"Ich bin Humpe, der kleine Troll. Besucht mich in der Riedelgrube!" So heißt ab diesem Samstag, 12. Juli, wenn das neu gestaltete Biotop auf dem ehemaligen Ziegeleigelände der Firma Riedelbau (Schweinfurt) in der Nähe des Bahnhofs seine Pforten offiziell um 13 Uhr öffnet. Der 2,5 Kilometer lange Erlebnisweg "Troll-lige Riedelgrube" vereint die einzigartig gewachsene Naturkulisse mit der bezaubernden Phantasiewelt des berühmten schwedischen Malers John Bauer.
Von
1920 bis 1962 baute die Firma Riedel (Schweinfurt) in dem Gelände nahe des Bahnhofs Lehm ab und stellte Back- und Ziegelsteine her. Als sich diese Produktion nicht mehr lohnte, überließen die Besitzer das Areal der Natur. Ungestört konnte sich nach und nach ein reiches Tier- und Pflanzenleben entwickeln. Nur wenige Relikte wie die Trafostation, Hallenreste und die Betonzufahrt erinnern an die Vergangenheit.

Bezug zu John Bauer

1996 erwarb die Gemeinde die Fläche, nachdem die Firma Riedel die Zone veräußern wollte. In Zusammenarbeit mit Behörden und vor allem dem Bund Naturschutz reiften die Pläne für kulturelle, soziale und umweltpädagogische Aktionen.
Mitten in diese Überlegungen fiel die Erinnerung an John Bauer, dessen Vater 1849 in Ebenhausen geboren wurde. Er siedelte 1862 nach Schweden über. John Bauer, geboren 1882, gilt bis heute als einer größten Maler seines Landes, vor allem als Illustrator zahlreicher Kinder- und Märchenbücher. Bei einem Fährunglück kam er 1918 mit seiner Familie ums Leben.
Vor allem dem langjährigen Kreisheimatpfleger Werner Eberth und Altbürgermeister Siegfried Erhard ist es zu verdanken, dass der Bezug zu John Bauer neu entdeckt wurde.
Zum einen entstand im Zuge der Sanierung des Heimatmuseums am Kirchplatz ein eigener Bereich, der John Bauer gewidmet wurde und den Anja Erz-Holschuh und Cornelia Herterich mit großer Hingabe betreuen. Jeden ersten Sonntag im Monat, sowie bei Festen und Sonderterminen können sich Besucher mit Leben und Schaffen des Künstlers befassen.
Mit der "Troll-ligen Riedelgrube" erfahren die Erinnerungen an John Bauer eine weitere Bereicherung. Über mehrere Jahre reifte ein Konzept, in das sich Fachkräfte, Gemeinde, Bund Naturschutz und Arbeitskreise einbrachten. Finanzielle Unterstützung brachte das EU-Programm Leader, über das 50 Prozent der Nettokosten in Aussicht gestellt wurden. Außerdem gewann die Gemeinde für das ökologische Baugebiet am Bahnhof ein Preisgeld von 40 000 Euro, das in das Projekt fließt. So belaufen sich die Kosten für die Gemeinde auf 135 000 Euro.
Letzte Handgriffe erledigen in diesen Tagen Gemeinde und Firmen, um die "Troll-lige Lehmgrube" präsentieren zu können. Spannende Themenführungen für Kindergärten und Schulen sowie für kulturell und naturkundlich interessierte Menschen warten. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen, damit die Anlage in ihrer ganzen Vielfalt und Schönheit vorgestellt und beim Rundgang bzw. an Stationen erlebt werden kann.

Einweihungsfeier am Samstag, 12. Juli. 13 Uhr Begrüßung und Erläuterungen zum Projekt, offizielle Übergabe mit Rundgang, 15 und 16.30 Uhr Führungen zu Flora und Fauna durch den Bund Naturschutz

Rahmenprogramm Umrahmung mit der Blaskapelle Ebenhausen , für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Themen und Stationen Die Märchenwelt, John Bauers
Schmetterlinge, Vögel und Fledermäuse, Vogelstimmen in der Riedelgrube, Kräuter, Pflanzen und Bäume, "Entdecke die Riedelgrube mit dem Märchenrucksack" (für kleine Forscher)

Ausstattung Wetterfeste "Trollhütte", Märchenrucksäcke, barrierefreier geschotterter Rundweg, Hinweistafeln, Sitzblöcke, "Trollspuren", Lebensraum "Steinhaufen", Parkplatz und Toilette.