Als Kurort ist Bad Kissingen besonders auf den Tourismus angewiesen. Eine klassische Winterdestination war das Staatsbad nie, die Hauptsaison liegt traditionell in den warmen Monaten, von Mai bis Oktober. Doch auch den Gästen, die im Winter kommen, soll etwas geboten werden. Das fällt in diesem Jahr wegen Corona schwerer als sonst. Nichtsdestotrotz arbeitet zum Beispiel die Staatsbad Bad Kissingen GmbH wie gewohnt am Kissinger Winterzauber. "Wir sind in der Planung und gehen davon aus, dass wir den Winterzauber veranstalten werden, wenn auch unter erschwerten Bedingungen", sagt Veranstaltungsleiter Bruno Heynen.

Nach den aktuell geltenden Corona-Bestimmungen sind 200 Zuschauer je Veranstaltung möglich. "Hier hoffen wir noch auf weitere Lockerungen", sagt Heynen. Um die Abstandsregeln einzuhalten, verlegt die Staatsbad GmbH alle Veranstaltungen, die ursprünglich im Kurtheater angedacht waren, in den Regentenbau. Eine Programmänderung hat sich durch Corona ergeben. "Die große Ballettgala am 20. Dezember wurde leider abgesagt", berichtet Heynen.

Der Winterzauber soll am 18. Dezember beginnen und bis zum 9. Januar dauern. Es sind 17 Veranstaltungen geplant, der Kartenvorverkauf startet demnächst.

Auch am Kissinger Kabarettherbst hält die Staatsbad GmbH fest, wenn auch in abgespeckter Form. Fünf Auftritte im Regentenbau sind angesetzt, in der Zeit zwischen dem 24. Oktober und dem 21. November. Spielen werden unter anderem Luise Kinseher, Michael Altinger und Lizzy Aumeier.

Varianten für Lichterglanz

Der Stadtmarketingverein Pro Bad Kissingen organisiert jedes Jahr den Weihnachtsmarkt auf dem Kissinger Marktplatz. Bislang hat sich die Staatsregierung noch nicht dazu geäußert. Ob und wenn ja unter welchen Voraussetzungen in diesem Jahr Weihnachtsmärkte stattfinden können. Geht es nach Pro Bad Kissingen Geschäftsführer Klaus Bollwein, sollen auch dieses Jahr die Marktbuden in der Innenstadt stehen. "Wir wollen den Lichterglanz machen. Wir planen ihn so, als könnte er zu 100 Prozent stattfinden", betont er.

Der Stadtmarketing schließe aktuell ganz normal seine Verträge ab, allerdings diesmal mit dem Zusatz, dass der Lichterglanz unter Corona-Vorbehalt steht. Bollwein: "Der Weihnachtsmarkt ist ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Eine Absage können wir uns nicht erlauben."

Wenn der Lichterglanz stattfinden kann, "wird er nicht so aussehen, wie in den Vorjahren", sagt Bollwein. Aktuell werde er in verschiedenen Varianten geplant.

Warten auf staatliche Vorgaben

Die Marktbuden werden dann wohl weiter im Innenstadtkarree (Obere- und Untere Marktstraße, Marktplatz sowie Ludwigstraße) verteilt stehen. Größere Veranstaltungen wie zum Beispiel ein Chor, der auf dem Marktplatz auftritt, wird es ebenfalls nicht geben. "Ich kann mir aber vorstellen, dass zum Beispiel ein Blechbläser-Quartett für adventliche Stimmung sorgt", meint er. Unklar ist für Bollwein auch noch, wie die Eröffnung laufen könnte.

Klar sei allerdings schon, dass die Ansprache von Oberbürgermeister, Kurdirektorin, Weihnachtsmann und Kissinger Engelchen vom Balkon von Weigands Gaststätte zum Marktplatz, so nicht realisierbar ist. "Diese Fragen sind für uns aber nachrangig. Wir warten jetzt erst einmal auf die Vorgaben der Staatsregierung und müssen dann unser Konzept erarbeiten", erklärt er.

Wenn es dieses Jahr einen Weihnachtstreff gibt, wird er länger dauern, und zwar bis zum Drei-Königs-Tag.

Das soll den Gastronomen die Möglichkeit geben, in einem schweren Jahr höhere Umsätze aus dem Marktgeschäft mitzunehmen. Außerdem wolle Pro Bad Kissingen den Gästen, die über Weihnachten und den Jahreswechsel in die Stadt kommen, so noch einen belebten Marktplatz bieten. "Das hatten wir als Anregung von Gästen in den vergangenen Jahren gespiegelt bekommen", berichtet Bollwein.