einen konkreten Plan, welchem Hobby er in seiner Freizeit frönen will, hat frisch gebackene Pensionär aber noch nicht.

Rogge schätzt Rauh für dessen ruhige, ausgleichende Art und war als junger Bürgermeister sehr froh, auf den Erfahrungsschatz des lang gedienten Geschäftsleiters zurückgreifen zu können. Auch in den letzten Monaten seiner Dienstzeit standen noch große Projekte an. Die Maßnahmen am Gewerbepark A71 nennt Rogge als Beispiel. Werner Rauh habe den Leitsatz von Siggi Erhard "Wo Oerlenbach ist, ist vorne!" in seinen 31 Jahren an der Spitze der Verwaltung wesentlich mitgeprägt, lobt Rogge zum Abschied.

Bücherschrank für Eltingshausen

Eltingshausen wird einen "offenen Bücherschrank" erhalten. Jessica Thannhäuser-Wagner stellte ihre Idee vor, berichtete von den Vorteilen des Leseangebots für Jung und Alt und bot ihre Hilfe rund um die künstlerisch gestaltete alte Telefonzelle an. Der offene Bücherschrank "Herzraum" soll noch in diesem Jahr seinen Dienst aufnehmen und rund um die Uhr offen bleiben. Alle Ratsmitglieder begrüßten den Vorschlag.

Bäume müssen weichen

Als Waldverjüngung bezeichneten die Befürworter das Fällen von Bäumen in der Nachbarschaft des Kindergartens in Ebenhausen. Damit die Kinder ausreichend Raum zum Spielen im Außenbereich haben, wird ein Stück Wald weichen; der Bestand wird nicht gerodet, es sollen wohl rund zehn größere Bäume gefällt werden. Diese Planungen unterstützten fast alle Ratsmitglieder (eine Gegenstimme).

Neue Radlstrecke

Die Lieblingsorte im Oberen Werntal werden durch eine Radl-Strecke verbunden. Bürgermeister Nico Rogge stellte die vorgesehenen Routen vor, zeigte die Möglichkeit auf, wie die Radler auch zu den gastronomischen Angeboten in der Nähe der Rundtour gelangen und diskutierte mit den Räten mögliche und wünschenswerte Streckenänderungen.

Laptops für die Schule

Oerlenbach rüstet die Lehrer der Schulen mit neuen Laptops aus, rund 1000 Euro pro Computer investiert die Gemeinde, 14 tragbare PC's werden angeschafft. Das Gemeindeparlament bewilligte den Beschlussvorschlag einstimmig.

Der Förderantrag ist eingereicht, das notwendige Personal kann gestellt werden: In der fünften und sechsten Woche der Sommerferien kann Oerlenbach eine besondere Form der Ferienbetreuung anbieten, die Kosten für die Eltern werden - dank des Zuschusses - auf 50 Euro pro Kind und Woche fixiert bleiben.

Imagefilm geplant

Im August rollt das Filmteam von TV Mainfranken an und produziert einen zwölfminütigen Imagefilm über alle Gemeindeteile. Nico Rogge hat schon vorgearbeitet und für die Fernsehprofis Ideen, Inhalte und Gesprächspartner notiert.

Mehr Licht haben künftig die Tennisspieler in Eltingshausen. Die drei Tennisfelder des FC "Frankonia" erhalten eine Flutlichtanlage, die Kosten werden mit 7000 Euro angegeben. Oerlenbach wird die "übliche Förderung" von zehn Prozent auf die nachgewiesenen Installationskosten tragen, beschloss der Gemeinderat.