Nach einjähriger Pause fand nun wieder ein Umsonst und Draußen-Festival statt und es zeigte sich einmal mehr, dass der zuletzt genutzte Platz, das Festgelände im oberen Teil der ehemaligen US-Kaserne, voll angenommen wird. Selbst Podo Panik, wie sich der Gitarrist der Band "Dr. Hell" selbst nennt, war begeistert: "Es ist das beste, was die Region zu bieten hat."

In Scharen und doch gut gesittet zogen die Jugendlichen an der Polizeiwache und den anschließenden Einkaufsmärkten vorbei, um aufs Festgelände zu gelangen. Am Parkplatz zeugten zahlreiche auswärtige Autonummern davon, dass sich das Bad Kissinger "Umsonst & Draußen" bis Fulda und Tauberbischofsheim herumgesprochen hatte.


Nicht nur für junge Leute

Aber es kam nicht nur die Jugend, für einige Besucher war es ein richtiger Familienausflug. Für andere, wie zum Beispiel Harald Hoppe, war der Festivalbesuch dagegen eine angenehme Pflicht, wollte der 62-Jährige doch seine Kids, die beim "Soundladen" mitspielen, live auf der Bühne erleben. Aber er war bei weitem nicht der einzige ältere Fan unter den geschätzten 2000 Zuhörern, die am Freitagabend rund zwei Stunden nach Festivalbeginn vor Ort waren.

Nicht jeder Liebhaber lauter Musik war an diesem Abend so aufregend gestylt wie Lucas Ahmend aus Rothhausen, der die "Veranstaltung mega-geil" fand und sich schon lange im voraus auf das Treffen mit alten Freunden gefreut hat. Sein Freund Willy Adler ergänzte: "Umsonst und Draußen ist die geilste Party in ganz Kissingen."


Super, mit dabei zu sein

Da waren sich die beiden mit der Band "Dr. Hell" einig. Die "untoten Musiker" DanDan Delirious (Vokals), Ina Insanity (Bass) und Mike Maniac (Drums) ließen durch Guitar-Man Podo Panic ausrichten, dass man sich immer riesig freue, bei diesem tollen Event in Kissingen auftreten zu dürfen. Die Rockgruppe, die nach eigenen Angaben von den "Bloody Islands", einer Ecke in der Nähe von Schweinfurt, stammt, muss es wissen, tritt sie doch bundesweit auf.

Vroni Lose, die Verantwortliche für U&D, zeigte sich ebenfalls glücklich, dass um 21 Uhr, die Musikveranstaltung hatte gerade einmal den ersten Bandwechsel hinter sich, bereits geschätzte 2000 Personen auf dem Gelände waren. "Ich bin ganz zufrieden, es ist ja noch hell, und jetzt geht es ja erst richtig los", sagte Vroni Lose, die da schon genau 13 Stunden auf den Beinen war.


Freiwillige Helfer

Mit gut zwei Dutzend Helfern, die meisten vom Verein zur Förderung von Jugendveranstaltungen, aber auch mit etlichen Freiwilligen, die sich über Facebook gemeldet hatten, war Vroni Lose an diesem Freitag seit acht Uhr auf dem Platz. Zwischen Organisieren, Delegieren und Selbst-mit-anfassen richtete sie ständig einen Blick nach oben: Hält das Wetter? Bleibt es trocken?

Und es blieb zumeist trocken, denn alle Besucher hätte das eine Zelt nicht aufnehmen können. So hatten die Fans an den beiden Tagen die Möglichkeit auf drei Bühnen insgesamt über 30 Bands zu hören. Ein Musikereignis, das sich inzwischen, in seinem über 20-jährigen Bestehen auch im Kissinger Stadtrat etabliert hat. "Wir zeigen, dass wir, also Veranstalter und Stadträte, zusammenhalten und helfen" sagte Klaus Zehe (Freie Wähler), drehte sich um und half sofort weiter im Getränkewagen, mit dem zumindest ein Teil der Kosten wieder hereingeholt wurden.