Eine neue Drehleiter stellte die Hammelburger Feuerwehr in Dienst. Etwas überraschend, denn mit dem "Prachtstück" auf dem Stand der Technik rechneten Stadt und Freiwillige Feuerwehr erst im August. Die Pandemieauflagen verhinderten auch in diesem Fall eine zünftige Floriani-Feier mit Einweihung.

Warum die Hammelburger eine neue Drehleiter (DL) brauchten, erklärte Manuel Wurst: Verstärkte Ausfälle des bisherigen Modells, das 2009 gebraucht von der Feuerwehr Fulda übernommen wurde, sind es an erster Stelle. Markant war der Ausfall beim Brandeinsatz in Machtilshausen. Hier musste eine weitere Drehleiter hinzugeholt werden. Dazu kamen die Reparaturkosten, die sich auf rund 10.000 Euro jährlich für das 30 Jahre alte Modell beliefen. Weitere, anstehende Reparaturen wären aufgrund des Alters unwirtschaftlich, urteilte auch der Stadtrat.

Warum braucht es die Drehleiter?

Vor einem Jahr öffentlich und europaweit ausgeschrieben, erging auch die Bestellung der Tragkraftspritzenfahrzeugen für die Feuerwehren Feuerthal, Untereschenbach und Pfaffenhausen, die Ende des Jahres ausgeliefert werden. Die Firma Rosenbauer erhielt den Auftrag für die Drehleiter zum Preis von 795.000 Euro. Doch muss die Stadt Hammelburg nicht alleine dafür aufkommen. Der Freistaat Bayern und der Landkreis Bad Kissingen beteiligen sich zu je einem Drittel, den Rest trägt die Stadt.

Kommandant Michael Ohmert erläuterte die Besonderheiten des Modells, das zum Beispiel über einen knickbaren Leiterpark verfügt, der das Absetzen des Korbs vor dem Fahrerhaus und die Verringerung des Seitenabstands zu Gebäuden ermöglicht. Am Drehleiterkorb ist ein Wasserwerfer montiert, er muss nicht mehr - wie früher - vor dem Einsatz aufgebaut werden. Dies spart im Einsatz enorm viel Zeit, betonte Ohmert. Der Korb lässt sich zudem nach vorne komplett öffnen. So kann man eine Schwerlasttrage zur Patientenrettung am Korbboden fixieren.

Ein weiteres Plus ist die lenkbare Hinterachse. Durch den längeren Radstand würde die Drehleiter im Altstadtbereich nicht mehr um Engstellen kommen, wie sich bei einer Fahrprobe in der Innenstadt erwies.

Extra-Ausbildung für das neue Gerät

Die "Hardware" steht vor der Türe, was noch fehlt ist die Ausbildung. Unter Hygiene- und Testbestimmungen finden jetzt die Ausbildungsmodule statt damit das Team optimal auf das neue Fahrzeug eingewiesen ist.Bürgermeister Armin Warmuth bedauerte die einfache Form der Übergabe, versprach jedoch - sobald dies möglich ist - eine "Welcome-Party" mit Segnung. Trotzdem zeigte er sich "froh und dankbar über das gute Zusammenspiel mit allen Beteiligten. "Die alte Drehleiter war ein Geschwür, das den Bürgern und der Wehr nicht mehr zuzumuten war. Erfreulicherweise ließ der Haushalt der Stadt diese Neubeschaffung zu. Das Geld ist gut investiert denn das Novum dient nicht nur der Stadt, sondern der gesamten Nahregion", betonte er.

Diese Ausgabe einschließlich der Tragkraftspritzen-Fahrzeuge wird nicht die letzte Investition in den Brand- und Rettungsschutz sein, vermutete Kreisbrandmeister Elmar Eisenmann mit Blick auf mehrere neue Feuerwehrhäuser in Stadtteilen, deren Planungen schon laufen. Doch das Ziel sei eine gute Ausstattung der Feuerwehren, ergänzte Warmuth.