Wegen Verstoßes gegen das Jagdrecht stand kürzlich ein Jäger vor dem Bad Kissinger Amtsgericht, nachdem er gegen den ihm erteilten Strafbefehl zur Zahlung von 3000 Euro Einspruch eingelegt hatte. Der 76-Jährige kämpfte fast zwei Stunden erbittert, aber doch aussichtslos um seine Ehre als langjähriger Waidmann gegen die nüchterne, auf Gesetzeslage basierende Sichtweise der Justiz. "Ich bin mir überhaupt keiner Schuld bewusst." Doch am Ende konnte er nur die eher symbolische Minderung seiner Geldstrafe um 300 Euro als kleinen Erfolg verbuchen, muss nun allerdings auch noch für die Gerichts- und Anwaltskosten aufkommen.

Grund für den damaligen Strafbefehl war der Tatbestand, dass der Angeklagte, der seit 1962 zur Jagd geht, selbst als Ausbilder tätig und seit drei Jahren als Gastjäger in einem Jagdrevier bei Zeitlofs aufgenommen ist, im Oktober 2018 einen Hirsch der Klasse IIa erlegt hatte, obwohl der für das Jahr festgesetzte Jagdabschussplan bereits erfüllt war. Dies ist insofern von Bedeutung, da Hirsche dieser Klasse mit einer dem Hegeziel entsprechenden Körper- und Geweihentwicklung grundsätzlich zu schonen sind, während dies für Hirsche der minderen Klasse IIb nicht der Fall ist.