Wer wegen des Klimawandels oder der steigenden Kosten durch die Energiekrise sein Haus nachdämmen möchte oder einen Neubau plant, kann mit einfachen Mitteln nachhaltig handeln: Es gibt eine Fülle an naturbelassenen Dämmstoffen. Malermeister Stefan Mayer aus Stralsbach ist überzeugt: "Es gibt einfach nichts besseres".

Er hat sich auf Altbauten fokussiert, macht aber auch Neubauten - und dämmt mit Lehm oder Hanf. "Das Konventionelle geht einfach den falschen Weg. Da sind viele Kunststoffe drin, die gasen aus, können nicht gut atmen. Man baut den Sondermüll von morgen in sein Haus."

Fülle an ökologischen Dämmstoffen

Den Trend zur Nachhaltigkeit bemerkt er auch: "Es wird mehr gefragt. Die Leute machen sich mehr Gedanken." Auch viele Allergiker wendeten sich an ihn. Ökologische Dämmstoffe sind neben Hanf und Lehm auch Zellulose, Holzfaser, -wolle oder -spähne, Flachs, Schilf, Stroh, Schafwolle, Jute, Kork, See- oder Wiesengras.

Dämmfähigkeit und Kosten

Die Wärmeleitfähigkeit ökologischer Dämmstoffe ist je nach Stoff ein wenig höher, die Dämmfähigkeit damit ein wenig geringer. Eine dickere Dämmstoffschicht gleicht das in der Regel aus. Ökologische Dämmstoffe sind im Schnitt etwas teurer als konventionelle. Aber ihre Preise sind in den letzten Jahren gesunken.

Würden Umweltkosten einberechnet, wären Naturdämmstoffe günstiger als konventionelle. Preislich können Zelluloseflocken, Holzfasern, Jute, Stroh oder Hanf mit den konventionellen mithalten.

Entsorgung billiger

Dazu kommt: "Eigentlich ist man insgesamt billiger, wenn man auf der ökologischen Seite bleibt: Bei einer Glaswolle muss man eine Absperrfolie anbringen und sie verkleben. Das braucht man bei den natürlichen Stoffen nicht." Und: Man kann viel selbst machen. "Ich arbeite viel mit den Leuten zusammen. Damit spart man sich Arbeitskraft."

Zudem koste die Entsorgung weniger. Rigipsplatten oder Styropor müssten auf den Sondermüll, während die ökologischen Stoffe einfach verrotten.

"Besseres Raumklima"

Einen weiteren Vorteil sieht Stefan Mayer im Raumklima. Er spricht aus Erfahrung, hat er doch sein eigenes Haus komplett renoviert und mit Kalk und Lehm gedämmt und gestrichen. "Man kennt ja das Wohngefühl. Ich merke auch, wenn ich im Urlaub bin und in so eine Kunststoffhütte gehe, da ist ein ganz anderes Klima drin."

Ökologische Stoffe seien offen, lassen die Wand atmen. Sie können bis zu 30 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. "Dispersionfarben sperren ab, das ist auch oft das Problem, wenn der Schimmel kommt." In einer Kalkfarbe wachse hingehen sowieso selten Schimmel, weil sie hochalkalisch ist.

Auch in Sachen Hitzeschutz schneiden ökologische Dämmstoffe wegen der höheren Wärme- und Kältespeicherung meist besser ab als koventionelle.

Diese Fehler sollte man nicht machen

Wer sich Gedanken darüber macht, mit ökologischen Stoffen zu dämmen, sollte jedoch nicht ökologische und konventionelle Stoffe mischen. Auch sollten Häuslebauer und -bauerinnen darauf achten, was genau sie kaufen. "Auf den Farben steht zwar oft, dass etwas Bio oder Öko ist, schaut man auf die Inhaltsstoffe, findet man aber oft unnatürliche Stoffe auf der Angabe." Wenn Lehmfarben streichfertig verkauft werden, sei beispielsweise sicher Konservierungsmittel darin.

Abschließend sagt Mayer: "Jeder muss für sich selbst entscheiden, was er möchte. Ich weiß, dass das schwierig ist. Es kommt drauf an, auf was man Wert legt."