Viel, sehr viel wurde am Sonntagnachmittag beim Wildparkfest im Wildpark Klaushof geboten. Da gab es Referate und Greifvogelvorführungen, Expeditionen zu den Vampiren des Stadtwaldes, verschiedene Tierfütterungen und ein reichhaltiges Mitmachprogramm, angefangen vom Gestalten mit Ton, aktive Mithilfe beim Bau eines Horstes für den Schwarzstorch bis hin zum Erkunden heimischer Krebse und des heimlichen Wappentieres der Rhön, dem Rotmilan.
Doch dann kam die Hitze, und die Besucher blieben aus.

Die inzwischen über mehrere Tage anhaltende Glut von oben machte dem Fest den Garaus, einem Fest das wirklich von allen Seiten sehr gut organisiert worden war. Da wurden extra Parkplätze ausgewiesen und beschildert, Buden und Stände aufgebaut, Kuchen und Torten gebacken, manch einer der Freiwilligen hatte fast drei Tage für die Festvorbereitungen geopfert, und dann solch eine brütende Hitze dass an diesem Sonntag weit weniger Besucher kamen, als an jedem üblichen Wochenende.


Vorbild beim Naturschutz

"Naturschutz und Holznutzung integrieren auf der gleichen Fläche, und die Wälder durch mehr Totholz aufzuwerten", das sei der heutige Grundgedanke des Forstmannes. Hier am Klaushof habe man die besten Beispiele wie das funktioniert", betonte in seiner Eröffnungsrede Forstoberrat Bernhard Zürner, Abteilungsleiter am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. So sei der Klaushof in dieser Hinsicht eine Perle und nehme eine Vorbildstellung ein, auch was das geplante Biebergelände betreffe.

"Wenn alles gut geht, wird das Biebergelände im kommenden Jahr beim Wildparkfest seiner Bestimmung übergeben", diesen Wunsch äußerte Dr. Ekkehard Haupt, Vorsitzender des Trägervereins "Freunde des Tierparks Klaushof". Bürgermeister Toni Schick betonte, dass die Stadt Bad Kissingen voll hinter dem Klaushof stehe und diesen jederzeit unterstütze. Für die Bayerischen Staatsforsten ergriff Forstbetriebsleiter Wolfram Zeller das Wort und stellte die Bedeutung des Waldes für den Naturschutz heraus. Zeller machte deutlich, dass man nicht auf einer Seite Urwald und auf der anderen Waldplantagen hat, sondern Umwelt, Naturschutz, Bildung und Holznutzung sollen auf einer Fläche nebeneinander existieren. Franz Zang, Kreisgruppenvorsitzender des BUND hob die intensive Zusammenarbeit hob die Zusammenarbeit des Bund Naturschutz mit dem Wildpark Klaushof hervor. Durch die Neuanlage einer "Hornissenauffangstation" werde diese Zusammenarbeit in Zukunft noch weiter gefestigt. So habe der Bund Naturschutz mit Klaus Schenk und Mark Baumgart zwei ausgebildete Fachmänner, die Hornissennester abnehmen dürfen, diese werden dann zu der Auffangstation im Wildpark gebracht und finden dort ein neues Zuhause. Erreichen kann man die "Hornissenfänger" unter bn-badkissingen@gmx.de.
Die Ansiedlung des Schwarzstorches, das Vorkommen heimischer Krebse und verborgenes leben im Boden und Totholz waren Anliegen von Wildparkleiter Axel Maunz. Zusammen mit dem Vorkommen des Rotmilans seien sie ein Indikator für eine gesunde und intakte Umwelt.