Die Schüler mussten einzeln unter Beweis stellen, dass sie wissen, wie zu reagieren ist. Alle lösten die Herausforderung mit Bravour und setzten sachgerecht den Notruf ab, den auf der anderen Seite Fabian Wahler, ebenfalls Brandschutzerzieher bei der örtlichen Wehr, entgegennahm.

Acht Stunden lang hatten Steffen Beutert und Fabian Wahler ergänzend zum Unterricht den Mädchen und Buben die Gefahren des Feuers vermittelt. Es ging darum, was alles brennen und wie ein Feuer entstehen kann, wie ein Feuer gelöscht wird, wie giftig Brandrauch ist, worauf es beim Anzünden einer Kerze und bei einem Lagerfeuer ankommt, wie man sich bei Feueralarm in der Schule richtig verhält, wie wichtig ein Rauchmelder ist und wie man die Feuerwehr per Notruf informiert. Ferner lernten die Kinder die Schutzkleidung der Feuerwehrleute sowie die Ausrüstung eines Löschfahrzeugs kennen. Beim Rundgang durch die Schule ging es unter anderem um Feuerlöscher, Schlauchanschluss und Feueralarm.

Interessanter als Mathe

Viel schöner und interessanter als Mathe und Deutsch sei es gewesen, waren sich die Mädchen und Jungen einig. Spannend war es, als ihnen Steffen Beutert von Noteinsätzen mit Menschenrettung berichtete. "Das kann uns allen passieren, vor allem wenn wir nicht aufpassen", sagte er zum Szenario, in dem auf einem Herd eine Pfanne mit Fett in Brand gerät. Aufmerksam beobachteten die Schüler auch, wie ein Feuerwehrmann sich selbst schützen muss, wenn er mit Atemschutz an den Brandherd vorrückt.

"Im Ernstfall kommt es darauf an, die Ruhe zu bewahren. Für euch heißt das, den Notruf über die 112 abzusetzen und die Leitstelle knapp mit den vier W-Fragen zu informieren", erklärte Beutert. Obwohl die Situation in der Klasse geübt worden war, fiel es gar nicht so leicht. "Ich war ganz schön aufgeregt, als ich das Bild mit dem Feuer vor dem Nachbarhaus sah und die 112 wählte", berichtete Elias. "Gut war es, dass der Mann in der Leitstelle mich rasch beruhigte und ich ihm sagte, wer und wo ich sei, was passiert sei und was ich selbst jetzt tun müsse." Während die Kinder der einen Klasse die Notrufsituation - beispielsweise auch zu einem Bild, auf dem ein Kabel eines Bügeleisens brennt - praktizierten, bearbeitete die andere Klasse einen dreiseitigen Abschlusstest, den der Bayerische Feuerwehrverband zur Verfügung stellte.

Da galt, das in den Tagen zuvor Erlernte niederzuschreiben oder im Ankreuzverfahren zu lösen. "Da musste ich schon überlegen, was das Verbrennungsdreieck bedeutet, ob Spaghetti-Nudeln brennen können, wie ich Feuer löschen kann, was einzelne Schilder bedeuten und wie ich mich im Brandfall richtig verhalte", bekannte Lea.

Kontakt zu neuen Mitgliedern?

Schließlich sprachen die Brandschutzerzieher noch eine Einladung zur Feuerwehr in Ebenhausen aus. Zwei Drittel der beiden Klassen kamen in der Freizeit, um noch mehr über Ausbildung, Ausrüstung und Fahrzeugen zu erfahren und vor allem Tipps zu bekommen, möglichst nicht in Gefahr zu geraten. "Auch uns hat es viel Spaß gemacht", ergänzte Steffen Beutert, "zumal wir erste Kontakte zu den künftigen Feuerwehrleuten knüpfen konnten."