Man könnte sagen unspektakulär sei dieses Rakoczy-Fest 2013 gewesen. Ohne besondere Vorkommnisse. Aber ist nicht gerade das schon das Spektakuläre am diesjährigen Fest? Es war ein Stadtfest, dass im Besonderen unter dem Aspekt der großen Hitze stand. Die Stadt hatte sich darauf vorbereitet und konnte am Ende auf die Vernunft der rund 75 000 Besucher dieses Wochenendes zählen: Es gab keinen Unfall, niemand kam zu Schaden, es wurde ausgelassen gefeiert und mit einem super Finale auf der Medienwiese und einem tollen Feuerwerk endete das Fest.



Die Offiziellen und Einsatzkräfte hatten sich auf die erwartet heißen Umstände des diesjährigen Rakoczy-Festes vorbereitet. Das Rote Kreuz, so Kreisvorsitzender Dr. Alexander Siebel, stand mit 36 Helfern, neun Notärzten, zehn Fahrzeugen und drei Motorrädern bereit. Einsatzleiter Stefan Hedrich bezeichnete am Ende das Wochenende als ruhig, angesichts des Gefahrenpotenzials. Beim Umzug am Sonntagnachmittag mussten 15 Personen versorgt werden. Vom Kreislaufkollaps bis zum Pflaster geben war alles dabei. Das Rote Kreuz hatte für Ernstfälle im Rotkreuzhaus extra eine Anlaufstelle für Erstbehandlungen eingerichtet, um nicht gleich ins Krankenhaus einliefern zu müssen. Letzteres konnte so vermieden werden. Dass nur zwei Fälle zu behandeln waren, die aufgrund von Alkoholproblemen in den Armen der Sanitätskräfte landeten, spreche auch für die Vernunft der Festbesucher, bei diesen Temperaturen sehr bedacht mit Alkohol umzugehen.


Alles ruhig, alles bestens
Ähnlich äußerten sich auch die beiden Festorganisatoren Thomas Lutz und Bruno Heynen. "Keine Vorkommnisse, bestens gelaufen", so Thomas Lutz kurz und bündig. Ein Grund dafür war sicherlich die Vorbereitung gewesen. So hatte man die Pferde für die Wägen beim Festzug erst so spät als möglich eingeschirrt. Die Tiere waren noch einmal geduscht worden und am Berliner Platz hatte man eine Pferdetränke (Fassungsvermögen 1000 Liter) aufgebaut. Alles lief reibungslos.


Wasser-Stationen
Sowohl für die Helfer wie auch für die Akteure waren entlang der Festzugstrecke Wasser-Stationen eingerichtet, wo man sich im Zweifelsfall noch einmal mit Mineralwasser versorgen konnte. Auf den Wägen und in den Kutschen war ebenfalls Wasser deponiert worden. Erwin Full, der in diesem Jahr als Architekt Max Littmann am Festzug teilnahm, stellte hinterher fest: "Es war gar nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte." Gute Vorbereitung ist eben was wert.

Bruno Heynen sprach mit seinem Kollegen nach dem Festzug gleich über Dinge, die man im nächsten Jahr noch besser machen könnte. "Dieses Jahr lief schon alles sehr perfekt", sagte er, "einige Kleinigkeiten kann man freilich immer verbessern".


Beobachter in der Luft
Dank der Unterstützung des Fliegerclubs konnte Thomas Lutz in diesem Jahr den Festzug aus der Luft beobachten. Was er dabei feststellte: Als nach 45 Minuten die ersten Wagen des Festzuges in der Erhardstraße ankamen, standen in der Au immer noch sechs Wagen und warten auf ihren Beginn des Festzuges. Am Ende war der Ablauf aber doch perfekt: Als die Kehrmaschine (letzter Wagen) über die Kreuzung Ludwigstraße/ Theresienstraße fuhr, bog der Polizeiwagen mit Lothar Manger (erstes Auto des Zuges) in die Theresienstraße ein.

Apropos Polizei: "Keine Vorkommnisse" wurde von den Beamten zum Rakoczy-Fest 2013 gemeldet, lediglich zwei alkoholisierte Festbesucher mussten am gesamten Wochenende "verarztet" werden. Auch bei der Feuerwehr war das Rakoczy-Wochenende sehr entspannt. "Nix zu vermelden" hatte Stadtbrandinspektor Harald Albert. Einmal musste man ausrücken, als am Samstagabend im Rosenviertel jemand bei einem größeren Lagerfeuer seine Steaks grillen wollte. Die doch heftige Rauchentwicklung rief die Floriansjünger auf den Plan. Kein Problem. "Es war ein tolles Fest", urteilte Harald Albert am Sonntagabend und dem gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen.