Mit viel Beifall der bereits anwesenden Köche wurde das zuletzt zur Mitgliederversammlung gekommene Mitglied begrüßt: Fünf Minuten nach Versammlungsbeginn war das 23. Mitglied erschienen, der Verein der Kissinger Köche hat aktuell 89 Mitglieder und so war die Versammlung nach eigener Satzung beschlussfähig.
Schon einmal, vor zwei Jahren, war eine Wahl vom Vereinsgericht angefochten worden, weil sich die Köche nicht an die eigenen Vorgaben gehalten
hatten. So war es fast verständlich, dass allen bereits anwesenden Mitgliedern hörbar ein Stein vom Herzen fiel, denn auch diesmal standen wieder Neuwahlen auf dem Programm. Erich Matejsek, der mindestens 18 Jahre dem Verein der Kissinger Köche vorstand, wollte keine zehnte Amtsperiode mehr antreten, sein gleichberechtigter Vize und weiterer Vorsitzender Jochen Wehner ließ verlauten, dass er sich einer Neuwahl stellen würde.


"Beschämende" Beteiligung

Bevor jedoch zur geheimen Wahl geschritten wurde, gab der bisherige Vorsitzende Erich Matejsek einen kurzen, ernüchternden Rückblick: So haben in den letzten beiden Jahren altgewohnte Aktivitäten nur noch zum Teil stattgefunden. "Vom Sommerfest, dem Köche-Ball und der Weihnachtsfeier war ich ziemlich enttäuscht, da die Teilnahme der Mitglieder nur sehr gering war" resümierte Matejsek und sprach sogar davon, dass es "beschämend" war, denn die anfallenden Arbeiten wurden bereits vorher von einigen wenigen erledigt. In der Vergangenheit seien die Kissinger Köche immer ein Aushängeschild der Stadt gewesen, haben für Kollegen immer einen Job gefunden, hätten auch immer wieder ein gutes Wort für Kollegen eingelegt, wenn dies notwendig erschien und haben zum Teil viel Geld in die Hand genommen, um Kollegen bei Ausstellungen zu unterstützen. Vieles sei jedoch von den Betroffenen anscheinend vergessen worden.


Falsches Bild durch Fernsehköche

Ehrenvorsitzender Josef Schmitt, der die Wahl leitete, erinnerte die Mitglieder eindringlich daran, den Verein aufrecht zu erhalten, auch wenn dies heute sehr schwer falle. Heftig ins Gericht ging er dabei mit den sogenannten "Fernsehköchen". Jugendliche die sich dadurch vom Beruf angesprochen fühlen und dann in einen gastronomischen Lehrbetrieb gingen, seien allzu häufig von den wahren Tatsachen enttäuscht und werfen dann den Beruf wieder hin.
Dennoch verlief die Wahl relativ zügig: Vorsitzender des Köchevereins ist nun Jochen Wehner. 1968 in Garitz geboren, besuchte er vor der Lehre in einem Kissinger Cafe, die Wirtschaftsschule in Bad Neustadt und war dann lange Jahre in einem Kissinger Kurhaus tätig, wo er sich bis zum Küchenchef hocharbeitete. 2009 erfolgte der Wechsel als Betriebsleiter zum Kurgartencafe, er wurde dort Teilhaber und ist nun dort seit 2015 alleiniger Betreiber.
Als gleichberechtigter, weiterer Vorsitzender der Kissinger Köche wurde Alexander Mathes ebenfalls einstimmig gewählt. Der 34-jährige ist Fachwirt im Gastgewerbe, seit 2011 Küchenleiter und Chef über 34 Mitarbeiter im Elisabeth-Krankenhaus und war bereits Beisitzer im Vorstand. Schriftführer ist weiterhin Armin Bott, Kassier Peter Lazi und Jugendwart Susanne Wehner. Ergänzt wird das Team durch die Beisitzer Andreas Geis, Johannes Werner Michael Seufert und Wolfgang Hämmelmann.


Wieder Spargelschälen

Wie seitens des Vereins der Kissinger Köche verlautete, soll es heuer wieder ein "Spargelschälen" in der Fußgängerzone geben - der neue Vorstand hofft dabei sowohl auf den örtlichen Lieferanten wie auch Mitglieder, die hinter dem Tresen aktiv werden sollen.