Wer durch die erste Baustellen-Ampel in Arnshausen durch ist, braucht seit gestern gar nicht erst zu beschleunigen: Hundert Meter weiter wartet bereits die nächste. Wie geplant, startete gestern die Sanierung der Lollbach-Brücke, gleichzeitig wird im Auftrag der Stadtwerke die Wasserleitung erneuert. Und bald müssen sich Pendler auf eine weitere Verzögerung einstellen: Östlich von Oerlenbach wird ab Juli ein 950 Meter langer Abschnitt der B 286 komplett erneuert. Der Verkehr wird, wie bereits im vergangenen Jahr, über Ebenhausen umgeleitet.


400 Meter Wasserleitung

Insgesamt zwei Millionen Euro fließen in den kommenden Monaten in die alte B 286: Rund eine Million Euro sind alleine für die Strecke bei Oerlenbach veranschlagt. Dort wird die Fahrbahn bis zu 1,60 Meter tiefer gelegt und ein Retentionsfilterbecken gebaut. Für den Ausbau der Ortsdurchfahrt Arnshausen samt Brückensanierung hat das Bauamt 680 000 Euro eingeplant, weitere rund 230 000 Euro kostet die Erneuerung der Wasserleitung unter der Straße.
"Das Staatliche Bauamt hat uns auf die Deckenerneuerung hingewiesen, deshalb wechseln wir die alte Wasserleitung jetzt aus", berichtet Willi Schulz, Abteilungsleiter Gas und Wasser bei den Stadtwerken. Die alten Guss-Rohre aus den 1950er Jahren seien schon mehrfach gebrochen, deshalb musste immer wieder aufgegraben werden. Ende März wurde mit dem Austausch der 400 Meter langen Leitung samt einzelner Haus-Anschlüsse begonnen. Mitte Juli soll zumindest diese Baustelle fertig sein. Dann geht es wieder mit nur noch einer Baustellen-Ampel weiter: Bis Ende September wird die 23 Meter lange Brücke über den Lollbach saniert: "Wir müssen die Bewehrung frei legen und neu verschließen, außerdem werden die Kappen und die Abdichtung erneuert", berichtet Bauleiter Reinhold Kiesel. Das Geländer werde wieder verwendet.


Lärmmindernde Deckschicht

Parallel zur Brückensanierung beginnen weitere Arbeiten: Laut Kiesel bessert die Stadt die Gehwege an einigen Stellen aus, vor allem aber erneuert das Bauamt 670 Meter Deckschicht und alle Schachtdeckel. Aufgebracht werden soll ein lärmmindernder Asphalt, hatte Abteilungsleiter Matthias Wacker bereits bei der Bürgerversammlung im Stadtteil angekündigt. Bis Mitte Oktober sollen alle Arbeiten fertig sein. Dazu muss die Fahrbahn immer wieder halbseitig mit Ampel gesperrt werden, während des Straßenbaus seien der Hartweg und einzelne Grundstücke auch mal gar nicht erreichbar, darauf werde aber rechtzeitig hingewiesen.
"Wir bauen die Busbuchten zurück an die Straße", kündigte Kiesel zudem eine Veränderung an. Diese Lösung habe sich als sicherer herausgestellt, weil so der restliche Verkehr auf Schritt-Geschwindigkeit abgebremst wird. Zudem werden alle Haltestellen barrierefrei. Die überregionale Haltestelle in Fahrtrichtung Schweinfurt wird in Richtung Ortsausgang, noch hinter das Pfarrzentrum, verlegt. "Ansonsten bleibt der Verlauf der Fahrbahn", fasst Bauleiter Kiesel zusammen.
Während die alte B 286 ertüchtigt wird, laufen die Planungen für die B 286 neu. Die 6,6 Kilometer lange Anbindung Bad Kissingens von Osten her ist mit 25,4 Millionen Euro veranschlagt. Zumindest der erste Teil, also die Ortsumgehung Eltingshausen sei schon weit: "Wir sind auf einem guten Weg, ich denke, wir schaffen es, die Planung im August abzuschließen", sagt Alexander Schlegel vom Staatlichen Bauamt. Das Planfeststellungsverfahren für den ersten Abschnitt soll im Frühjahr 2018 starten, durch die Vorarbeiten des Landkreises hofft das Bauamt auf einen schnellen Abschluss und einen Baubeginn ein Jahr später. Parallel dazu werde dann der zweite Abschnitt samt der 150 Meter langen Brücke über das Lollbach-Tal geplant. Die Bauzeit für beide Teile dürfte jeweils zwei Jahre betragen, die gesamte Strecke ist also frühstens 2023 fertig.
Auch in Bad Kissingen selbst plant das Staatliche Bauamt: Laut Wacker muss in spätestens zehn Jahren Ersatz für die Südbrücke geschaffen sein. Weil die Brücke eng mit der Gestaltung der Schlachthof-Kreuzung zusammenhängt, soll die Planung für beide Projekte zusammen ausgeschrieben werden.