Ina Hiller und Dajana Moraw vom Verein "Pro-Jugend im Landkreis Bad Kissingen" haben dem Gemeinderat die aktuelle Situation der Jugendarbeit im Markt Burkardroth vorgestellt. Offene Jugendarbeit, Kontaktarbeit, Netzwerkarbeit, Vereinsarbeit, Beratung, Ortsentwicklung und Jugendpolitik sind die verschiedenen Schwerpunkte.

Unter die offene Jugendarbeit fallen die Jugendräume. In Gefäll, Katzenbach, Lauter und Stralsbach gibt es selbst verwaltete Jugendräume, in Burkardroth, Premich und Stangenroth begleite Jugendgruppen.

Aufgrund der Corona-Pandemie sei viel Arbeit notwendig gewesen, um den Kontakt zu den Jugendlichen aufrecht erhalten zu können. Über digitale Medien war das möglich. Vor allem rund ums Homeschooling sei Beratung notwendig geworden.

Die Jugendarbeit lebe auch von der Netzwerkarbeit mit örtlichen Vereinen, wie dem Rhönklub und der KJG sowie der Offenen Ganztagsschule. Hier seien die Gemeindejugendarbeiterinnen Kontaktpersonen für die Jugendlichen wie auch die Institutionen. Ausdrücklich dankten sie Bürgermeister Wehner für den kurzen Draht und die gute Kooperation mit der Gemeinde.

Unter Ortsentwicklung fiel eine Standort- und Sozialraumanalyse, um vorhandene Angebote für Jugendliche zu erhalten und zu verbessern und gleichzeitig Neues zu schaffen. Dabei stehe im Vordergrund, was vor Ort benötigt und gewünscht werde, so Ina Hiller und Dajana Moraw.

Einzelberatung habe einen großen Stellenwert und habe in Corona-Zeiten sogar zugenommen. Ratsuchende seien Kinder und Jugendliche aber auch Eltern, Familien, junge Erwachsene und Angehörige. Die Gemeindejugendarbeiterinnen haben auch die Aufgabe, an professionelle Fachstellen weiter zu vermitteln. Der Bürgermeister bestätigte die Notwendigkeit der Einzelberatung. "Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass im Markt Burkardroth alle Familien intakt sind."

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Jugendpolitik, die junge Menschen befähigen soll sich für ihre Gemeinde zu interessieren. Die Beteiligung junger Menschen sei aus einer zukunftsorientierten Kinder-, Jugend- und Familienfreundlichen Kommune nicht mehr wegzudenken. Sie diene der Identifikation der jungen Menschen mit ihrer Heimat und förder den Zusammenhalt. "Jugendliche wollen mitreden und sich engagieren und haben innovative Idee", so die Gemeindejugendarbeiterinnen. Aber es gehe nicht nur um Lokalpolitik, sondern insgesamt um Demokratiebildung. Regelmäßig werden U18 Wahlen angeboten, so zuletzt bei der Europawahl. Auch bei der Bürgermeisterwahl sollte eine U18 Wahl stattfinden, was jedoch wegen Corona ausfallen musste.

Enttäuscht zeigte sich Marion Zehe (Stangenroth), dass auch nach dem Lockdown in Stangenroth das Angebot für Jugendliche nicht aufgenommen wurde. Hiller und Moraw verwiesen auf die hohe Arbeitsbelastung in den Sommermonaten, in denen das Ferienprogramm in Vordergrund stand. Da sich viele Vereine in diesem Jahr nicht engagierten, oblag es den Gemeindejugendarbeiterinnen, einen Ersatz zu organisieren. Die Jugendarbeit in Stangenroth stehe nun aber ganz oben auf ihrer Prioritätenliste.

"Was fehlt den Jugendlichen? Um welche Schwerpunktthemen geht es?", wurden die Gemeindejugendarbeiterinnen gefragt. An erster Stelle stehe der Wunsch nach Räumen für Parties und freies W-Lan, erklärten sie. Die Kontaktdaten der beiden sind auf der Homepage des Marktes Burkardroth und hier zu finden.

Kritisch hinterfragt wurde, welchen Vorteil der Markt Burkardroth durch eine Beteiligung am Verein "Pro-Jugend" habe und ob es nicht sinnvoller sei, einen eigenen Jugendreferenten einzustellen. Hiller und Moraw verwiesen auf die Möglichkeit von gemeindeübergreifenden Projekten. Zudem profitiere der Markt vom Netzwerk des Vereins sowie vom pädagogischen Fachwissen. Die Fachkräfte nähmen regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen teil. Zudem übernehme der Verein die anfallenden Verwaltungsarbeiten.

Im Zusammenhang mit der Jugendarbeit stand auch der Antrag für das Pumphäusle in Lauter. Das ehemalige Pumpwerk der Wasserversorgung wurde Ende der 1990er Jahre der Kirchenstiftung für die Jugendarbeit überlassen. Der allgemeine Unterhalt sowie die Gebäudebewirtschaftung werden von der Kirchenstiftung beziehungsweise den Jugendlichen getragen. Ebenso auch Schönheits- und kleinere Reparaturen. Aus Sicherheitsbedenken wurde auf Wunsch der Jugendlichen und Kirchenverwaltung im Jahr 2019 durch den Markt Burkardroth ein Notausgang eingebaut. Die Kosten lagen bei 7.257 Euro. Die Jugendlichen möchten nun, zum Abschluss der Maßnahme in Eigenleistung die Außenanlage am Notausgang gestalten und den Ausgangsbereich überdachen. Die Materialkosten hierfür werden auf rund 8.000 Euro geschätzt. Die Gemeinderäte stimmen dem Vorhaben zu.

Zugestimmt wurde in der Marktgemeinderatssitzung auch den beiden vorliegenden Bauanträgen zum Wohnhausneubau und Garage in der Rhönstraße in Wollbach und dem Bauantrag zum Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage in der Schlingenstraße in Waldfenster.