Heiß ja, aber zum Rakoczy-Fest muss es einfach auch noch mal regnen. Da war auch das vermeintliche Rekord-Hitze-Jahr 2013 ein Jahr wie (fast) alle anderen. Am Sonntagabend um 19 Uhr setzte ein Gewitterschauer ein, der einfach nicht aufhören wollte.
Im Besonderen traf dies die Medienwiese, wo zu dieser Stunde schon "Spinnich" auf der Bühne stand.
Einige Hartgesottene blieben auf jeden Fall sitzen und hörte der Band zu, die ebenfalls ungehört ihr Programm abspulte und beste Stimmung bot.
Und die Stimmung war gut, auch unter Regenschirmen. Nicht ins Wasser gefallen ist das abschließende Feuerwerk. "Es war schon vorzeitig geklärt, dass bei solchen Bedingungen das Feuerwerk gezündet wird", so Organisator Thomas Lutz, "wenn es technisch machbar ist und keine Gefahr besteht". Und beides war gewährleistet. Und so war um 22 Uhr insbesondere die Ludwigsbrücke eng besetzt, als die ersten Böller in den verregneten Bad Kissinger Nachhimmel geschossen wurden. Mit dem Feuerwerk endete auch für die Bad Kissinger Polizei ein arbeitsreiches Wochenende, aber auch eines, das angesichts der vielen Menschen, die in Bad Kissingen zusammen kamen, polizeitechnisch sehr ruhig blieb. Wie Polizeihauptkommissar Lothar Manger in seinem Abschlussbericht erwähnte, habe sich eine gewisse Bürgernähe durch Einrichtung einer "Außenstelle" der Polizei am Marienplatz bewährt. Kleinere Anliegen der Festbesucher konnten vor Ort geregelt werden, insbesondere Fundsachen wurden dort entgegengenommen.

Einer wurde ausgenüchtert

Am Freitagabend hätten sich rund 20 000 Festbesucher in der Stadt aufgehalten. Die Bilanz dieser Nacht: Mehrere Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz, ein Verstoß gegen die Gewerbeordnung, auch zwei Anzeigen wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung wurden zur Anzeige gebracht. Drei Personen wurden in Gewahrsam genommen, eine davon zur Ausnüchterung. Zwei weiteren wurden Platzverweise erteilt. Am Samstagabend herrschte trockenes und warmes Wetter, erst gegen 3 Uhr setzte ein Gewitterregen ein. Die Polizei schätzte die Besucherzahl an diesem Abend auf rund 35 000. Ab Mitternacht leerte sich die Stadt zusehends. Im Umfeld des Festes wurde eine Körperverletzung angezeigt und eine geringe Menge Rauschgift aufgefunden. Alkoholbedingte Einsätze gab es keine. "Es herrschte eine lockere und fröhliche Stimmung", so Lothar Manger, die eingesetzten Polizeibeamten freuten sich über die Freundlichkeit, die ihnen die Besucher entgegenbrachten.
Zum Festzug am Sonntag mussten auf der Festzugstrecke einige Falschparker beanstandet werden. Die meisten konnten telefonisch erreicht werden und sie fuhren ihr Fahrzeug noch rechtzeitig weg, wobei sie ihr "Knöllchen" mitnehmen durften. Zwei Pkw mussten aber abgeschleppt werden. Am Sonntagabend waren wegen des Regens nur wenige Festbesucher unterwegs, polizeilicherseits gab es nichts zu veranlassen.