Der Protest gegen die Sanierung der Brücken, vor allem aus Bad Bocklet, hatte Erfolg: Michael Fuchs ist der Chef des Staatlichen Bauamtes Schweinfurt, das die Planung in der Hand hat. Er verkündete in der Gemeinderatssitzung, zu der fast 100 Bürgerinnen und Bürger gekommen waren: "Wir gehen noch Mal in uns. Wir werden alles technisch Machbare ausschöpfen.

Behelfsbrücken müssen wir noch ausloten, wir prüfen, ob wir Wege für Umleitungen ertüchtigen sollten, schauen, wie die Bauzeit kürzer werden kann." Aber er stellte auch klar: "Wenn wir etwas machen, muss das sicher sein." Eine Bundeswehrbrücke käme daher nicht in Frage. Vor allem bei Hochwasser werde das zum Problem, auch wegen des Treibguts.

Behelfsbrücken: Wird nicht am Geld scheitern

Dass Behelfsbrücken wieder auf dem Zettel stehen, ist neu. "Wenn wir eine gute Behelfsbrückenlösung haben, werden wir diese Kosten auch investieren. Es wird nicht daran scheitern, dass die Kosten ausufern", versicherte Fuchs. Es könne auch sein, dass die Brücken zeitweise freigegeben, ansonsten aber gesperrt seien. Ergebnisse würden im Frühjahr verkündet.

Was jedoch gebaut werde, ist die Saalebrücke neben Aschach. Hier ist eine kurze Umleitung durch Aschach möglich. Der Bau ist von März bis November 2023 geplant.

Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) kündigte eine Internetplattform ab kommender Woche an, auf der Private und Firmen ihre Probleme und Lösungsansätze eintragen sollten. Die Gemeinderätinnen und -räte hatten diverse Fragen und Anregungen.

Marion Albert (CSU) erkundigte sich, ob die Verschiebung nicht mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt in Premich kollidiere, was die Umleitungsstrecken angehe. Das werde eingetaktet, versicherte Fuchs. Antje Kopp (Grüne) fragte, ob zumindest für die Radfahrenden eine Behelfsbrücke möglich wäre. Das sei als Vorschlag aufgenommen, machte Michael Fuchs deutlich.

Mit Wasserwirtschaftsamt im Gespräch

Christian Horn (CSU) sagte, Umleitungen seien keine Option. Es entstehe der Eindruck, dass bei der Planung nur die Lösung mit den geringsten Kosten betrachtet wurde. Fuchs versicherte, das Thema Behelfsbrücken ohne Kostenscheu neu zu bewerten. Hier müsse das Staatliche Bauamt die Grenzen des Wasserwirtschaftsamts ausloten. Das habe vor allem das Hochwasser im Blick.

Rafael Langer (CSU) entgegnete, dass die Überflutung kein Thema sei, da deswegen auch viele andere Strecken im Markt kurzfristig gesperrt werden müssten. Der Bauamtsleiter erklärte daraufhin, dem Wasserwirtschaftsamt gehe es etwa darum, im Unglücksfall die rechtliche Schuld tragen zu müssen.

Barbara Schulze (CSU) hob die Lage der Wirtschaft hervor: "Unsere Betriebe, unsere Gastronomie, nach drei Jahren sind die tot." Zum einen, wenn keine Autos mehr dorthin kommen, aber auch, wenn sich das Personal einfacher zu erreichende Arbeitsstellen suche.

Warum keine zweite Brücke?

Simone Götz (CSU) fragte, warum man nicht eine neue Brücke daneben baue und auf der alten Brücke dann den Radverkehr fahren ließe. Jürgen Reuß (CSU) schlug vor, eine schmalere Behelfsbrücke zu bauen, die während der Bauzeit einseitig von Autos befahren werde und im Anschluss als Radfahrbrücke nutze.

Beides hätten sie diskutiert und würden es noch einmal betrachten, so Fuchs. Jedoch müssten Fragen etwa des Denkmalschutzes, des genauen Ortes und der Optik geklärt sein.

Manfred Söder stellte klar: "Corona ist jetzt zweieinhalb Jahre her. Wenn das hier drei Jahre gehen würde, hättet ihr uns drei Jahre in einen Lockdown gesetzt." Bauamtsleiter Fuchs versicherte erneut: "Wir wollen die Brücken sanieren. Aber: Wir wollen nichts mit Gewalt durchsetzen."

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