Rund zwei Dutzend Demonstranten, zum größten Teil aus Bergrheinfeld, säumten gestern Morgen den Zugang zum Regentenbau. "Ich bin auch ein Raumwiderstand", hatte etwa Rudolf Rüger aus Greßthal auf ein Schild geschrieben, das um seinen Hals hängt. Damit spielt er auf die Hinderungsgründe an, weshalb er die Gleichstrom-Trasse "Südlink" auch als Erdkabel nicht vor seiner Haustüre möchte. "Energiewende Ja, Südlink Nein", steht auf dem Schild von Peter Fella. Drinnen beginnt derweil der "Erörterungstermin der Bundesfachplanung": "Wir sind angewiesen auf möglichst viele Informationen, um später eine Entscheidung treffen zu können", sagt Tobias Landwehr von der Bundesnetzagentur über den Sinn der Veranstaltung.

Keine Einwände gegen Zuhörer

Südlink sei "das größte Infrastruktur-Projekt der Energiewende", sagt Versammlungsleiter Daniel Matz zu Beginn der Beratungen. Das Genehmigungsverfahren besteht aus zwei Schritten: Bei der Bundesfachplanung wird - ähnlich einem Raumordnungsverfahren - zunächst ein 500 bis 1000 Meter Korridor festgelegt. Danach folgt das eigentliche Planfeststellungsverfahren, in dem innerhalb des Korridors die genaue Trasse abgesteckt wird. In beiden Einzel-Verfahren gibt es jeweils eine Antragskonferenz und einen Erörterungstermin. Die laufende Versammlung ist also die zweite von voraussichtlich vier Terminen im Bad Kissinger Regentenbau, der erste war im Mai 2017. Der Termin war eigentlich nicht öffentlich, weil es keine Einwände von den rund 130 angemeldeten Teilnehmern gab, wurden jedoch einzelne Zuhörer und Journalisten zugelassen.