Die Klinik Bavaria wächst und wächst: In den vergangenen beiden Jahren wurden rund zwei Millionen Euro in die "Aware Care", ein hauseigenes Krankenhaus mit Intensivpflegestation, investiert, aktuell entsteht ein siebenstöckiger Erweiterungsbau für rund fünf Millionen Euro, und die Planungen für den nächsten Anbau laufen bereits: Der Bauausschuss des Bad Kissinger Stadtrates befasst sich heute mit dem Baugesuch für einen Bettenanbau. "Die Klinik entwickelt sich so, wie es den Bedürfnissen der Patienten entspricht", gibt Geschäftsführer Michael Presl als Devise aus.


"Sehr flexibles Geschäft"

Der große Vorteil der Bavaria ist die Struktur als Familienbetrieb: "Rehabilitation ist ein sehr flexibles Geschäft", sagt Presl. Deshalb werden auch alle Investitionen immer möglichst flexibel geplant: "Wir warten immer, bis die Situation für die Klinik richtig ist." Bei den jüngsten Projekten stehe nur fest, dass insgesamt rund 80 Betten hinzukommen, wie sie auf die beiden Anbauten verteilt werden, werde nach Bedarf entschieden. 350 Betten hat die Klinik aktuell.

3300 Quadratmeter Nutzfläche werden derzeit angebaut. Auf alle Fälle sollen neue Therapieräume entstehen, am besten möglichst nah an den Patientenzimmern. "Das hat sich vor allem bei der neurologischen Reha bewährt." Daneben entstehen Patientenzimmer und Büros. Die lärmintensiven Arbeiten müssen in der Kurzone möglichst bis Ende März fertig werden. Rund eineinhalb Jahre wird es dauern, bis der 28 auf 15 Meter große Anbau bezugsfertig ist. Erst dann werde entschieden, ob der weitere Anbau, über den der Bauausschuss heute entscheidet, wirklich gebaut wird.

Die Klinik Bavaria verändert sich, seit sie besteht: 1988 übernahm Rudolf Presl das ehemalige "Kurotel 2002" und baute sie zur Rehabilitationsklinik um. Schon früh wurde der klassische Kurbetrieb durch die Anschluss-Heilbehandlungen ergänzt. Das federte auch die Auswirkungen der Gesundheitsreformen Mitte der 1990er Jahre ab. Auch bei den Indikationen stellte sich die Klinik breiter auf: Zu orthopädischen Erkrankungen kamen geriatrische, onkologische und neurologische dazu. Parallel dazu gab es bauliche Erweiterungen und neue Ausstattung. "Wir haben zum Beispiel heute in allen Zimmern höhenverstellbare Krankenhausbetten", nennt Presl als Beispiel.

Die Klinik stellt sich daneben auf immer schwerer erkrankte Patienten ein: In der Aware Care stehen 16 Betten zur Verfügung, in denen unter anderem beatmete Patienten behandelt werden können. "Das ist auch die mitarbeiterintensivste Abteilung", verweist der Geschäftsführer darauf, dass alleine für diese 16 Betten 70 Mitarbeiter eingestellt wurden. "Wir haben mittlerweile über 500 Mitarbeiter", berichtet Presl. Es habe mehr als ein Jahr gedauert, um das neue Team aus Intensivkrankenschwestern, Ärzten und Hilfskräften zusammenzustellen. "Unser Plus sind unsere guten Mitarbeiter, deshalb versuchen wir sie auch lange an uns zu binden."


Wirtschaftsfaktor in der Region

Nicht nur als zweitgrößter regionaler Arbeitgeber ist die Klinik Bavaria ein großer Wirtschaftsfaktor in der Region: "Wir kaufen so gut wie alles regional ein", verweist Presl außerdem darauf, dass die Klinik viele Kooperationspartner vor Ort hat: von Essenslieferung bis Möbel. Und bei allem Wachstum ist Presl eines wichtig: "Wir wollen uns unsere familiäre Atmosphäre erhalten."