Bad Kissingen
Energie

Bad Kissingen: Verdopplung des Strompreises droht

Dieses Jahr sind Bad Kissinger in der Grundversorgung noch vor exorbitanten Preissprüngen geschützt. Für Anfang 2023 rechnen die Stadtwerke damit, dass es für die Stromkunden wesentlich teurer wird.
Kunden der Stadtwerke Bad Kissingen müssen sich im neuen Jahr auf stark steigende Strompreise einstellen. Heuer werden die Preise noch stabil bleiben.
Kunden der Stadtwerke Bad Kissingen müssen sich im neuen Jahr auf stark steigende Strompreise einstellen. Heuer werden die Preise noch stabil bleiben. Foto: Borst

Zur Höhe und zum konkreten Datum ist zwar noch nichts bekannt, aber Kunden der Stadtwerke Bad Kissingen müssen sich darauf einstellen, dass die Strompreise demnächst stark steigen. "Bis zum Jahresende werden wie die Strompreise noch stabil halten", erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Manfred Zimmer. Nach dem Jahreswechsel sei eine Erhöhung aber nicht mehr zu vermeiden. Um wie viel der Strom dann teurer wird, lasse sich im Moment angesichts der Energiekrise nicht sagen. Eine Verdopplung der Preise je Kilowattstunde hält Zimmer allerdings im Bereich des möglichen.

Aktuell berechnen die Stadtwerke Bad Kissingen in der Grundversorgung netto 32,93 Cent je Kilowattstunde Strom. Weil die Strompreise zuletzt infolge der Energiekrise grundsätzlich explodiert sind, ist dieser Preis noch vergleichsweise moderat. Ein Singlehaushalt mit 1500 Kilowattstunden Jahresverbrauch hat momentan laut Vergleichsportal Verivox monatliche Stromkosten von 65,36 Euro. Der Blick auf die Konkurrenz zeigt: Verdoppeln die Stadtwerke ihren Tarif auf 65,86 Cent pro Kilowattstunde, bewegen sie sich damit preislich im Mittelfeld dessen, was andere Anbieter schon jetzt verlangen. Dennoch. Auf einen Single-Haushalt würden dann 130 Euro monatliche Stromkosten zukommen, Familien mit zwei Kindern (Vier-Personenhaushalt mit 4250 Kilowattstunden Jahresverbrauch) müssten in dem Fall mit 310 statt 155 Euro für den monatlichen Stromabschlag kalkulieren. Das wären Mehrkosten im Jahr von 1860 Euro.

Vor allem Energiekrise und Ukrainekrieg treiben die Strompreise überall in die Höhe. Der Preis am Markt richtet sich nach dem Strom, der in der Herstellung am teuersten ist. Und der wird zu großen Teilen aus Gas hergestellt. Dabei hat nicht nur die Unsicherheit über die zukünftige Gasversorgung eine Rolle gespielt, die seit dem Angriff von Russland auf die Ukraine herrscht. Die Stromnachfrage der Industrie war zudem bereits Mitte 2021 gestiegen, weil die Industrie nach Corona wieder mehr Kapazitäten aufgebaut hatte.

Preissteigerung steht bayernweit bevor

In Bayern haben bereits einige Stadtwerke drastische Erhöhungen angekündigt. Laut einem Bericht der Deutschen Presseagentur werden in Augsburg und Ingolstadt die Stadtwerke ihre Strompreise zum 1. Oktober erhöhen. Der Energieversorger in Fürth, Infra, plant mit einer Anpassung zum 1. Januar. In München, Nürnberg und Würzburg stellen die kommunalen Unternehmen zu erwartende Preiserhöhungen ohne konkretes Datum in Aussicht. Anders in Coburg: Der kommunale Versorger SÜC hatte vor kurzem angekündigt, zum 1. November seine Strompreise auf 52,66 Cent pro Kilowattstunde zu verdoppeln. In Bamberg sind die Kunden in der Grundversorgung mit einem Preis von 34,07 Cent pro Kilowattstunde inklusive Mehrwertsteuer ebenfalls noch relativ günstig versorgt. Klar ist aber auch hier: Zum ersten Januar wird sich das ändern. Die dortigen Stadtwerke rechnen dann mit deutlichen Mehrbelastungen für die Kunden.

Stadtwerke und Kommunen fordern einen finanziellen Schutzschirm, um die kommunalen Versorger vor Zahlungsschwierigkeiten zu schützen. Dieser Schutzschirm wird aktuell mit der Bundesregierung verhandelt. Stadtwerke sind in der Energiekrise stark belastet. Zum Beispiel sind sie verpflichtet Kunden in der Grundversorgung aufzunehmen, die von ihrem Anbieter gekündigt wurden. Gleichzeitig befürchten sie, dass gerade in der Grundversorgung Zahlungsausfälle, wenn Kunden ihre Stromrechnungen nicht mehr zahlen können.