Bad Kissingen
Veranstaltung

Blick in die Welt des Hochadels

Prinz Eduard von Anhalt erzählt aus der Geschichte seiner Familie und stellt sein aktuelles Buch "Das verfluchte Jahrhundert" vor.
Eduard Prinz von Anhalt (80) bei einer Buchvorstellung: Am 9. September kommt er nach Bad Kissingen.
Eduard Prinz von Anhalt (80) bei einer Buchvorstellung: Am 9. September kommt er nach Bad Kissingen. Foto: Karl-Heinz Meyer

Aus der wechselvollen Geschichte seines über 1200 Jahre alten Adelsgeschlechts wird Prinz Eduard von Anhalt (80), seit 1963 Familienoberhaupt des Hauses Askanien, demnächst in Bad Kissingen erzählen. Am Freitag, 9. September, stellt er auf Einladung der Bad Kissinger Buchhandlung "seitenweise" um 19 Uhr im Treffpunkt Faber am Füllbacher Hof (Eisenstädter Platz) sein aktuelles Buch "Das verfluchte Jahrhundert" vor und spricht über "eine Dynastie am Abgrund". Im Wechsel mit den Erzählungen des Autors liest Sigismund von Dobschütz einige Kapitel aus dem Buch.

Der durch Urkunden abgesicherte Stammbaum des Autors beginnt bereits kurz vor der ersten Jahrtausendwende. Die bekannteste anhaltische Askanierin war die russische Zarin Katharina II. (1729-1796), eine geborene Prinzessin von Anhalt-Zerbst und die einzige Frau der Weltgeschichte mit dem Beinamen "die Große". Während die russische Zarin niemals zu Gast in Bad Kissingen war, dennoch alljährlich beim Rakoczyfest als eine der Historischen bewundert wird, hat die Familie dennoch einen persönlichen Bezug zur Kurstadt: Im Jahr 1794 weilte Fürst Franz von Anhalt-Dessau (1740-1817), Senior des Hauses Anhalt und ab 1807 Herzog, zur Kur in Bad Kissingen und veranlasste die Anlage eines ersten Aussichtspunkts auf dem Altenberg - eine steinerne Bank, umgeben von einer Hecke.

Das Leben des Vaters

In seinem aktuellen Buch beschränkt sich Prinz Eduard von Anhalt allerdings vorwiegend auf die Familiengeschichte seit 1901 bis in die Gegenwart und erzählt auf sehr persönliche Weise vom Kampf um das enteignete Familienerbe und über die Verwerfungen und den Zusammenbruch der einst machtvollen deutschen Dynastie, die mit vielen europäischen Fürsten- und Königshäusern verwandt ist.

Der Autor schildert in seinem Buch das Leben seines Vaters Joachim, des letzten nominell proklamierten Herzogs von Anhalt, der aber aufgrund seiner Minderjährigkeit bis zum endgültigen Thronverzicht im November 1918 nicht mehr an die Regentschaft kam. Joachim von Anhalt war ein erbitterter Gegner des Hitler-Regimes, kam aber dennoch als vermeintlicher Nazi-Anhänger in sowjetische Haft, wo er 1947 im Lager Buchenwald verhungerte. Auf sich allein gestellt, musste Mutter Edda mit ihren fünf Kindern - Prinz Eduard war erst drei Jahre alt - in den britischen Sektor fliehen, kam ins Durchgangslager Friedland und fand schließlich in Garmisch-Partenkirchen eine neue Heimat.

Cousin von Prinz Charles

Prinz Eduard von Anhalt, fünftes und jüngstes Kind des letzten Herzogs, führte nach seinen Jugendjahren in Bayern zunächst ein sorgenfreies Leben in Kreisen des internationalen Jet-Sets, bis er beruflich als Journalist und Fernsehmoderator Fuß fasste. Als Cousin des britischen Thronfolgers Charles und häufiger Gast bei Familienfeiern im Buckingham Palace gilt er als intimer Kenner des englischen Königshauses sowie des europäischen Adels und war gern gesehener Co-Moderator bei gesellschaftlichen Großereignissen wie der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton. Er war häufiger Gast in deutschen Talkshows und moderierte seine eigene TV-Sendung "Adel verpflichtet". Auch in seinem neuen Buch "Das verfluchte Jahrhundert" gibt Prinz Eduard von Anhalt intime Einblicke in die Welt des europäischen Hochadels.

Bei seiner Buchvorstellung am Freitag, 9. September wird Prinz Eduard von Anhalt sicher noch einige Episoden aus der jüngeren Geschichte seiner Familie ergänzen, Fragen aus dem Zuhörerkreis beantworten und natürlich Bücher signieren.

Buchvorstellung mit Lesung: Freitag, 9. September, 19 Uhr, Faber am Füllbacher Hof, Eisenstädter Platz 1, 97688 Bad Kissingen; Eintrittskarten gibt es nur im Vorverkauf in der Buchhandlung "seitenweise", Ludwigstraße 21, Telefon 0971/46 46.