Nur eine gute Stunde hat sie gedauert - so eine kurze Jahreshauptversammlung hat es bei der Freiwilligen Feuerwehr Ebenhausen schon lange nicht mehr gegeben. Das lag aber nicht nur an der Corona-Pandemie, die dazu geführt hat, dass in vielen Bereichen mangels Veranstaltungen und Zusammenkünften im Jahr 2020 nur wenig zu berichten war. Das lag leider auch an der zu geringen Anzahl an anwesenden stimmberechtigten Mitgliedern, was dazu führte, dass der Tagesordnungspunkt "Neuwahl der Kassenprüfer" nicht stattfinden konnte und auf die nächste Versammlung im Januar vertagt werden musste. Ein Grund für die geringe Resonanz war sicherlich der ungewohnte Termin in der sommerlichen Urlaubszeit, der übliche Zeitpunkt für das Treffen der Feuerwehr ist der Dreikönigstag.

Dieser kleine Makel konnte aber den insgesamt positiven Eindruck nicht trüben, den die Besucher mit nach Hause nahmen. Alle Funktionsträger, egal ob der Vorsitzende des Feuerwehrvereins Fabian Wahler, der Feuerwehrkommandant Tobias Keßler, der Jugendwart Leon Federlein und der Kassier Steffen Borst in ihren jeweiligen Tätigkeits- oder Jahresberichten, aber auch der stellvertretende Bürgermeister Benedikt Keßler und Kreisbrandmeister Holger Ullrich in ihren Grußworten waren sich einig, dass die Freiwillige Feuerwehr Ebenhausen das von Corona geprägte Jahr 2020 erstaunlich gut überstanden hat.

Schmerzlich vermisst wurde von Feuerwehrvereinsvorsitzendem Fabian Wahler die fehlende Gemeinschaft, mussten doch 2020 so gut wie alle Veranstaltungen ausfallen. Drei Dinge hob er in seinem Rückblick positiv heraus: erstens die Glanzleistung des Teams um den stellvertretenden Kommandanten Bastian Lutz, das während der Zeit des Lockdowns einen alten Lichtmastanhänger grundsaniert und einsatzfähig gemachten hatte. Zweitens die tolle Jugendarbeit der Jugendfeuerwehrwarte Lukas Hannwacker und Leon Federlein, die es geschafft haben, trotz Corona bis Juli 2021 insgesamt neun Jugendliche für die ehrenamtliche Arbeit bei der Feuerwehr zu begeistern. Und drittens die Arbeit von Frank Weitz im Hintergrund, der Kassier Steffen Borst bei der Pflege der Homepage unterstützt.

Feuerwehrkommandant Tobias Keßler lieferte in rasantem Tempo so viel Zahlenmaterial, dass man kaum mitkam: Zum 31.12.2020 hatte die Feuerwehr Ebenhausen 44 aktive Mitglieder und sechs Jugendliche, davon 17 Atemschutzgeräteträger, 18 Maschinisten, 18 Sprechfunker und 14 Personen mit First Responder Ausbildung. Zu 16 Einsätzen wurde die Wehr alarmiert, davon sechs Brandeinsätze, sechs technische Hilfeleistungen, 1 ABC-Einsatz, zwei First Responder Einsätze und ein freiwilliger Einsatz. Im Jahr 2020 wurden von den Aktiven in der Ebenhäuser Wehr 229 Stunden abgeleistet. Von zwölf für die Aktiven Feuerwehrleute geplanten Übungen konnten wegen Corona nur drei abgehalten werden. Die Jugendfeuerwehr jedoch nutzte den kurzen Zeitraum zwischen September und Oktober 2020, in dem es möglich war, coronakonform Übungen durchzuführen für stolze elf Übungseinheiten.

Im Winter 2019 bekam die Freiwillige Feuerwehr Ebenhausen von der Firma Heil aus Eltingshausen einen ausgedienten Lichtmastanhänger. Es handelt sich dabei um einen fahrbaren Anhänger mit leistungsstarken LED-Strahlern, der bei großen, auch überörtlichen Einsätzen zur Ausleuchtung von Einsatzstellen verwendet werden kann. In mühevoller Kleinarbeit wurde der Anhänger von Bastian Lutz, Franziska Greubel, Lukas Hannwacker, Antonia Büttner, Jens Ziegler und Florian Zwirlein in über 500 Arbeitsstunden komplett zerlegt, neu lackiert, instandgesetzt und mit neuester Technik versehen wieder zusammengebaut. Seit Anfang Mai 2021 ist der bis zu neun Metern ausfahrbare Lichtmastanhänger mit eigener Stromversorgung einsatzbereit und kann aus dem ganzen Landkreis für Feuerwehreinsätze angefordert werden. Zusätzlich geplant ist es, den Anhänger mit einem neuen Notstromgenerator zu bestücken, der während eines Stromausfalles auch kritische Gebäude wie zum Beispiel ein Seniorenheim oder eine Turnhalle als Notunterkunft mit Strom versorgen kann.

Nur kurz angesprochen wurde die Renovierung des in die Jahre gekommenen Feuerwehrhauses in Ebenhausen. Die Situation in dem Gebäude sei nicht mehr optimal und zeitgemäß. Eine Bestandsaufnahme sei erfolgt und Gespräche zwischen der örtlichen Feuerwehr, der Kreisfeuerwehrführung und der Gemeinde wurden geführt. Allerdings sei man noch in der Planungsphase und konkrete Angaben konnten noch nicht gemacht werden. Alles in allem hat die Freiwillige Feuerwehr Ebenhausen das von Corona geprägte Jahr 2020 ohne große finanzielle und personelle Verluste überstanden. Der Satz des Tages, der bei den Anwesenden zunächst Stirnrunzeln und dann Gelächter hervorrief, lieferte Kreisbrandmeister Holger Ullrich als Abschluss seines Grußwortes: "Bleibt alle schön negativ!"

Für 2021 geplante Termine (ohne Gewähr):

11. September 2021: Kameradschaftstag als Weißwurstfrühstück

12. Dezember 2021: Christbaumverkauf