Mit dem vom bayerischen Umweltministerium geförderten Projekt "Das interessiert mich echt die Bohne" setzt die BN-Kreisgruppe das erfolgreiche Projekt "Unser Essen - unser Klima" von 2019 fort. Mit mehr pflanzlichem statt tierischem Eiweiß, regionaler und saisonaler Produktion verbessert sich die -Bilanz der Lebensmittel. Dies ist ein wesentlicher Baustein, um die gesetzten Klimaschutzziele zu erreichen, heißt es in der Pressemitteilung der Kreisgruppe Bad Kissingen. Denn die Landwirtschaft trägt zu 20 Prozent zu unserem -Fußabdruck bei. "Ein Faktor, den wir Verbraucher leicht selbst und direkt beeinflussen können. Mit kreativen Kochkursen mit Hülsenfrüchten wollen wir diese heimischen Kraftpakete wieder salonfähig mache," wirbt Projektleiterin Elisabeth Assmann für mehr Hülsenfrüchte im Speiseplan.

2020 startete das Umweltbildungsprojekt der BN-Kreisgruppe Bad Kissingen mit dem Schwerpunkt Anbau von Hülsenfrüchten und Besichtigungen von nachhaltig bewirtschafteten Gärten. 20 Privatpersonen säten im eigenen oder in Gemeinschaftsgärten 167 Quadratmeter "Ackerbohne Tiffany" und 140 Quadratmeter "Körnererbse Poseidon" an. Gerade in Zeiten von Corona haben sich viele wieder auf Gemüseanbau im eigenen Garten besonnen. Wichtig ist hier durch ökologisches Gärtnern, wie mit Permakultur und Einsatz von Mulchschichten, den Wasserhaushalt zu schonen und den Erhalt der Artenvielfalt im Garten zu erhöhen. "Wenn man schweißtreibend im Garten gearbeitet hat, schätzt man auch das Produkt, das da für den heimischen Kochtopf wächst", ist Elisabeth Assmann vom BN überzeugt. "Dies ist unser Ansatz für nachhaltige Umweltbildung."

Vermarktung noch nicht top

Ein weiterer Aspekt ist der Anbau von Hülsenfrüchten hier in der Region. So war der Bund Naturschutz auch mit Ökolandwirten und -landwirtinnen im Austausch, die Ackerbohnen, Lupinen und Erbsen in größerem Maßstab anbauen. Oft ist die wenig attraktive Vermarktung der ökologisch angebauten Hülsenfrüchte ein Hinderungsgrund, die Produktion auszuweiten. Auch viele Ökolebensmittel kommen aus dem Ausland.

Daher wurden zusammen mit Naturlandberater Werner Vogt-Kaute und Mitarbeitern des Projektes Demoneterbo vier neue Verkaufsstellen für regionale Bio-Leguminosen (Hülsenfrüchtler) aufgebaut.

Verkaufsstellen für Naturland-Erbsen, -Ackerbohnen und -Weiße Lupinen im Landkreis sind: der Steffeshof in Oberleichtersbach, Familie Vogt in Dittlofsroda , Familie Petsch im Steinmühlhof in Münnerstadt und der Naturlandhof Pfülb in Fuchsstadt.

Die angebotenen Ackerbohnen kommen vom Steinmühlhof in Münnerstadt, die Erbsen vom Neder-Herrle in Ramsthal und die Lupinen von Werner Vogt-Kaute aus Dittlofsroda. Alles in zertifizierter Ökoqualität, heißt es weiter.

Exkursionen geplant

"Wir freuen uns über ein weiteres Angebot, das wir in unserem Hofladen und auf dem Bauernmarkt anbieten können, denn gerade jetzt achten viele auf regionale und ökologisch hergestellte Lebensmittel", sind Hans und Eileen Pfülb überzeugt.

Weitere Pläne des Umweltbildungsprojektes für 2021 sind Kochkurse und Exkursionen. Oft wissen die Verbraucher aber gar nicht mehr, wie sie die Hülsenfrüchte verarbeiten sollen. Daher bietet der Bund Naturschutz Kochkurse mit Rezepten dieses Jahr erneut an - je nach Lage online oder vor Ort. Mitmachen können hier einzelne Interessierte, aber auch Köche, Köchinnen und Caterer. Geplant sind auch Workshops für Kitas, Schulen und Horte zu mehr regionaler Bioversorgung. Hierzu konnten die Aktivisten den leidenschaftlichen Leguminosenfan Cecilia Antoni gewinnen aus Berlin gewinnen.Wer schon mal vorkochen, möchte ist bei "Beanbeat" genau an der richtigen Stelle. Weitere Infos gibt es hier .

Bei Interesse nimmt der BN schon einmal Anmeldungen entgegen, Termine werden aber auch über die Presse und den Newsletter verteilen. Der Kontakt läuft über bn-badkissingen@gmx.de. Wenn möglich, ist auch ein Besuch des ökologischen botanischen Gartens in Bayreuth geplant, der 2021 einen Schwerpunkt auf Hülsenfrüchte hat.

Tag der Hülsenfrüchte

Resolution Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat in einer Resolution den 10. Februar als Internationalen Tag der Hülsenfrüchte festgelegt, um auf den wertvollen Beitrag der Hülsenfrüchte im Hinblick auf eine nachhaltige Landwirtschaft und die Erreichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele bis 2030 hinzuweisen.

Hülsenfrüchte, auch Leguminosen genannt, verfügen über einen hohen Eiweißgehalt. Eine besondere Bedeutung kommt den Hülsenfrüchten durch die Fähigkeit zu, Luftstickstoff durch Knöllchenbakterien in ihren Wurzeln zu binden. Dadurch sind sie auch ohne Stickstoffdüngung ertragsfähig und haben eine gute Vorfruchtwirkung für nachfolgende Kulturen. Der Anbau von Eiweißpflanzen schafft vielfältige Fruchtfolgen, es werden Düngemittel gespart, die aktive Durchwurzelung der Böden verbessert die Bodenfruchtbarkeit und Bodengesundheit und schützt vor Bodenerosion. Somit liefern Eiweißpflanzen essenzielle Ökosystemleistungen und sparen Ressourcen. Neben der Sojabohne werden vor allem Körnererbsen, Ackerbohnen, Wicken, Linsen, Kichererbsen angebaut, teilt der BN mit.

Sojabohne Sie ist mittlerweile zu einer Hauptkulturart aufgestiegen. Von 2010 bis 2019 konnte der Anbau von Sojabohnen verdoppelt werden; 2019 wurde Sojabohne auf über 69 000 ha angebaut und es besteht noch weiteres Anbaupotential. Österreich ist der fünftgrößte Sojabohnenproduzent in der Europäischen Union.

red