Großes Lob gab es für die Siebtklässler der Mittelschule Oerlenbach, mit ihrem Klassleiter und Konrektor Uli Müller: Alle 20 Jugendlichen absolvierten erfolgreich die Ausbildung zum Schülerlotsen. Fast alle erklärten sich bereit, künftig diese Aufgabe wahrzunehmen.

Damit ist zur Freude von Mitschülern, Lehrkräften, Eltern und Gemeinde weiterhin ein wichtiger Baustein für einen sicheren Schulweg vorhanden.

In fünf Doppelstunden vermittelten die Polizeihauptmeister (PHM) Matthias Kleren und Stefan Löhser die Grundlagen für diese Aufgabe an Schulbushaltestellen, an Überwegen und im Schulbus. Themen waren unter anderem Ausrüstung mit Poncho und Kelle, das Abschätzen der Geschwindigkeit von herannahenden Fahrzeugen, einschließlich Berechnung von Reaktions-, Brems- und Anhalteweg. Hinzu kamen Dienste an Ampelanlagen, Zebrastreifen und sonstigen Übergängen, Umgang mit den meist jüngeren Mitschülern sowie Grundhaltungen wie Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein.

"Ihr habt prima mitgemacht und damit euch gut vorbereitet, als Lotsen einzusteigen", würdigte PHM Stefan Löhser nach der abschließenden Busrundfahrt, bei der die Theorie in der Praxis erprobt wurde.

Seit Jahrzehnten betreut Lehrer Werner Vierheilig die Lotsen und organisiert vor allem die Dienstzeiten.
In allen Anliegen, Sorgen und Schwierigkeiten ist er Ansprechpartner. Er ist Motor, dass immer wieder neue Kräfte nachrücken, wenn die Neuntklässler - wie gewohnt - zum Jahreswechsel ausscheiden, um sich auf die Abschlussprüfungen zu konzentrieren.


Lücke geschlossen

"Bei der Weihnachtsfeier verließen uns fünf Lotsen. Diese Lücke können wir mit den aktuell 16 neuen Kräften schließen. So verfügen wir jetzt über 27 Schulweghelfer aus der siebten und achten Klasse, eine tolle Zahl angesichts der Größe unserer doch kleinen Mittelschule", betonte er.

Im Sitzungssaal des Rathauses, wo sonst der Gemeinderat tagt, empfing Bürgermeister Franz Kuhn die jüngsten Ehrenamtlichen der Gemeinde. "Ihr seid enorm wichtig, je unverzichtbar, damit auf dem Weg zur Schule nichts passiert. Ihr müsst abwägen, ob ein nahendes Auto anhält oder erst noch vorbei fährt, und das bei jedem Wetter und bei Dunkelheit in den Wintermonaten. Ihr seid bereit, früher aufzustehen, um rechtzeitig Gefahrenpunkte abzusichern. Wir können euren Einsatz nicht hoch genug ansetzen", würdigte er. PHM Stefan Löhser ergänzte, dass in den letzten 15 Jahren an den Stellen, die im Landkreis von Lotsen betreut werden, kein Unfall passierte. "Wenn ihr euch später um Ausbildungsplatz oder Arbeitsstelle bewerbt, habt ihr bei Betrieben beziehungsweise Arbeitsgebern gute Karten; denn soziale Mitverantwortung, im Zeugnis gewürdigt, wird geschätzt", stellte er heraus.


Selbstverständlichkeit

Für Kevin Seufert war diese Herausforderung selbstverständlich: "Ich habe mich selbst in den ersten Schuljahren gefreut, dass Größere unseren Weg beziehungsweise die Bushaltestelle in Rottershausen sicherten. Jetzt kann ich dieses Geschenk zurückgeben." Ronja Krug will sich künftig vor allem im Schulbus einsetzen: "Ein Jüngerer fährt mit, der sich nur schwer einordnen will. Ich versuche dafür zu sorgen, dass er auf seinem Platz bleibt und nicht uns alle unterwegs gefährdet."

Bürgermeister und Verkehrserzieher überreichten zum Abschluss die Lotsenbücher als Ausweis für die künftige Tätigkeit "Die vier, die sich nicht für ein Ja entschlossen haben, können jederzeit nachrücken", ergänzte PHM Löhser.


Urkunden


Hamdad Bilal, Jonas Iff, Fabio Meister, Mohammad Mustafa, Kevin Seufert, Nikita Sinovev, Rainer Sterker, Flavio Tatu Maties, Laura Gutzler, Voctoria Hayes, Karina Hirhat, Anastasia Kairiak, Ronja Krug, Sophie Plötner, Paula Steuerwald, Ramadan Hasan.