Zwar erlaubte der eng getaktete Terminkalender der Bundestags-Wahlkreisabgeordneten Dorothee Bärnur eine gute Stunde Zeit für diese Veranstaltung, die aber vollgepackt war mit interessanten Informationen zur aktuellen Bundespolitik, so eine Pressemitteilung der Seniorenunion.

Als stellvertretende Fraktionsführerin der CDU/CSU sparte die Oppositionspolitikerin nicht mit Kritik an den meist von verschiedenen Ideologien bestimmten Entscheidungen der Ampelkoalition.

Sorge um die hohen Energiepreise

Einen breiten Raum in der Fragerunde nahm die Sorge der Senioren um die hohen Energiepreise ein. War es richtig, so einseitig auf Elektrofahrzeuge umzustellen? Könnte man nicht auch in Deutschland Frackinggas fördern? Und wie steht es mit der Geothermie als mögliche Alternative? Sie selbst sei nicht gerade begeistert von der Priorisierung der "Übergangstechnik" Elektrofahrzeug. Beim Fördern von Gas mit Hilfe des Frackings gab sie zu bedenken, dass es hier natürlich die Interessen der Menschen zu beachten gäbe, die in den betreffenden Gebieten lebten in unserem so dicht besiedelten Deutschland. Das Nutzen der Geothermie dagegen bezeichnete sie als eine gute kurzfristige Alternative in dafür besonders geeigneten Regionen. Als flächendeckende Lösung sei die Umsetzung dieser Technik jedoch sehr zeitaufwendig; das werde dauern.

Frage nach der Sitzungspräsenz

Ein Teilnehmer mahnte die mangelnde Sitzungspräsenz der Abgeordneten an. Bär gab hier durchaus einleuchtende Begründungen. "Wenn euer Abgeordneter nicht im Plenarsaal zu sehen ist, dann arbeitet er wirklich", mit diesen Worten machte sie deutlich, dass die eigentlich wichtige Arbeit in den Ausschüssen geleistet werde, die nicht selten zeitgleich zu Plenarsitzungen angesetzt seien. Im Bundestag selbst ist es dagegen oft lediglich erforderlich, dass die mit dem gerade behandelten Thema beschäftigten Fachleute anwesend sein müssten.

Ein Senior gab der stellvertretenden CSU-Vorsitzenden den Rat, die Parteiführung sollte häufiger ihre ermittelten Zahlen an die Mitglieder weitergeben, damit jeder Einzelne sie mit den Zahlen der Regierung vergleichen könne, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Und warum stehen denn die Windräder so oft still, obwohl es windig ist? Für den Rat bedankte sich Frau Bär und gab dem ebenfalls anwesenden neuen Wahlkreis-Geschäftsführer Jan Gawlik den Auftrag, dies künftig häufiger zu tun. Zu den Windrädern outete sich Dorothee Bär insofern, dass sie selbst nicht gerade eine Freundin dieser Monster sei, besonders dann nicht, wenn sie vermehrt auch in der Rhön aufgestellt werden sollen, anstatt zum Beispiel an oberbayerischen Seen. Auch die Schönheit unserer Rhön habe ein Anrecht darauf geschützt zu werden. Der Grund, warum Windräder oft auch mal still stünden, sei häufig die fehlende Speicherkapazität.

Wer soll das bezahlen?

"Wer soll denn eigentlich all diese Ausgleichszahlungen und Absicherungsleistungen bezahlen, die die Regierung in den letzten Monaten beschlossen hat?", so lautete die letzte Frage eines Teilnehmers. Bär verwies dazu auf ihre eigene Regierungsarbeit, bei der immer darauf geachtet wurde, dass bei allen Änderungen eine passende Gegenrechnung vorgelegt werden musste. Die Haushaltsführung der jetzigen Regierung bezeichnete sie dagegen als höchst unsolide, so die Pressemitteilung weiter.

Walter Gutmann, der für den verhinderten Kreisvorsitzenden Siegfried Erhard das Gespräch geleitet hatte, bedankte sich sowohl bei Dorothee Bär als auch bei den erschienenen Mitgliedern der Seniorenunion für den aufschlussreichen Nachmittag.