Knapp sieben Wochen nach dem Richtfest für die drei Sozialwohnungen an der Burgstraße in Haard gab es am Montag nun auch in Nüdlingen am Wurmerich den Richtspruch für das in gleicher Bauweise und Ausstattung errichtete Wohnhaus mit fünf Sozialwohnungen. In beide Wohnungsbauprojekte, die die Regierung von Unterfranken mit knapp 660 000 Euro fördert, was 30 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtkosten entspricht, investiert die Gemeinde fast 2,5 Millionen Euro. Davon entfallen allein auf das Nüdlinger Haus etwa 1,36 Millionen Euro an Planungs- und Baukosten mit staatlicher Förderung von 407 000 Euro.

"Wer will fleißige Handwerker seh'n" sangen ausgerechnet zur Mittagspause um 12 Uhr die Vorschulkinder der Nüdlinger Kindertagesstätte "Haus für Kinder". Aber tatsächlich sah man zwei Handwerker hoch auf das Dach des dreigeschossigen Gebäudes steigen, wo Zimmerermeister Mario Schneider von der Firma S + S Holzbau aus Münnerstadt routiniert seinen Richtspruch aufsagte, den er nach den üblichen drei Gläsern Wein mit den Worten von Ex-Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni abschloss: "Flasche leer, ich habe fertig".

Mit der Fertigstellung des dringend benötigten Wohnhauses am Wurmerich 55 rechnet die Gemeinde allerdings erst im nächsten Sommer. Wohnungsnot und unbezahlbare Mieten seien Begriffe, die üblicherweise nur mit Ballungszentren in Verbindung gebracht würden, meinte Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) zur Begrüßung der Festgäste. "Aber auch bei uns auf dem Land fehlen bezahlbare Sozialwohnungen." Deshalb bedankte er sich beim Freistaat Bayern und persönlich bei Baurat Matthias Noll von der Regierung von Unterfranken: "Die Landesregierung hat mit ihrem Kommunalen Wohnraumförderungsprogramm (KommWFP) einen Meilenstein für Sozialen Wohnungsbau gelegt."