Mehl, Zucker, Butter, Eier: Edeltraud Häusler hat die Zutaten für die Krapfen schon am Vorabend bereit gestellt. "Alles muss die gleiche Temperatur haben. Sonst geht der Teig zu langsam", sagt die Ernährungsfachfrau aus Wartmannsroth. Sie muss es wissen: Für sich und ihre Familie backt die 54-Jährige "schon immer" Krapfen. Schon immer nach dem Rezept, dass sie sich nirgends notieren muss. Traditionell haben heute alle Narren die letzte Chance auf die Faschingskrapfen, bevor die fünfte Jahreszeit beerdigt wird. Ein Fest für Naschkatzen.

Jeder Schritt sitzt

Zuerst setzt Edeltraud Häusler den "Dämpferl" an. Für diesen Vorteig erwärmt sie die Milch. In einen Teil davon bröckelt sie die frische Hefe. "Noch etwas von dem Zucker dazu, damit es schön gärt." Inzwischen das Mehl in eine Schüssel sieben. "Dadurch wird der Teig feiner", sagt die stellvertretende Kreisbäuerin. Dann kommt der Rest zum Mehl in die Rührschüssel: das Salz, der Vorteig, die Eier, der Zucker und der Vanillezucker, die weiche Butter an den Rand und die warme Milch darüber. An die Knethaken und los. "So lange, bis der Teig glatt ist und Blasen wirft." Dann gewährt sie ihm mindestens eine halbe Stunde Ruhe. Durch das Fenster in der Küche scheint das Licht nach drinnen auf die dunkle Arbeitsfläche. Edeltraud Häusler hat sich eine rote Schürze umgebunden. Wie immer, wenn sie kocht oder backt. Und das macht sie jeden Tag. "Frisch schmeckt alles am besten", sagt die Mutter von vier Kindern, "mit guten, frischen Lebensmitteln." Das gilt auch für ihre Krapfen.

In der Ruhe liegt der Geschmack

Nachdem der Hefeteig geruht hat, knetet sie ihn noch einmal durch und lässt ihn wieder eine halbe Stunde stehen. Dann kratzt sie den fluffigen Teig aus der Rührschüssel und rollt ihn auf einer Unterlage aus. Zwei Zentimeter dick. Ein Glas ist Formgeber. Die ausgestochenen Teiglinge bestreicht sie mit etwas Öl. "Dann bleiben sie geschmeidig und werden nicht rissig." Eine Frischhaltefolie und ein Tuch darüber und erneut für 30 Minuten gehen lassen.

In einem silbernen Topf erhitzt Edeltraud Häusler das Pflanzenöl. "Das kann man gut zwei Mal benutzen. Einfach durch einen Kaffeefilter seihen." Der Löffeltest besagt es ist soweit, bei 160 bis 170 Grad blubbert das Öl um den Holzstil herum. Mit der Oberseite zuerst, versenkt sie drei Teiglinge darin. "Nicht zu viele, damit man die Übersicht nicht verliert. So saugen sie sich auch nicht so voller Fett." Deckel drauf und etwa zwei Minuten abwarten.

Gebäck fokussieren

"Man muss dabei bleiben. Telefonieren und Krapfen backen funktioniert nicht", sagt sie und lacht. Mit der Kelle dreht sie die Krapfen im heißen Öl. Die andere Seite frittiert ohne Topfdeckel. "Dann gelingt auch der typische weiße Rand. Der muss sein." Sie angelt die Krapfen aus dem Fett und lässt sie abtropfen. Sobald sie abgekühlt sind, geht es ans Eingemachte. Und da kommt für Edeltraud Häusler und ihre Familie nur eines infrage: Hagebuttenmark. Klassisch. Mit der Spritze ins Innere des Krapfens. Als Krönung stäubt sie einen Hauch Puderzucker über das Gebäck - fertig zum Vernaschen. Bei der 54-Jährigen gibt es die Krapfen nur während der Faschingswochen. "Man braucht Abnehmer und Freude am Backen." Und Edeltraud Häusler hat beides.

Krapfen-Rezept

Zutaten für 25 Stück
600 Gramm Weizenmehl
60 Gramm Butter
50 Gramm Zucker
2 Päckchen Vanillezucker
1/4 Liter Milch
30 Gramm frische Hefe
1 Prise Salz
2 Eier
3 Eigelb
2 Esslöffel Rum
Pflanzenöl oder Palmfett zum Frittieren