Die Freiwillige Feuerwehr Oerlenbach hat keine Nachwuchssorgen: Acht Jungen kamen neu dazu, so dass die Jugendgruppe 13 Personen umfasst. Und die sind voll bei der Sache, wie ihr Übungseifer belegt. Damit kann die Lücke, die nach dem Übertritt von acht Kräften zu den Aktiven entstanden war, geschlossen werden.

Voll des Lobes sind die Jugendwarte Sebastian Thein und Michael Kuhn. Beide gehören seit 15 und 13 Jahren der Wehr an, bringen als Gruppenführer viel Erfahrung mit und engagieren sich seit 2004 und 2008 in der Ausbildung. "Die Jungs machen prima mit. Manchmal müssen wir sie gar bremsen, sie sind fast übermotiviert und möchten schon alles machen", sagt Thein. Und Kuhn ergänzt: "Gemäß gesetzlicher Vorgaben dürfen sie nur Hilfsdienste außerhalb des Gefahrenbereichs übernehmen, nie eigenverantwortlich handeln. Dazu gehört eine Wasserentnahmestelle vorzubereiten, nicht selber löschen.
Das sehen aber auch alle ein."

Unfall simuliert

Das Eintrittsalter für die Feuerwehr wurde auf zwölf Jahre herabgesetzt. "Wir haben in Oerlenbach zu einem Informationsnachmittag alle Jugendlichen eingeladen. Neun kamen und schauten sich Schutzkleidung, Geräte und Fahrzeuge an", ergänzt Thein. Aktive und ältere Jugendliche zeigten einen Löschangriff und ein Verkehrsszenario mit Rettung Verletzter nach einem Unfall. Die Jungen seien sehr beeindruckt und interessiert gewesen. Wenige Tage später meldeten sich acht an, nur einer zögerte. "Vielleicht kommt er noch nach", sagt Thein.

Jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat wird zwei Stunden lang geübt. In praktische Anleitungen fließt die Theorie mit ein. "Das hat sich bewährt. Reinen Unterricht machen wir nicht. Das haben die Jungs in der Schule zur Genüge", erläutert Michael Kuhn. "Wir gehen auf Schutzkleidung, Geräte- und Fahrzeugkunde, Versicherungsauflagen und Verhalten in Notlagen ein. Selbstverständlich kommt die Geselligkeit bei Ausflügen, Spielen sowie Ausklang bei Bratwurst und Limo nicht zu kurz."

Offen für alle Fragen

Ganz begeistert sind die Neuen von ihren Ausbildern. Beide seien offen für alle Fragen und führten an künftige Dienste heran. Jeder übt die einzelnen Schritte. "Neues machen wir erst, wenn das Vorangehende klappt", erklärt der zwölfjährige Philipp Jorzig. "Wir selbst kennen uns alle von Schule und Fußball her. Wir verstehen uns prima", fügt Simon Seidl an.

Diesmal ging es darum, eine verletzte Person unter einem Fahrzeug zu befreien. Nach exakter Anleitung setzen die Jungs ein Hebekissen an, ziehen vorsichtig die symbolische Puppe hervor, legen sie auf eine Trage, schnallen sie an und bringen sie zur weiteren Versorgungsstelle. Felix Winterer versichert für alle: "Wir freuen uns auf unsere Übungsabende. Wenn möglich sind wir immer alle dabei. Und wer noch dazu kommen will, ist immer willkommen."