Seit Landrat Thomas Bold, Innenstaatssekretär Sandro Kirchner, Regionalmanagerin Cordula Kuhlmann vom Landratsamt Bad Kissingen, und der Gesamtleiter von Maria Bildhausen, Rainer Waldvogel erstmals zusammenkamen sind fünf Jahre vergangen. Herausgekommen ist das Zentrum für Pflege, Sozialberufe und Ehrenamt Maria Bildhausen, das nun in die erste Pilotphase geht. Maßgeblich vorangetrieben hat das Projekt auch Landtagspräsidentin a. D., Barbara Stamm. Bei der offiziellen Vorstellung, zu der auch Gesundheitsminister Klaus Holetschek kam, blickten die Akteure auf eine anstrengende, aber letztlich erfolgreiche Zeit zurück.

Begeisterung entfacht

"Ihre Begeisterung ist sofort mit der ersten Information entfacht", sagte Thomas Bold bei seiner zum Engagement von Barbara Stamm. Er begrüßte die Vertreter der verschiedenen Gesellschafter, die sich in der gGmbH Zentrum für Pflege, Sozialberufe und Ehrenamt Maria Bildhausen zusammenschlossen haben. Diese gemeinnützige Träger-GmbH macht sich im Verbund auf den Weg mit einer offenen, breiten Allianz von Akteuren aus Pflege, Medizin, Kommunen, Zu- und Angehörigen, sorgendem Umfeld, Betreuung, Ehrenamt und Sozialberufen, neue querschnittorientierte Angebote zur fachlichen, psychosozialen und physischen Stärkung und Entlastung von in diesen Bereichen tätigen Personen zu entwickeln und umzusetzen. Darüber hinaus soll mit dem Projekt auch eine neue, übergreifende Verbundplattform, eine Ideenschmiede und agile Denkfabrik, ein Ort der Begegnung sowie des Austausches für Einrichtungen, Institutionen, Gebietskörperschaften und Verbände aus den Bereichen Pflege und Soziales entstehen.

Zwei Komponenten

"Jetzt sind wir bereit für die Pilotphase", sagte der Landrat und stellte Cordula Kuhlmann als Geschäftsführerin des neuen Zentrums vor. Sie habe das Projekt gestaltet. Einerseits müsse man alles tun, damit diem Pflege funktioniert. Anderseits gibt es in Maria Bildhausen einen Ort, in dem Menschen mit Handycap betreut werden. Diese beiden Komponenten würden jetzt mit dem neuen Zentrum, das von überregionaler Bedeutung sei, zusammengebracht.

Barbara Stamm hob Generaloberinder St. Josefskongregation , Schwester Katharina Wildenauer, den Geistlichen Direktor des Dominikus Ringeisenwerkes, Martin Riß, und Staatsminister Klaus Holetschek hervor, die das Projekt von Anfang an unterstützt haben. Ihr besonderer Dank galt auch Cordula Kuhlmann, die über all die Jahre so hartnäckig geblieben ist und das Projekt so gut vorbereitet habe. Nun gehe es um die Finanzierung. "Wir müssen die Absicherung bekommen, dass wir nach der Pilotphase richtig loslegen können." Es gebe nicht genügend Pflegekräfte, bemängelte sie und forderte sofort mehr Planstellen.

Zu viele Regeln

"So ein Projekt lebt von dem Geist und Willen etwas umzusetzen", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek. In unserem Staat gebe es zu viele Regulierungen, um schnell und flexibel handel zu können. Die Gründung der gemeinnützigen GmbH bezeichnete er als starkes Signal. "Es ist einfach notwendig." Das Thema Pflege sei wichtiger denn je. "Wir steuern in eine Katastrophe mit Ansage", betonte er. Man bräuchte zuverlässige Strukturen in der Pflege. "Sie brennen für ihren Beruf, aber sie brennen auch aus", sagt er zur Lage der Pflegekräfte. "Wir müssen jetzt handeln und nicht nur reden." Klaus Holetschek forderte vom Bund eine Pflegereform, das sei die moralische und ethische Verpflichtung des Staates. Zum Vorstellung des neuen Zentrums in Maria Bildhausen meinte der Staatsminister, dass es ein großartiger Tag sei.

Staatssekretär Sandro Kirchner erinnerte an die Anfänge vor fünf Jahren und verglich den Werdegang mit einem Marathonlauf. Ein Meilenstein sei die Gründung der gGmbH, weitere die beiden Pilotphasen. In Maria Bildhausen entstehe etwas ganz Großartiges, meinte Gesamtleiter Rainer Waldvogel. "Wir sind bereit, die Besucher Willkommen zu heißen." Er dankte noch einmal der St.-Josefskongregation, die einen hohen einstelligen Millionenbetrag ins Haus St. Maria investiert hatte.

Zu den Gesellschaftern zählt das Dominikus-Ringeisen-Werk mit dem Sitz in Ursberg; die Carl von Heß Sozialstiftung Hammelburg; die Stiftung Juliusspital Würzburg mit dem Sitz in Würzburg; die Stadt Münnerstadt; die Schwesternschaft München vom Bayerischen Roten Kreuz eingetragener Verein mit dem Sitz in München; das Diakonische Werk Schweinfurt e.V. mit dem Sitz in Schweinfurt; das Bayerische Rote Kreuz Körperschaft des öffentlichen Rechts mit dem Sitz in München; der Caritasverband für die Diözese Würzburg e.V. mit dem Sitz in Würzburg; die Stiftung Bürgerspital zum Hl. Geist mit dem Sitz in Würzburg.