Hammelburg
Politik

Ehemaliger Engenthaler Sebastian Brux zieht ins Berliner Rote Rathaus um

Der Berliner Senat hat den aus Engenthal stammenden Sebastian Brux (Grüne) am Donnerstag zu einem der drei Regierungssprecher der neuen Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey bestimmt.
Sebastian Brux war bisher  Pressesprecher des Berliner Justizsenators, am Donnerstag hat der Senat ihn zum stellvertretenden Sprecher gewählt.  Foto: Daniel Peter
Sebastian Brux war bisher Pressesprecher des Berliner Justizsenators, am Donnerstag hat der Senat ihn zum stellvertretenden Sprecher gewählt. Foto: Daniel Peter
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Einen Tag vor Heiligabend hat der neue Berliner Senat unter der Führung von Franziska Giffey den aus Engenthal stammenden Sebastian Brux zum stellvertretenden Sprecher bestimmt. In der neuen rot-grün-roten Landesregierung benennt jede der drei Regierungspartei eine Sprecherin oder einen Sprecher. Die Berliner Grünen vertrauen dabei auf den 38-jährigen ehemaligen Engenthaler Ortssprecher. Den Sprecher oder die Sprecherin des Senats stellt die SPD, die Linke hat Kathi Seefeld als weitere Stellvertreterin vorgeschlagen.

Sebastian Brux sagt auf Nachfrage, dass er "demütig" auf seine neue Aufgabe blicke. "Wir stehen vor den größten Herausforderungen unserer Zeit. Neben der Coronakrise müssen wir auch den Klimawandel in den Griff bekommen", betont Brux, und: "Eine transparente Kommunikation wird entscheidend sein, um die Gesellschaft mitzunehmen. Da haben Berlin und Bad Kissingen sogar eine Gemeinsamkeit. "

Sebastian Brux ist im Elfershäuser Gemeindeteil Engenthal aufgewachsen. "Er war früh bei der Grünen Jugend", erinnert sich Volker Partsch, 3. Bürgermeister von Elfershausen und Grünen-Fraktionssprecher im Kreistag. 2002 habe er Sebastian Brux davon überzeugen können, auf seiner neuen "Neuen Liste" für den Gemeinderat zu kandidieren. Er sei zwar nicht ins Gremium gewählt worden, wurde aber mit 18 Jahren zum Ortssprecher von Engenthal ernannt. "Das haben wir zusammen gewuppt und es war immer eine hervorragende Zusammenarbeit", sagt Partsch.

In Bamberg und Berlin studiert

Sebastian Brux besuchte zunächst die Hammelburger Realschule, danach ging es weiter auf die Fachoberschule. In Bamberg begann er sein Studium der Sozialen Arbeit, nach dem Vordiplom wechselte er 2006 nach Berlin. Deshalb musste er auch das Amt des Ortssprechers abgeben. Nach dem Studium arbeitete er zunächst für den Grünen-Bundestagsabgeordneten Volker Beck. 2017 holte ihn der damalige Berliner Justizsenator, Dr. Dirk Behrendt, als Justizsprecher in die Landespolitik. Kurz vor Weihnachten 2021 wechselt er nun die Büros: vom Sitz des Justizsenators im Stadtteil Schöneberg ins Rote Rathaus, dem Sitz der Landesregierung in Berlin-Mitte.

In seine unterfränkische Heimat zieht es Brux noch immer regelmäßig, dann darf das Rennrad nicht fehlen, denn: "Berlin hat alles, aber keine Berge." "Es war früh klar, dass er raus in die große weite Welt wollte", sagt sein ehemaliger Weggefährte Volker Partsch, und: "Er hat sich top mit den Leuten in Engenthal verstanden und hatte damals schon gute Ideen." Volker Partsch hat bis heute Kontakt mit Sebastian Brux und freue sich über dessen neue Aufgabe.

"Als ich mit Grüner Politik als Gymnasiastin angefangen habe, war Sebastian noch Grundschüler", weist die Hammelburger Staatssekretärin Manuela Rottmann (Grüne) auf den Altersunterschied von rund elf Jahren hin. Als Brux im Landkreis aktiv wurde, habe sie in Frankfurt Politik gemacht. Deshalb kenne sie ihn zwar nicht aus dem Landkreis Bad Kissingen, habe aber in den vergangenen Jahren zufällig viel mit ihm zusammen gearbeitet: "Ich war im Bundestag für die Rechtspolitik zuständig und Sebastian war Sprecher des grünen Justizsenators von Berlin. Wir haben uns etwa jedes halbe Jahr getroffen und die Themen der Justizministerkonferenz durchgesprochen", sagt Rottmann, und: "Irgendwie kreuzen sich die Wege der Grünen aus dem Landkreis dann wie durch Zauberhand doch immer."

Und was erwartet Rottmann von der neuen Berliner Landesregierung? "Als Teilzeit-Berlinerin weiß ich einiges zu schätzen, was die dortige Landesregierung in den letzten Jahren auf den Weg gebracht hat." Das Nahverkehrsangebot in Berlin sei bundesweit das beste. Schülerinnen und Schüler können Busse und Bahnen auch in ihrer Freizeit kostenlos nutzen, was für viele Familien eine große finanzielle Entlastung sei. "Der Senat hat mir sogar quasi eine eigene U-Bahn vor die Tür gebaut: Seitdem die U5 verlängert wurde, muss ich auf dem Weg zur Arbeit überhaupt nicht mehr umsteigen", freut sich Rottmann, und: "Als Radfahrerin schätze ich, dass die Radwege immer besser ausgebaut werden. Ich erhoffe mir, dass die neue Berliner Regierung mit stärkeren Grünen diesen Weg weiter geht: Sichere und bezahlbare Alternativen zum Berliner Stau weiter auszubauen."