Im Erd- und im ersten Obergeschoss des Nüdlinger Heimatmuseums stehen seit ein paar Wochen große Blechkästen, die rund um die Uhr leise vor sich hinbrummen. Es sind Luftentfeuchter, die die Gemeinde von einem auf die Sanierung von Wasserschäden spezialisierten Unternehmen in Werneck gemietet hat. Der Grund für diese Aktion: Ende Februar gab es im Heimatmuseum direkt neben der Kirche einen ziemlich großen Wasserschaden, der die Gemeinde wohl noch einige Zeit beschäftigen wird. Ein großes Glück im Unglück ist, dass keine der vielen zum Teil recht wertvollen und alten Museumsstücke Schaden davongetragen haben.

Endstopfen eines Wasserrohres gelöst

Am 23. Februar wunderte sich ein Mitglied des Heimatvereins beim Vorbeigehen am Museumsgebäude sehr über ein seltsames Rauschen und wurde misstrauisch. Der Bauhof kümmerte sich sofort darum. Festgestellt wurde, dass sich vermutlich schon Tage zuvor in der Toilette im 1. Obergeschoss ein Endstopfen eines Wasserrohres gelöst hatte. Eine große Menge Wasser, Museumsleiter Bernd Hein spricht von bis zu 180 Kubikmetern, konnte über Tage aus dem Rohr sprudeln, bis das Leck bemerkt und geschlossen war. Die empfindliche Decke in dem denkmalgeschützten uralten Haus, die Wände in drei Zimmern sowie die Fußböden oben wie unten wurden stark in Mitleidenschaft gezogen und durchfeuchtet. Verputz musste abgeschlagen und zum Teil auch die Decken und Fußböden entfernt werden. Nachdem diese Arbeiten erledigt waren, wurden in den betroffenen Räumen Trockengeräte aufgestellt, die der Luft die Feuchtigkeit entziehen.

Statiker und Fachmann im Einsatz

Ende April wird durch einen Fachmann die noch vorhandene Feuchtigkeit wieder gemessen, erklärt Bürgermeister Harald Hofmann (CSU). Auch ein Statiker wird wohl hinzugezogen, um zu prüfen, was alles repariert werden muss. Auch der Denkmalschutz hat bei den Sanierungsarbeiten in dem Haus, das zu den ältesten in Nüdlingen zählt, ein Wort mitzureden. "Passiert ist passiert. Es kostet, was es kostet", meint der Bürgermeister, der Schaden halte sich in Grenzen und sei überschaubar. Für die Sanierungsarbeiten an dem alten Gemäuer und den Decken sei ein Fachmann nötig, "der weiß, wie man es früher gemacht hat."

Hofmann will, dass die Arbeiten bis zum nächsten Jahr abgeschlossen sind, denn 2022 soll die 1250-Jahr-Feier von Nüdlingen stattfinden. Ausstellungsstücke wurden durch das Wasser, wie schon erwähnt, nicht beschädigt. Im 1. Obergeschoss wurde in erster Linie der Fußboden der Toilette und des Vorraums betroffen. Die zum Teil stark durchnässten Räume im Erdgeschoss darunter sind zurzeit leer. Hier finden von Zeit zu Zeit Sonderausstellungen statt. Geplant war eine eigentlich eine Schau mit Barbie-Puppen, die aber wegen der Corona-Pandemie nicht oder noch nicht stattfinden konnte.

Immer wieder erweitert

Mit dem Aufbau dieses Heimatmuseums wurde bereits im Jahr 1964 auf Initiative des Heimatverein Nüdlingen begonnen. Der Verein sorgt auch immer wieder durch den Erwerb neuer Ausstellungsstücke für die Erweiterung. Das Museum soll vor allem die Art und Lebensweise der früheren Dorfbevölkerung im hiesigen Kulturraum aufzeigen. Nicht genug damit: 1982 wurde ein Feuerwehrmuseum eingerichtet, das das erste im Landkreis ist. Es zeigt die 200-jährige Entwicklung der Feuerwehr und ihrer Gerätschaften vom Ledereimer bis zur motorisierten Spritze. Besonders sehenswert ist auch die Eulensammlung mit über 3000 Ausstellungsstücken aus aller Welt und mit vielen unterschiedlichen Materialien. Gezeigt werden hier goldener Eulenwandschmuck aus Mexiko ebenso wie ein japanischer Uhu aus Jade oder eine winzige Elfenbein-Eule aus Kamerun oder eine Halskette aus alten Drachmen mit dem Wappenvogel der griechischen Göttin Athene. Auf der Homepage des Heimatvereins gibt es mehr Informationen über das Museum.