Die Rede ist vom Gemeindeentwicklungskonzept, mit dem das Amt für ländliche Entwicklung bewusst Stadtteile fördern will. Voraussetzung ist ein Konzept mit einer Stärken-/Schwächenanalyse aller Stadtteile. Die Erarbeitung des Konzeptes, die im Falle Bad Kissingens mit rund 60 000 Euro veranschlagt ist, wird mit bis zu 75 Prozent gefördert.


Bürger mit einbeziehen

Anschließend muss
der Stadtrat Prioritäten festsetzen. Dabei werden die Bürger mit einbezogen, unter anderem im Rahmen einer Auftaktveranstaltung sowie in Form von Workshops und Planungsspaziergängen.

Dabei können durchaus einzelne Stadtteile zusammengefasst werden. Während Winkels und Garitz nach Ansicht der Verwaltung einzeln betrachtet werden sollten, könnten Arnshausen und Reitersiwesen, Hausen und Kleinbrach sowie Albertshausen und Poppenroth jeweils gemeinsam analysiert werden.


Vernachlässigt

"Darauf warte ich seit 18 Jahren, wir müssen etwas in den Stadtteilen tun", würdigte Stadtrat Bernd Czelustek (SPD) das neue Programm, während Klaus Bollwein ergänzte, dass sich die Bürger in den Stadtteilen angesichts der Investitionen in der Kernstadt schon lange vernachlässigt fühlten.

Stadtplaner Wolfgang Russ bestätigte, dass es in den Stadtteilen strukturelle Probleme gebe. Die Umwandlung von landwirtschaftlich geprägten Orten zu Wohnstandorten sei fortgeschritten und verändere die Stadtteile.
Das sahen die Stadträte ebenso. Allerdings gab es auch warnende Stimmen. "Das klingt nach viel Papier, ich hoffe, dass sich dann auch konkret etwas tut", mahnte Czelustek. Grünen-Stadtrat Richard Fix hingegen erinnerte an die zahlreichen Großprojekte, die die Stadt derzeit zu stemmen habe. Er befürchtete, dass mit dem neuen Konzept Erwartungen geweckt werden, die dann nicht erfüllt werden können.


Nicht alles wird möglich sein

OB Kay-Blankenburg (SPD) gestand zu, dass die Haushaltsmittel der Stadt sehr knapp bemessen seien. Aber man sei es den Stadtteilen schuldig, etwas zu tun. "Dort, wo ohnehin etwas gemacht werden muss, könnten die Maßnahme in ein solchers Konzept eingebunden werden. Aber auch ihm sei klar, dass nicht alles verwirklicht werden kann, was in dem Konzept stehen wird.

Der Bauausschuss empfahl dem Stadtrat, das Gemeindeentwicklungskonzept für alle Stadtteile zu entwickeln. Die Planungsleistungen werden ausgeschrieben, beim Amt für ländliche Entwicklung wird ein Antrag auf Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm gestellt