Revierleiter Joachim Dahmer macht sich Sorgen. Anlass dazu gibt der Zustand des Waldes im Markt Burkardroth. Dieser besteht nicht nur aus 680 Hektar gemeindlichen, sondern auch aus etwa genau so vielen privaten Flächen mit rund 1800 Eigentümern. "Die Bäume haben unter dem heißen Sommer 2015 enorm gelitten", sagt er. Einziger Lichtblick für den Fachmann ist das aktuelle Winterwetter mit viel Regen.
"Ich hoffe, dass es in den nächsten Wochen weiterhin so feucht bleibt."
Nur dann habe der Wald eine Chance, sich halbwegs von der Dürre zu erholen und zu regenerieren. Beim letzten heißen Sommer 2003 habe das etwa drei Jahre gedauert.


Zahlreiche Nester entdeckt

Das feuchte Regenwetter erfüllt für den Forstmann jedoch noch einen weiteren Zweck. Es könnte verhindern, dass sich der Borkenkäfer weiter ausbreitet. Die Schädlinge schwärmen nämlich bei Temperaturen um die 16 Grad und bei trockenem Wetter aus. "Ich habe bei meinen Rundgängen zahlreiche Nester entdeckt", erklärt Dahmer die angespannte Situation. Ihm seien zudem etliche Fichten aufgefallen, die bereits befallen sind, deren Borke sich schon abgelöst hat und deren Nadeln in der Krone bereits eine braune Farbe angenommen haben. Dass sich der Borkenkäfer so stark ausbreitet, liege ebenfalls an dem heißen Sommer 2015, die Käfer konnten sich rasant vermehren.


Massenweise Vermehrung

"Ein Weibchen des Buchdruckers legt im Verlauf der Vegetationsperiode bis zu 150 Eier ab. Rechnet man Verluste mit ein, so kann ein Käferweibchen in Jahren wie 2003 mit drei Jungkäfergenerationen und zwei Geschwisterbruten mehr als 100 000 Nachkommen erzeugen", ist auf der Internetseite www.waldwissen.net der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft nachzulesen.
"Die befallenen Bäume müssen so schnell wie möglich raus", sagt Dahmer. Das regelt auch eine gesetzliche Anordnung von der Regierung von Unterfranken, die bis zum Jahr 2018 gültig ist. Demnach verpflichten sich Waldbesitzer zu regelmäßigen Kontrollen - in den Sommermonaten in Abständen von vier Wochen. Ist ein Baum von den Käfern Buchdrucker oder Kupferstecher befallen, muss er sofort gefällt werden, und die Rinde ist aus dem Wald zu entfernen. Der Befall ist der Unteren Forstbehörde im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten anzuzeigen.


Sofort handeln

Allerdings sei das Entfernen der Bäume laut Dahmer nicht immer so einfach, zumal der Waldboden momentan vom vielen Regen aufgeweicht sei. Zudem könnten private Waldbesitzer oftmals wegen der geringen Anzahl der Bäume nicht mit schwerem Gerät arbeiten oder hätten schwer zugängliche Stellen. "Jeder Waldbesitzer sollte jetzt seinen Bestand genau überprüfen und wegen des Borkenkäfers handeln, nicht zuletzt auch wegen der möglichen Schäden, die der starke Wind in den letzten Tagen verursacht haben könnte", fügt Dahmer hinzu. Außerdem stehe er für Fragen zur Verfügung.
Joachim Dahmer ist Leiter des Forstreviers Burkardroth sowie Berater der Forstbetriebgemeinschaft Fränkische Rhön und Grabfeld w. V. Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Sein Sitz ist in der Rhönstraße 20 in Burkardroth/Wollbach. Erreichbar ist er unter Tel.: 09734/ 934 664 oder Tel.: 0151/ 140 367 77.