Der Umleitungsverkehr durch Garitz geht direkt an der Haustüre von Peter Rauch vorbei. "Es ist katastrophal. Es wird gefahren wie der Henker", sagt der 70-Jährige. Rauch wohnt in der Seehofstraße mitten im Altort. Seit Montagnachmittag sind die Garitzer Kreuzung sowie der Westring in Garitz gesperrt, am Dienstag haben die Bauarbeiten für den Garitzer Kreisel begonnen. Tausende Fahrzeuge verteilen sich auf die diversen Umfahrungen. Die innerörtliche Umleitung durch Garitz lotst den Verkehr von der Bundesstraße über das Gewerbegebiet Riedgraben und eben die Seehofstraße wieder zurück auf den Stadtring.

Rauch verweist darauf, dass die Seehofstraße in der Ortsmitte eigentlich als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen ist. Das findet er aufgrund der engen Straßenverhältnisse dringend notwendig. "Hier ist überall rechts vor links, das nicht mehr eingehalten wird. So wie gefahren wird, sind Unfälle vorherzusehen", meint er. Einziger Trost: Es fließe zwar mehr Verkehr durch die Straße, aber noch in verkraftbarem Maß. "Das Verkehrsaufkommen hält sich noch in Grenzen", berichtet er.

Anfängliche Probleme

Rüdiger Köhler vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt ist als Planer für die Baustelle in Garitz zuständig. Bis Ende des Jahres lässt der Bund die Garitzer Kreuzung zu einem Kreisverkehr umbauen, den Westring ab der Kreuzung bis zum Ortsausgang sanieren sowie einen straßenbegleitenden Radweg anlegen.

Als die Sperrung und die Umleitungen am Montag scharf geschaltet wurden, hat Köhler sich ein Bild von der Lage gemacht. An manchen Stellen müsse die Beschilderung noch etwas korrigiert werden, das seien aber eher Kleinigkeiten. "Im Großen und Ganzen funktioniert es auch", sagt er. Während der Begehung fahren jedoch wiederholt Autos durch die Straßensperrung und stehen plötzlich mitten auf der Kreuzung, die eigentlich längst autofrei sein sollte. Gerade an den ersten Tagen gebe es immer wieder Autofahrer, die mit der Verkehrsführung nicht klarkommen, sich verfahren oder auch absichtlich in die Sperrung hineinfahren, weil sie hoffen, doch durchzukommen. Das komme jedoch bei jeder Baustelle vor. "Das wird sich in den nächsten Tagen einspielen", meint Köhler.

Überwachung an Bismarckstraße

Nach Einschätzung der Polizei hat sich das Chaos am Montag und Dienstag im Bereich dessen bewegt, was zu erwarten war. "Viele Leute sind zu Beginn mit der Beschilderung einfach überfordert", sagt Olaf Gräf, Verkehrssachbearbeiter der Polizei Bad Kissingen. Bis nächste Woche werde sich bei den Verkehrsteilnehmern ein Gewöhnungseffekt einstellen. In Garitz hatten zu Beginn mehrere Anwohner beklagt, dass auf der Umleitungsstrecke zu schnell gefahren wird. Darüber hinaus sind der Polizei keine größeren Staus oder Behinderungen - auch in den Stoßzeiten - bekannt. "Der Verkehr läuft", meint Gräf.

Als Problemstelle hat die Polizei die Bismarckstraße identifiziert. Diese ist sonst auf Höhe des Campingplatzes für den Durchfahrtsverkehr gesperrt. Die Schranke steht während der Bauarbeiten in Garitz offen, jedoch darf der Verkehr dort nur aus der Stadt herausfahren. Stadteinwärts bleibt die Zufahrt gesperrt. "Hier fahren auffällig viele Autos auch rein. Das werden wir verstärkt überwachen", kündigt der Polizist an. Ebenso die ausgewiesenen Halteverbote entlang der Umleitungsstrecken.

Stadt lobt gute Vorbereitung

Das Rathaus hat die ersten beiden Tage der Sperrung ebenfalls genau beobachtet. "Der Verkehrsfluss an den ersten beiden Tagen hat sich weitgehend wie vorausgeplant entwickelt. Größere Störungen sind nicht aufgetreten", berichtet Pressesprecher Thomas Hack. Das Verkehrsgeschehen werde weiter aufmerksam beobachtet. "Durch die gute Vorabinformation der Bevölkerung und auch der Menschen aus dem Umland von Bad Kissingen konnten sich die Verkehrsteilnehmer auf die neuen Gegebenheiten offenbar rechtzeitig einstellen", sagt er.