Seit mindestens vier Jahren wird diskutiert und geplant, jetzt soll es an der Garitzer Kreuzung ganz schnell gehen: "Wir haben mit den Privateigentümern und allen Trägern öffentlicher Belange weitgehend Einvernehmen erzielt", berichtet Abteilungsleiter Matthias Wacker vom Staatlichen Bauamt. Das spart jede Menge Zeit: "Damit brauchen wir kein Planfeststellungsverfahren", betont Wacker. Also kein Antrag bei der Regierung von Unterfranken, keine öffentlichen Auslegungen und Anhörungen, die sich bis zu zwei Jahren hingezogen hätten.
"Jetzt holen wir kräftig Schwung", verweist Wacker darauf, dass es nun mit konkreten Vorbereitungen für den Garitzer Kreisel los geht. Kurz vor Beginn der Vegetationsphase haben Mitarbeiter der Straßenmeisterei Hammelburg in den vergangenen Tagen die Böschung gerodet. "Hier soll der neue Radweg entlang gehen", berichtet Vorarbeiter Sebastian Vogt. Auf der anderen Straßenseite läuft die Baugrund-Untersuchung der "TÜV Rheinland LGA Bautechnik". Katharina Treiber entnimmt Bohrkerne der Asphalt-Decke und Proben aus dem Erdreich.
Die Planungen seien weitgehend abgeschlossen: "Ein Notar-Termin steht noch aus, und wir müssen noch ein paar Querschnitte zeichnen", sagt Wacker. Vor Ort wurde mit den Stadtwerken über die Verlegung der Leitungen gesprochen: "Damit wollen wir im Herbst beginnen, der Straßenbau startet dann im Jahr 2018", berichtet Wacker.


Anteile für Kreis und Stadt

Der Kreisel selbst benötige vermutlich ein halbes Jahr Bauzeit. Allerdings gehe es danach noch in beide Richtungen weiter: "Zwei Saisons werden wir schon brauchen", schätzt Wacker deshalb. Alleine die beiden unmittelbaren Anbindungen des Kreisels an die Bundesstraße sind aufwendiger und deshalb auch teurer als der Kreisel selbst: Mit 915 000 Euro sei der Kreisel veranschlagt, davon entfallen 443 000 Euro auf den Bund, 232 000 Euro auf den Kreis und 238 000 Euro auf die Stadt. Die 943 000 Euro für die beiden Bundesstraßenäste, davon alleine rund 300 000 Euro für eine neue Radwege-Brücke neben der bestehenden Brücke über die Straße "Steinmauer", trägt der Bund alleine.
Danach soll es dann nahtlos mit dem Westring weiter gehen: Am Ortseingang aus Richtung Albertshausen kommt ein Kreisverkehr, an der Lessingstraße bleibt es bei einer Kreuzung. "Da kommt ein Fahrbahn-Teiler hin, dadurch kann man von unten kommend nicht mehr in die Raiffeisenstraße abbiegen", berichtet Wacker.


Beratung im Bauausschuss

"Natürlich freuen wir uns, dass durch den Wegfall des Planfeststellungsverfahrens die Baumaßnahme früher beginnen kann", sagt Steffen Kiesel vom Landratsamt. Der Landkreis hatte laut Kiesel in den jüngsten Verhandlungen auch keine Änderungswünsche, deshalb sei keine erneute Beratung im Kreis-Bauausschuss nötig.
Dagegen stellt Wacker dem Bauausschuss des Bad Kissinger Stadtrates sämtliche Pläne in der nächsten Sitzung am Mittwoch, 8. März, vor. Dann werde es auch um die Umleitung während der Bauzeit gehen: "Wir möchten den Ring schließen", nennt Wacker als Ziel, dafür müsse der Verkehr über den Klaushof umgeleitet und die südliche Bismarckstraße geöffnet werden. Aus dem Rathaus gibt es dazu keine Kommentare: Das Thema werde im Bauausschuss beraten. "Dem möchten wir mit Äußerungen nicht vorgreifen", sagt Sprecher Thomas Hack.

505 Lkw fahren täglich im Schnitt über die Garitzer Kreuzung: 200 von Süden, 100 aus der Schönbornstraße, 150 von Norden und 55 aus Garitz.

18 300 Pkw passieren die Kreuzung, und zwar - auch von Süden beginnend - 6500, 4500, 5000 und 2300.


Dazu ein Angemerkt von Redakteur Ralf Ruppert

Es geht ans Eingemachte

Das dürfte wieder einmal kein leichter Gang von Matthias Wacker in seine alte Heimatstadt werden. Eigentlich hat der Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt ja gute Nachrichten: Es geht etwas voran an der Garitzer Kreuzung. Aber der Kreisel hat halt auch viele Gegner, vor allem in Garitz selbst. Und dann gibt's auch noch gleich zwei: Denn der zweite Kreisel am Ortseingang aus Richtung Albertshausen ist auch schon beschlossen. Vor allem aber dürften die Räte an den Umleitungen während der zweijährigen Bauzeit knabbern: Die Öffnung der südlichen Bismarckstraße ist ein Politikum. Die Pendler wird's freuen, weil sie sich einen riesigen Umweg sparen. Die wenigen Anlieger dürften den Teufel an die Wand malen, dass die Straße dann gleich für immer aufbleibt. Das wird eine spannende Sitzung am 8. März.