Julia Lezhneva ist Artist in Residence 2019. Im Interview verriet sie, wie man zu einer berühmten russischen Koloratursopranistin wird.

Was waren einige wichtige Stationen Ihrer Karriere?

Julia Lezhneva: Eine wichtige Station war der 5. Dezember 1989, als ich geboren wurde. Und zwar auf der Insel Sachalin im Nordmeer.

Sie sind der einzige Mensch, den ich kenne, der dort geboren wurde.

Es war eigentlich ein Zufall, denn mein Vater ist ein waschechter Moskauer, dort geboren. Und meine Mutter stammt aus Tatarstan. Sie sind also beide Russen, verließen Russland aber direkt nach ihrem Universitätsexamen, um an einen Ort der Welt zu kommen, der möglichst weit von dem Regime dort entfernt war. So trafen sie sich und verbrachten ihre ersten sieben Jahre dort. Aber ich wollte die Geschichte von der Narkose erzählen. Meine Mutter musste mit einem Kaiserschnitt entbinden und bekam für die Operation eine Narkose. Und als sie aus der erwachte, erzählten ihr die Leute, dass ich nach meiner Geburt so laut geschrien habe, dass der Chirurg mich beinahe von seinem Arm fallen ließ, weil ich so laut war. Und dann witzelte er: "Sie haben eine Opernsängerin zur Welt gebracht!"

Eine treffsichere Diagnose.