Die Ortsgruppe Wollbach des Bayerischen Bauernverbandes hat einen neuen Obmann. Sebastian Schneider wurde in der Versammlung am 9. Mai 2022 einstimmig gewählt. Der 43-Jährige löst Karl Schneider ab, der 25 Jahre ehrenamtlich als Ortsobmann in Wollbach tätig war und sich nicht wieder zur Wahl gestellt hatte. Doch bevor Karl Schneider sein Ehrenamt in jüngere Hände legte, leitete er die diesjährige Versammlung, an der neben Bürgermeister Daniel Wehner und der 2. Bürgermeisterin Silvia Metz weitere 14 Männer und Frauen teilnahmen.

Zum Auftakt der Versammlung stand der Tätigkeitsbericht von Ortsbäuerin Sigrid Rottenberger an. "Durch die Corona-Pandemie war in den vergangenen zweieinhalb Jahren fast nichts möglich", blickte sie zurück und fügte hinzu: "Die Online-Angebote wurden nicht so gut angenommen." Zwar würde es jetzt wieder verschiedene Aktionen geben, wie etwa eine Fortbildungsfahrt nach Forchheim, aber diese würden nur zögerlich angenommen, so ihre Einschätzung. Bei der sich anschließenden Wahl bestätigten die Anwesenden Sigrid Rottenberger für weitere fünf Jahre im Amt als Ortsbäuerin, ebenso ihre Stellvertreterin Monika Schneider.

Der Tätigkeitsbericht des scheidenden Ortsobmanns Karl Schneider fiel trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sehr umfangreich aus. Schließlich war die Zeit davor von zahlreichen Großaktionen geprägt. So nahmen die Wollbacher Landwirte im Juni 2017 an der Bürgerinformation über den geplanten Nationalpark teil, demonstrierten gegen das Vorhaben und unterstützten die Gründung des Vereins "Unsere Rhön e.V.". Rückblickend bezog Karl Schneider noch einmal deutlich Stellung: "Unsere Rhön ist auch ohne Nationalpark schön." Er und seine Mitstreiter haben darüber hinaus 2017 einen "Kindertag auf dem Bauernhof" veranstaltet und die Aktion gegen die Ausbreitung der Wölfe 2020 mit einem Mahnfeuer unterstützt. Ebenso beteiligten sich die Wollbacher an der Aufklärung darüber, wie sich das Bürgerbegehren "Rettet die Bienen" auf die Arbeit der Landwirte auswirken wird.

Karl Schneider berichtete außerdem von verschiedenen Fachtagungen, die er besucht hatte, von Lehr- und Infofahrten, an denen er teilgenommen hatte. Abschließend fasste er seine Amtszeit als Ortobmann zusammen: "Ich habe die 25 Jahre mit Herzblut gemacht, bin gut mit den Leuten zurechtgekommen und gebe das Amt nun gerne ab! Außerdem freue ich mich, dass wir wieder einen Obmann und eine Ortsbäuerin gewinnen konnten und keine Fusion mit einer anderen Ortsgruppe brauchen."

Schneider hatte den Vorsitz seinerzeit von Otmar Kirchner übernommen und wurde während seiner gesamten Amtszeit von Benno Kessler als Stellvertreter unterstützt. Dieser nutzte die Gelegenheit und stellte in der Versammlung sein Amt ebenfalls zur Verfügung. Schließlich sei er bereits seit 35 Jahren in dieser Funktion tätig und sehe nun die Zeit für einen jüngeren Amtsinhaber gekommen. Kurzerhand erklärte sich Thomas Rottenberger bereit, den neuen Ortsobmann Sebastian Schneider als Stellvertreter zu unterstützen. Die Versammlung bestätigte diesen Entschluss und vollendete somit den Generationenwechsel an der Spitze der Wollbacher Ortsgruppe. Komplettiert wird das Führungsteam von den beiden Beisitzern Michael Markart und Kurt Kirchner, die ebenfalls einstimmig gewählt wurden.

Bürgermeister Daniel Wehner nutzte sein Grußwort dazu, um das Engagement von Benno Kessler und Karl Schneider zu würdigen. "Vielen Dank für die langen Jahre. Ihr habt Eure Gemeinde sehr gut vertreten", sagte er.