Die gute Nachricht: Seit 24 Jahren blieb die Steuer für Vierbeiner in Bad Kissingen immer gleich. Die schlechte Nachricht: Die guten Zeiten sind vorbei. Die Stadt Bad Kissingen erhöht jetzt die Hundesteuer. Im schlimmsten Fall - beispielsweise beim Kampfhund - müssen bis zu 600 Euro im Jahr ab 2023 bezahlte werden.

"Seit 1998 hat sich am Steuersatz nichts getan", teilt Daniel Bahn, Kämmerer der Stadt Bad Kissingen, mit. Der Bad Kissinger Oberbürgermeister, Dr. Dirk Vogel (SPD), begründet den Schritt folgendermaßen: "Es ist lange nichts gemacht worden. Jetzt müssen wir ran, um bei üblichen Beträgen zu landen."

Dabei müssen die meisten Halter nicht viel tiefer in die Tasche greifen. Statt 40 Euro pro Jahr kostet der erste Dackel ab dem kommenden Januar 60 Euro. Der zweite Hund liegt statt bei 80 Euro bei 90 Euro. Jeder weitere Hund schlägt im Jahr mit 150 Euro zu Buche.

Teuer wird es für Besitzer von Kampfhunden: Unabhängig davon, ob das Tier einen Wesenstest hat, der nachweist, dass keine große Gefahr vom Hund ausgeht, muss der Halter im Jahr 600 Euro an die Stadt entrichten. Das gilt auch für jeden weiteren Kampfhund.

Ziel hinter der Erhöhung

Blinder Wucher steckt dahinter allerdings nicht. "Die Steuer hat einen Lenkungszweck. Dadurch stellen wir sicher, dass nicht übermäßig viele Kampfhunde in Bad Kissingen unterwegs sind", erklärt Daniel Bahn. "Ja, die Steuer ist hoch, aber wir befinden uns in einem aktuellen Rahmen." Das sieht auch der OB so: "Wir bewegen uns hier im fränkischen Normal-Maß."

Der Blick in andere Kommunen bestätigt das. In Burkardroth kostet der Kampfhund beispielsweise 700 Euro im Jahr. "Die Kosten für einen Kampfhund sind ein negativer Anreiz, solche Tiere zu halten. Dazu stehe ich auch", betont der OB.

Die Aussage vom "fränkischen Normal-Maß" trifft auch bei ungefährlicheren Rassen zu. In Schweinfurt liegt der erste Hund jährlich bei 50 Euro. Jeder weitere Hund kostet 125 Euro.

In Münnerstadt gelten für Nicht-Kampfhunde die gleichen Steuerbeträge wie in der neuen Kissinger Satzung. Daniel Bahn mahnt: "Würden wir die Steuer nicht anpassen, unterhalten wir uns bald wieder über das Thema."

Das sagen Kommunalpolitiker

Bei Kommunalpolitikern stößt die neue Rechtsvorschrift nur teilweise auf Gegenliebe. Christian Hänsch (die Linke), meint: "Viele Städte erlassen Rentnern oder Hartz IV Empfängern die Hundesteuer. Für viele alte, alleinstehende Personen ist der Hund einer der wenigen Sozialkontakte. Für sie sind 20 Euro mehr viel Geld." Auch Steffen Hörtler (CSU) wünscht sich, dass Härtefälle geschaffen werden.

Dabei sollte es jedoch beim Wunsch bleiben, denn: Die Satzung ist rechtskräftig. Empfänger von Sozialhilfe oder Rentner sind nicht ausgenommen. "Es ist eine Objektsteuer. Das heißt, wenn ein Hund vorliegt, wird dieser besteuert", teilt Daniel Bahn mit. "Dabei gibt es keine Ausnahmen."

Steuer beim Hund: Es gibt weitere Kosten

Martina Greubel (DBK) nimmt die neue Steuer-Situation gänzlich anders wahr: "Rechnet man die Steuer für einen Hund auf den Monat herunter, sind das monatlich etwa 1,70 Euro mehr." Und: "Wenn sich jemand dazu entschließt, einen Hund zu halten, ist die Steuer der kleinste Posten verglichen mit den Kosten für das Futter oder den Tierarzt."

Außerdem habe die Stadt mit den Hunden Aufwand. Ein Teil der Steuer fließe beispielsweise in die Installation und Ausrüstung von Hundekot-Stationen, was nicht selbstverständlich sei.

Florian Keßler von der DBK schwebt ein Hundeführerschein vor, der - wenn vorhanden - letztlich zu weniger Steuerlast führt. Der städtische Kämmerer betont: "An den Punkt können wir bei der neuen Satzung nicht ran. Das wäre Ordnungsrecht und kein Steuerrecht."

Heim-Hunde sind billiger

Neu ist in der Satzung der Tierheim-Paragraph. Schafft sich ein Halter einen Hund aus dem Tierheim im Landkreis an, ermäßigt sich die Steuer für jeden Monat um ein Zwölftel. Der Boni gilt für ein Jahr. "Damit schaffen wir einen Anreiz, Heim-Hunde aufzunehmen", betont der OB.

Nur die Hälfte der Steuer zahlen Forstbedienstete, Berufsjäger oder Jäger, wenn sie ihren Hund überwiegend jagdlich oder für den Jagd- und Forstschutz führen. Grundlage dafür ist jedoch das Vorliegen einer Brauchbarkeitsprüfung nach dem Bayerischen Jagdgesetz oder ein vergleichbarer Leistungsnachweis.