Seit Wochen schon herrscht Betrieb im Gewerbegebiet Im Mühlengrund. Genauer gesagt an der ehemaligen Disco, ein rotes Gebäude mit großem weißen Stern an der Vorderseite. Fahrzeuge parken davor, Handwerker gehen ein und aus. Wilde Spekulationen darüber, wer für diese Betriebsamkeit sorgt, machen derweil im Dorf die Runde. Dieter Augustin kann darüber nur schmunzeln.
Letztlich ist das auch eine Art Werbung für ihn und sein Vorhaben "disco sonic".

Der 56- Jährige, der aus der Nähe von Krefeld in Nordrhein-Westfalen stammt, hat das Gebäude gepachtet und möchte die ehemalige Disco demnächst wiedereröffnen. Einen konkreten Termin dafür kann er aber noch nicht nennen. Zunächst müssen das seit Jahren leerstehende Haus auf Vordermann gebracht und etliche Anlagen erneuert beziehungsweise repariert werden. Seit Ende Januar sind vorwiegend örtliche Handwerker damit beschäftigt. Parallel dazu wird die Innenausstattung verändert und mit einem neuen Konzept versehen.


Dazu soll ein Bistro kommen

Denn in dem Gebäude soll künftig nicht nur eine Disco, sondern auch ein Bistro betrieben werden. Etwas, was es im Markt Burkardroth so noch nicht gibt. "Ich möchte das Bistro sechs Tage die Woche öffnen, von Montag bis Samstag", erklärt Augustin. Zwischen 11 und 15 Uhr plant er, Mittagstisch anzubieten. Sorgen, dass die Gäste dafür ausbleiben, hat der gelernte Einzelhandelskaufmann nicht. "Die Leute können nebenan ihren Einkauf erledigen und anschließend hier Mittag essen oder die Mahlzeit auf Vorbestellung mit nach Hause nehmen. Das ist doch praktisch", sagt er.


Rustikales Ambiente

Am Abend, zwischen 17 und 23 Uhr, möchte der Gastronom nur eine kleine Auswahl an Gerichten anbieten. "Außerdem kommt hier in die Ecke eine Darts-Scheibe hin", fügt er hinzu. Noch sieht das künftige Bistro wenig einladend aus, Werkzeuge und Baumaterialien liegen in dem Raum verstreut. Schließlich ist der Zahlbacher Raumausstatter Jens Zeier damit beschäftigt, das Interieur entsprechend herzurichten. "Wir gestalten es in rustikalem Ambiente", erklärt Augustin, was es mit den Holzverkleidungen aus Eiche auf sich hat, die stellenweise schon montiert sind.

Im Sommer möchte der Unternehmer den Bistrobetrieb auf einen Strand mit Biergarten ausweiten. Dieser soll direkt hinter dem Haus auf einer rund 500 Quadratmeter großen Fläche Richtung Bach entstehen - mit Sand, Liegenstühlen und allem, was dazu gehört. "Vielleicht können wir dann auch Open-Air-Kino-Abende veranstalten", sagt er. Allerdings hängt das von den entsprechenden Genehmigungen ab.


Generationentypische Angebote

Auch für den künftigen Disco-Betrieb, den es nur am Freitag und Samstag geben wird, plant der Pächter Neuerungen. Schließlich möchte er nicht nur junge Leute, sondern auch die älteren Semester der Region ansprechen. Deshalb soll es freitags ausschließlich Tanzbares für die Jugend geben, am Samstagabend hingegen Musik für die Generationen Ü30 (über 30 Jahre alt). "Diese musikalische Trennung ist mir wichtig. Da gibt es kein Wenn und Aber", so Augustin. Zudem stellt er sich vor, eine Tanzschule der Region als Partner zu gewinnen, um in regelmäßigen Abständen beispielsweise Disco-Fox- oder Salsa-Abende zu veranstalten. Zu diesem etwas anderen musikalischen Konzept gehört für den Mann aus NRW auch das entsprechende gastronomische Angebot, das er selbst als gehoben bezeichnet. So plant er zum Beispiel eine Cocktailbar einzurichten, an der die Drinks. Daneben möchte er auch an Altbewährtem festhalten und überlegt, den Bus-Shuttle, der die Besucher aus der Region zur Disco brachte, zu aktivieren. Gespräche mit dem örtlichen Busunternehmen laufen.

Alles in allem hat sich Dieter Augustin so einiges vorgenommen. Etwa 100 .000 Euro schätzt er, muss er als Pächter in die Immobilie investieren, um seine Visionen zu verwirklichen. Deshalb strebt er langfristig deren Kauf an. Schließlich ist der 56-Jährige kein Unerfahrener, weiß, was in der Branche mit dem richtigen Konzept geht. Seit über 20 Jahren arbeitet er im Disco-Geschäft rund um Krefeld und Düsseldorf, hat nach eigenen Angaben Diskotheken eröffnet, betrieben und geleitet.


Die Personalfindung ist schwierig

Das Projekt in Zahlbach wird voraussichtlich sein letztes dieser Art sein, sozusagen die Krönung seines Berufslebens. Dafür verlässt der Unternehmer mit seiner Frau sogar sein Zuhause in Nordrhein-Westfalen und lässt sich in Unterfranken nieder. "Im April beziehen wir unsere neue Wohnung in Bad Kissingen", erzählt er.

Damit der geplante Betrieb auch funktioniert, braucht der Unternehmer Personal. "Jedoch gestaltet sich diese Suche schwerer als gedacht." Er sehe ein, man sei hier auf dem Land und nicht in einem Ballungsraum. Dennoch ist er optimistisch, dass er bis zur Eröffnung seine Mitarbeiter findet. Damit der Betrieb im Zahlbacher Gewerbegebiet so richtig losgehen kann.